Und raus bist du! Serienausstiege – wurden sie ihrer Charakterentwicklung gerecht?

Hallo allerseits!

Heute bin ich mit einem Artikel zurück, der die Frage aufwirft: Wurden Serienausstiege den Charakteren und ihrer vorangegangenen Entwicklung gerecht? War die Ausstiegsgeschichte mehr oder minder eine logische Schlussfolgerung der Charakterentwicklung? Bei diesem Artikel möchte ich nicht unbedingt die „realen“ Gründe hinter dem Ausstieg besprechen. Es gibt massig Gründe, warum ein Schauspieler eine Serie verlässt. Das muss aber nicht heißen, dass der Abschied deshalb schlecht geschrieben sein muss.

Also, fangen wir an.

Randy Taylor – Hör mal wer da Hämmert (Home Improvement)

Randy Taylor stieg mit Beginn der achten (und finalen) Staffel aus der Serie aus. Besser gesagt, in der zweiten Episode. Zwar kehrt er ein letztes Mal als Gastdarsteller in der Weihnachtsfolge zurück, doch fürs Finale konnte man ihn nicht mehr gewinnen. Seine Abschiedsgeschichte: Ein Umweltprojekt in Costa Rica, an dem er zusammen mit seiner Freundin Lauren teilnimmt.

Randys Entwicklung

In der ersten Staffel galt Randy als mittlere Sohn, der gerne Streiche spielte und vor allem seinen jüngeren Bruder Mark reinlegte. Er war zwar durchaus ein cleverer Bursche, doch das Hauptaugenmerk lag auf seiner kecken, schlagfertigen Art, mit denen er hin und wieder aneckte, doch den Zuschauer immer wieder zum Schmunzeln brachte und sich selbst auch mal in Schwierigkeiten.

Im Laufe der Serie wuchs er aus seinen Streichen größtenteils raus, aber er blieb dennoch derjenige im Cast, der mit seinen sarkastischen Bemerkungen immer wieder Lacher provozierte. Nichtsdestotrotz wurde sein Charakter ernster und seine Intelligenz stärker herausgestellt. Ein Beispiel ist die Folge, in der er frühzeitig High School Kurse besuchen durfte und damit in die gleiche Klasse wie sein älterer Bruder Brad kam. In den späteren Staffeln stellte man ihn auch gerne als den verantwortungsbewusstesten der drei Jungs da. Einer, der gute Noten und eine gute Ausbildung bevorzugte und vielleicht eines Tages Journalist werden würde, da er leidenschaftlich gerne bei der Schülerzeitung arbeitete. In der Thanksgiving Episode in einer der späteren Staffel sehen wir sogar, wie er in der Suppenküche aushalf, was noch mal unterstreichen soll, wie wichtig ihm wohltätige Arbeit war. Vergleichen wir das mit dem Randy der zweiten Staffel, der in der Weihnachtsfolge noch Spendengelder klaute, um sich Spielzeug zu kaufen, so erkennt man den weiten Weg, den der Charakter hinter sich hat.

Der Ausstieg

Randys Ausstieg kam mehr oder minder ein wenig spontan. Zwar konnte man bereits ein wenig erkennen, dass seine Auftritte in den vergangenen Episoden weniger wurde, doch tatsächlich ließ erst einmal nichts darauf schließen, dass er ab der zweiten Episode der 8. Staffel aussteigt. Mir ist nicht klar, ob die Serie zu diesem Zeitpunkt bereits eingestellt war oder ob das Ende erst im Laufe der 8. Staffel feststand, aber sein Ausstieg kam ein bisschen abrupt für mich.

Zunächst sieht es in der Folge so aus, als ob er nur Abschied von seiner Freundin Lauren nehmen müsse, die für ein Umweltprojekt ein Jahr nach Costa Rica geht. Doch durch einen Zufall wird auch für ihn ein Platz frei. Nun, dieses „Projekt“ kam für mich aus dem Nichts. Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht erinnern, ob es vorher jemals benannt wurde (natürlich kam die Sommerpause dazwischen und „theoretisch“ kann man erklären, dass es während des Sommers ein Thema im Hause Taylor war). Und doch, ist dieses Projekt, was zu seinem Serienende führte, seiner vorangegangenen Charakterentwicklung gerecht geworden?

Ich sage ja. Ich finde, dass man mit diesem Projekt einen hervorragenden Grund ausgesucht hat, Randy bestmöglich aus der Serie zu schreiben. Ja, die Reise kam etwas spontan aber sie passt zu ihm. Randy hat in den vorherigen Staffeln gezeigt, wie wichtig ihm die Lösung gesellschaftlicher Probleme sind. Er engagierte sich sozial und erinnern wir uns an die Episode, in der er Binford offiziell als Umweltsünder für seine Schülerzeitung enttarnt. Randy hat hervorragende Noten und es ist ihm wichtig, an ein gutes College zu kommen. Die Familie hatte in den letzten Staffeln kaum Probleme mit ihm, weshalb es logisch ist, anzunehmen, dass sie ihn mit gutem Gewissen ziehen lassen. Auch wird darauf hingewiesen, dass er bei einer Gastfamilie wohnt, also kann man davon ausgehen, dass er in Costa Rica wie in einer Art Schüleraustausch versorgt wird (nur das niemand „getauscht“ wird). Etwas, was viele Schüler in seinem Alter tun – es ist also nicht komplett realitätsfern, dass ein Teenager für ein Jahr das Land verlässt. Dazu finde ich es schön, dass man ihn in den kommenden Folgen auch nicht komplett „vergisst“ wie es in vielen anderen Serien der Fall ist. Man spricht über ihn und seinen Aufenthalt in Costa Rica und er kommt sogar zur Weihnachtsfolge zurück, wo seine Geschichte einen großen Teil der Folge einnimmt.

Fazit

Randys Ausstieg gehört zu den besseren Serienausstiegen, die ich gesehen habe. Auch wenn er spontan kommt, so hat man ihn logisch erklärt. Man wurde in der ersten Folge nicht einfach vor vollendete Taten gesetzt, sondern man bekam eine eigene Abschiedsfolge, in der dem Zuschauer ein logisch konsequenter Abschluss geboten wurde. Die vorherigen Jahre hat man Randy zu einem cleveren, verantwortungsvollen Schüler aufgebaut, der große Pläne für die Zukunft aufweist. Bei einer Art Umweltprojekt/Austauschprogramm mitzumachen ist daher eine logische Konsequenz. Ich würde sogar sagen, dass es mich nicht überrascht hätte, wenn man diese Geschichte ohnehin für ihn zum Serienende geplant hätte, weil sie so gut zu seinem Charakter passte.

Insofern, bis zum nächsten Mal…

 


Dieser Artikel spiegelt lediglich meine eigene Meinung wider. Alle Angaben ohne Gewähr

Buchtipp: Lauren Graham: Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl

Lauren Graham – Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl, Fischer Verlag 2017

Hallo allerseits!

Heute bin ich wieder mit einem Buchtipp zurück. Diesmal geht es um Lauren Grahams Biografie „Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl“. Ich habe das Buch  in der 2. Ausgabe von 2017. Es erschien im Fischer Verlag und kommt auf ca. 255 Seiten.

Ich muss eins Vorweg sagen: Anfang der 2000er war ich ein unglaublich großer Gilmore Girl Fan. Ich habe die Sendung jeden Nachmittag im TV geschaut und später auch in der Primetime, als die letzten Staffeln immer populärer in Deutschland wurden. Auch wenn ich sagen muss, dass ich zum Ende hin ein wenig unzufriedener wurde, was die Storylines anging, so hat sie mir doch eine Menge Spaß und Unterhaltung in meiner Teenagerzeit gebracht.

Als ich gehört habe, dass Lauren Graham eine Biografie geschrieben hat, musste ich die natürlich sofort haben. Der Charakter von Lorelei gefiel mir schon immer mit am besten, deshalb war ich gespannt, was die Schauspielerin der Rolle so alles zu sagen hat und ob sich ihre Charakterzüge vielleicht sogar gleichen oder es zwei vollkommen verschiedene Persönlichkeiten sind.

Lauren Graham kommt von Anfang an sehr sympathisch in ihrer Biografie herüber und es hat Spaß gemacht, ihren Werdegang im Buch zu verfolgen. Sie beschreibt ihr Leben von ihrer Kindheit bis hin zum Gilmore Girls Reboot „Ein neues Jahr“. Zum letzteren liefert sie sogar ein kleines Tagebuch über die Dreharbeiten. Nun, natürlich dürften Fans am meisten daran interessiert sein, wie viel Graham von ihren Jahren bei Gilmore Girls schreibt. Vor allem, da der deutsche Titel damit mehr oder minder wirbt. Leider muss ich dazu sagen, dass ich mir deutlich mehr Infos über die Serie gewünscht hätte, als das Buch mit dem deutschen Titel verspricht. Der Titel soll, glaube ich, eher auf Grahams eigene, quirlige Art anspielen, die man auch mit Lorelais Temperament vergleichen kann, als auf eine Zeitreise mit den Gilmore Girls. Anekdoten vom Set gibt es nicht viele, was ich persönlich schade finde und hoffe, dass sie vielleicht in der Zukunft ein Buch nur über dieses Thema schreibt. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch verständlich, dass man bei einer Biografie versucht, so viele verschiedene Themen wie möglich aus seinem Leben in das Buch zu schreiben und sich nicht nur an ein Thema hält. Der englische Titel: „Talking as fast as I can“ trifft meiner Meinung nach deutlich passender zu dem Buch, denn da assoziiert man natürlich nicht unbedingt nur die „Gilmore Girls“ mit dem Buch, sondern eher Lauren Grahams Charakter. Und genau darum geht es ja auch bei einer Lebensgeschichte.

Das Cover gefällt mir persönlich sehr. Die blaue Hintergrundfarbe ist sehr fröhlich und mir gefällt ebenso, dass es kein ernstes Foto ist, sondern ein wenig die quirlige Persönlichkeit heraushebt, die man in dem Buch ein vermittelt bekommt. Ebenso finde ich, dass das Foto auch sehr gut zu ihrer wohl berühmtesten Rolle der Lorelai Gilmore passt.

Obwohl ich es wirklich schade finde, dass man nicht besonders viele Infos über die Zeit bei den Gilmore Girls findet (ich liebe Hinter- den- Kulissen-Infos), so ist das Buch dennoch einen Kauf wert. Es ist eine schöne Sommerlektüre, die flüssig zu lesen ist. Mir hat es gefallen.

Insofern, bis zum nächsten Mal…

That’s what she said vs. How you doing? – Können The Office und Friends verglichen werden?

Pola Swanson; Made with Canva

Hallo allerseits,

dieses Mal bin ich zurück mit der Frage: Können The Office und Friends fair verglichen werden? In den letzten Jahren sieht man immer mal wieder, wie sich die Fans von The Office mit denen von Friends streiten. Das ist nicht neu, denn Friends-Fans und Seinfeld-Fans stritten sich in den 90er Jahren um gleiche Themen. Natürlich beanspruchen die Fans, das ihre Serie die einzig richtige ist, was Witz, Cast und Geschichten angeht. Währenddessen diejenige, die beide Serien mögen sich zurücklehnen und … nun … mehr Spaß und weniger Streit im Leben haben. Ist doch auch mal was.

Aber ist das eigentlich so einfach festzustellen? Kann man Friends und The Office tatsächlich vergleichen?

Meine Meinung? Eher nein.

Warum ist das so? Nun, beginnen wir am Anfang und finden es heraus.

Allein das Genre der beiden Serien ist komplett verschieden, auch wenn man dies nicht auf den ersten Blick nicht meinen mag. The Office ist eine Comedy Sendung. Das heißt, es gibt keinen eingespielten Laugh-Track, die Sendung wird nicht vor Publikum gespielt. Auch die Kulissen sind ein wenig freier aufgebaut. Anders als bei Sitcoms die vordergründig immer auf Bühnen zu finden sind – gerade wegen den Zuschauern. Friends ist eine Sitcom, die alle der oben genannten Merkmale aufweist. The Office hat eine Menge verschiedener Kulissen, diverse Innen- und Außenaufnahmen. Ein großer Vorteil, meines Erachtens, um so eine „realere“ Atmosphäre zu schaffen. Nichtsdestotrotz machen diese fehlenden Eigenschaften eine Sitcom nicht unbedingt schlechter.

Dazu  – und das muss man ganz nach oben stellen, weil das eigentlich der größte Unterschied ist –  gehört The Office zu den Mockumentery-Serien. Das heißt, es wird so getan, als sähe man eine Dokumentation eines – im Falle von The Office – Büros. Man verfolgt die Leute, die im Büro arbeiten und daher auch jedem, der ins Büro kommt oder mit ihnen zu tun hat. Friends hingegen soll das „wahre“ Leben darstellen. Man soll glauben, man schaue den Darstellern zu, wie sie ihr Leben leben, während es ziemlich deutlich gemacht wird, dass wir bei The Office nur die Ausschnitte sehen, die die „Kamera“ uns zeigt. Genau aus diesem Grund sieht man z.B. auch nicht jedes Mal, wenn Pam und Jim einen Wochenendausflug machen. Aber man sieht sie am „Montag“ den Redakteuren im Interview darüber berichten (und auch wenn es solche Episoden gibt, dann begleitet die Kamera die Protagonisten aus irgendwelchen Gründen).

Ein weiterer Unterschied ist für mich der Inhalt beider Sendungen. Bei Friends dreht sich alles um die Freundesclique, die in ihren 20ern und 30ern das Leben erkunden. Es gibt Nebencharaktere, dennoch wird der Hauptcast die gesamte Zeit eng beieinander gehalten. Es gibt keine Ausstiege, Recasts, niemand der hinzukommt. Die sechs Freunde bleiben von Anfang bis Ende, ohne Ausnahme. Ihre Geschichten drehen sich um die zwischenmenschlichen Beziehungen untereinander. Jobs, Familie, Love-Interests und andere Bekannte werden höchstens für kleinere Geschichten dazugeholt, und falls sie den Hauptcast zu sehr beeinträchtigen, wird die Geschichte umgeschrieben, sodass unsere Freunde wieder zum Hauptthema werden. Man siehe z.B. die Ross und Emily Geschichte. Dass Ross Rachels Namen am Altar sagt, zieht man Rachel automatisch in die Geschichte hinein. Die Möglichkeit, dass Emily eventuell für ein bis zwei Staffeln bleiben könnte und Teil der Clique wird, wird in keinster Weise versucht, wie in anderen Serien. Ebenso wird sie als Charakter ziemlich nach außen gedrängt. Wir sehen Ross‘ Versuche, die Hochzeit und die darauffolgende Trennung zu verarbeiten. Emily ist dabei selbst kaum mehr existent und spielt höchstens eine Gastrolle.  Auch als Mike, Phoebes späterer Ehemann, in den Cast kommt, wird sehr darauf geachtet, dass er nicht mehr Screentime in der Gruppe bekommt, als der Rest der Bande. Stattdessen wird er oft als „unabkömmlich“ gezeigt. Wie z.B. als er an Phoebes Geburtstag arbeiten muss. So steht die Gruppe wieder im Vordergrund.

Ganz anders bei The Office. Die Serie zeigt von Anfang an ziemlich deutlich, dass Charaktere kommen und gehen. So wie es im Leben nun mal so ist. Jim zieht für mehrere Folgen sogar aus Scranton weg. Als Zuschauer sehen wir solange ein neues Set und auch neue Charaktere wie Andy oder Karen, die nicht von Beginn dabei sind und später mit Jim nach Scranton zurückkehren. Gleichzeitig bleibt das Scanton Set aber erhalten und wir werden Zeuge von zwei verschiedenen Sets und Geschichten. Bei The Office werden Nebencharaktere in den Hauptcast befördert, wie z.B. Darryl. Einige Charaktere steigen aus (Bsp. Michael), andere fehlen für mehrere Folgen (z.B. Andy). Nebencharaktere kriegen öfters Episoden, wo sie auch im Focus stehen (DeAngelo), obwohl sie nur ein paar Folgen später wieder aus der Serie verschwinden. Und obwohl wir geliebte Charaktere wie z.B. Dwight haben, die den Handlungsbogen oft stark beeinflussen, so steht The Office ganz klar hinter dem Titel, dass es hier um das Leben im Büro handelt und es sich nicht unbedingt nur im die sich darin befindenden Charaktere drehen muss. Während Friends ganz klar die Freunde in den Fokus stellt und daraus kein Geheimnis macht.

Als nächsten Punkt kann man anmerken, dass The Office und Friends verschiedene Zuschauergruppen ansprechen. Friends sollte die Twens in den 90ern zeigen. Ihre Probleme und Wünsche darstellen. Noch nicht jeder weiß, was er mit seinem Leben tun möchte (z.b. Rachel), manche haben Geldprobleme, weil ihre Jobs ihnen nicht viel einbringen (z.b. Joey). Man feiert Partys, versucht erwachsen zu werden, zu heiraten und Kinder zu kriegen … Die Probleme werden ans Alter der Charaktere und damit den Zuschauern angepasst.

Derweil The Office durch seine Charaktervielfalt so gut wie alle Altersgruppen anspricht. Die Serie hat ältere Charaktere (z.b. Stanley) und jüngere (z.B. Jim). Charaktere, die ihren Job zunächst als temporär betrachten (z.B. Pam), Praktikanten (z.b. Ryan) oder Chefs (z.b. Michael). Die daraus resultierenden Probleme betreffen daher alle Altersgruppen und Klassen.  Es gibt die etwas wohlhabenderen Personen , genau wie diejenigen, die mit Geldproblemen zu kämpfen haben.  Man zieht einen etwas anderen Schnitt durch die Gesellschaft, als es bei Friends der Fall ist.

Fazit

Ich liebe beide Serien sehr und schaue sie mir gerne an. Jede Serie hat ihren eigenen Humor, was ich mag. Und ich mag es eben auch, dass beide so verschieden sind. Auch was ihre Geschichten betrifft.

Etwas, was beide Shows gemeinsam haben, ist, dass sie in den letzten Jahren hier und da in Kritik geraten sind. Bei The Office mit dem manchmal etwas herberen Humor und Friends wegen dem Mangel an Diversität im Cast. Fakt ist, beide Serien sind nicht dafür gedreht worden, um in zwanzig Jahren mit dem heutigen Standard gemessen zu werden. Aber das werden die Serien, die momentan gedreht werden, auch nicht. Wer weiß denn schon, wie sich die nächsten 20 Jahre entwickeln werden, an welchen Maßstäben sich die heute gedrehten Serien messen müssen. Einen solchen Vergleich zu ziehen ist immer unfair, deshalb sollte man eine Serie immer nur in dem eigenen historisch gesellschaftlichen Rahmen vergleichen, in dem sie damals erschienen ist.

Für mich sind sowohl Friends als auch The Office nicht zu vergleichen. Es sind zwei verschiedene Shows, die aber beide eine sehr hohe Qualität vorzuweisen haben. Ihre Drehbücher sind witzig, sie unterhalten uns. Und die Schauspieler zeigen uns eine wunderbare Leistung. Man sieht deutlich, wie viel Liebe zum Detail in beiden Serien steckt.

Sicher, man muss nicht beide Serien gleich oder überhaupt mögen. Jeder Geschmack ist verschieden. Und es ist in Ordnung, eine der beiden Serien mehr zu mögen. Und genau da zeigt es ja auch, dass die beiden Serien eben nicht zu vergleichen sind. Gerade weil es so viele Unterschiede gibt, die der eine mag und der andere nicht.

Insofern, bis zum nächsten Mal…

 

From Neptune to Mars – Duncan Kanes Ausstieg bei Veronica Mars

Pola Swanson; Made with Canva

Hallo allerseits,

genau wie letzte Woche, steht auch diesen Samstag ein neuer Artikel ins Haus. Diesmal geht es um den Ausstieg von Duncan Kane in der Serie Veronica Mars. Hat sein Ausstieg die Show verbessert, verschlechtert oder überhaupt keinen Unterschied gemacht? Finden wir es heraus.

Ich bin ziemlich spät zu Veronica Mars gestoßen, tatsächlich ist es erst wenige Monate her, seitdem ich mir die Urserie angesehen habe, sprich, die ersten drei Staffeln. Den Film von 2014 und die 4. Staffel, die erst 2019 als eine Art Reboot erschien, habe ich bislang nicht gesehen. Weshalb ich noch nicht weiß, ob die Rolle zurückkehrt oder nicht. Daher wird dieser Artikel sich erst einmal nur um Duncans Rolle in den ersten 2 Staffeln drehen. Ich habe zwar immer mal wieder von der Serie gehört, die 2004 ins TV kam, aber damals sagte sie mir weniger zu, dazu waren die deutschen Ausstrahlungstermine immer etwas stiefmütterlich angesetzt, sodass ich auch nicht zufällig mal hineingezappt habe. Nichtsdestotrotz kam ich immer wieder auf die Serie zurück, weshalb ich mir dachte: Warum nicht? Dazu wurde sie vom IZombie Erfinder Rob Thomas entwickelt und da ich diese Sendung wirklich mochte, gab es eigentlich keinen Grund mehr, nicht auch in Veronica Mars hineinzuschauen. Und was soll ich sagen? Mir gefiel die Sendung.

In Veronica Mars dreht sich alles um die Hauptprotagonistin Veronica Mars, die in ihrer Heimatstadt Neptune als Privatdetektivin unterwegs ist. Zunächst arbeitet sie neben der Schule in der Detektei ihres Vaters Keith, in der dritten Staffel erlangt sie dann ihre eigene Detektiv-Lizenz, derweil sie aufs College geht. Nebenbei erlebt sie natürlich auch alle Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens.

Das war eine schlichte Zusammenfassung, jetzt kann’s zurück zum Thema gehen. Duncan Kane, aka einer von Veronicas Love Interests.

Die Rolle des Duncan verließ die Serie etwa zur Mitte der 2. Staffel. Zwar sieht man ihn noch einmal kurz im Staffelfinale, doch dies kann man mehr als Gastrolle verstehen.

Duncan Kane ist der Bruder von Lilly Kane, um dessen Mord sich die erste Staffel dreht. Er war Veronicas Freund und machte mehr oder minder ohne große Ankündigung mit ihr Schluss, was Veronica natürlich vollkommen verwirrt zurücklässt. Später stellt sich heraus, dass Duncan glaubte, Veronica sei seine Schwester, was der Grund für die spontane Trennung war. Zum Glück  war diese Vermutung am Ende falsch, weshalb sie ihre Beziehung in Staffel 2 wiederaufnehmen, bis er letztlich die Stadt verlassen musste.

Ich muss sagen, mir gefiel die Rolle von Duncan von Anfang an eher wenig. Anders als z.B. bei Logan, fand ich Duncan stets ein wenig fade und langweilig und das zog sich von Episode zu Episode. Auch in der zweiten Staffel, in der Veronica die Beziehung mit Duncan wiederaufnahm, war ich recht enttäuscht. Nachdem man ihn weder als Lillys Mörder noch als Veronicas Angreifer überführte, hatte ich eigentlich geglaubt, Duncan könne nun zeigen, was in ihm steckt, was er meines Erachtens aber nicht tat. In der ersten Staffel galt er als Red Herring, als möglicher Angreifer Veronicas und Mörder seiner eigenen Schwester. Natürlich musste die Rolle so etwas zwielichtiger und unnahbarer gestaltet werden. Aber sobald seine Unschuld herauskam, hatte ich mir eigentlich erhofft, dass die Rolle ein wenig interessanter werden würde.

Stattdessen wurde ich auch danach nicht mit seiner Rolle warm, obwohl seine Geschichten eigentlich nicht schlecht waren. Er zieht das volle O.C. California meets Beverly Hills 90210 ab. Er ist ein superreicher Teenie mit einer eigenen Wohnung, war kurz in Verdacht seine Schwester in einem Wahn umgebracht zu haben, ist Mitglied einer geheimen High School Bruderschaft, trifft sich mit Veronicas Freundin Meg, die dann schwanger wird und das verheimlicht, weil sie sauer auf Veronica ist, dass sie nun wieder mit ihrem Freund zusammen ist. Später wird Meg durch einen Busunfall schwer verletzt, wodurch ihre Schwangerschaft auch Duncan und Veronica offenbart wird. Meg ahnt, dass sie sterben könnte und bittet Duncan, dass ihre Eltern ihr Baby nicht in die Hände kriegen dürfen, da diese ihre eigenen Kinder mit Gewalt erziehen und sie beim Baby keine Ausnahme machen werden.

Mit dieser Geschichte wird letztlich auch das Ende von Duncan eingeleitet. Denn zusammen mit Veronica (die sich wieder mit Meg vertragen hat und ihr natürlich hilft) kidnappt er sein Kind und flieht mit ihm nach Mexiko. Das FBI ist ihnen da direkt auf den Fersen, denn sie wollen das Baby zurückholen . Natürlich gelingt Duncan die erfolgreiche Flucht und er und sein Baby sind in Sicherheit. Am Ende der Staffel sieht man Duncan in seiner letzten Einstellung, als er den Mord an Aaron Echolls in Auftrag gibt, der der wahre Mörder seiner Schwester ist, aber freigesprochen wird.

Wie gesagt, ich muss sagen, dass ich die Rolle meistens dröge und recht unterbespielt fand. Man hätte mit dem Charakter durchaus mehr schaffen können. Für mich kam auch nie wirklich das Liebesdreieck zwischen ihm, Veronica und Logan richtig hervor, gerade weil ich ihn so unscheinbar fand. Anders als in anderen Sendungen, wo ich oft mitfiebere, so habe ich hier nie wirklich eine Beziehung zu dem Charakter aufbauen können. Logan hatte für mich daher schon den ganz natürlichen Vorteil, einfach weil sein Gegenpart zu langweilig war.

Und doch gab es die eine Geschichte, in der ich Duncan schließlich wirklich überzeugend fand. Leider passierte dies bei seiner Abschiedsgeschichte. Hier sah man eine spannende Handlung, der Charakter wurde endlich interessant dargestellt. Auch am Ende der Staffel fand ich den Twist um Duncan gut, dass er Rache am Mörder seiner Schwester nimmt. Dass er Aaron Echolls kaltblütig umbringen lässt, lässt Duncans dunkle Seite herausstehen und genau davon hätte ich gern mehr gesehen. Ich sage immer wieder, ein guter Charakter muss keineswegs moralisch einwandfrei sein. Im Gegenteil, ein guter Charakter muss Lust auf mehr machen. Die Charaktere müssen die Gründe sein, warum man beim nächsten Mal wieder einschalten will. Sie und ihre Reaktionen auf die Geschichten machen die Cliffhanger erst interessant. Natürlich gibt es auch Charaktere, die moralisch einwandfrei handeln und unterhaltsam sind. Aber auch hier macht der Unterschied zwischen Langeweile und Entertainment aus, ob wir Zuschauer denjenigen so spannend finden, dass wir die neue Folge nicht erwarten können.

Eines muss ich leider zugeben, wenn ich mir die Kane-Zwillinge Duncan und Lilly ansehe, so habe ich Lilly – obwohl diese nur in Rückblicken und Fantasieerscheinungen gezeigt wurde – viel stärker in Erinnerung als Duncan. Und das ist ehrlich gesagt schade, da wir ja in seinen letzten Einstellungen sehen, wie viel man noch aus ihm und seiner Rolle hätten herauskitzeln können.

Wie hat sich die Serie mit seinem Ausstieg verändert? Tja, leider muss ich sagen, dass sein Ausstieg meiner Meinung nach die Serie nicht wirklich beeinflusst hat. Es war weder so, dass die Serie in eine neue Dynamik finden noch das der Charakter unbedingt mit einem anderen ersetzt werden musste. Tatsächlich fand ich sogar, dass Veronica ohne Duncan viel besser dran war. Und nein, das sage ich nicht, weil ich ein Logan-Fan bin. Um ehrlich zu sein, mochte ich die Serie immer am liebsten, wenn sich Veronica  hauptsächlich um ihre Fälle kümmerte, denn diese Folgen stachen meiner Meinung nach immer am stärksten heraus. Ich brauchte die ganzen Liebeskarussells in dieser Serie eher wenig.

Natürlich hat es auch geholfen, dass Veronica in der nächsten Staffel aufs College wechselte, so kam das Thema Duncan auch nicht mehr wirklich auf. Man musste davon ausgehen, dass mit diesem Wechsel viele Neuerungen stattfinden würden. Neue Charaktere wurden eingeführt, die Kulissen verändert. Es ist ein natürlicher Prozess, der bei diesem Wechsel vonstatten geht. Nichtsdestotrotz war der Ausstieg von Duncan in meinen Augen kein Grund, dass die Serie an Fahrt verlor. Auch ein weiteres High School Jahr ohne ihn wäre kein Problem gewesen.

Fazit:

Ich hätte mir gewünscht, dass Duncan ein wenig interessanter gewesen wäre. Seine Ausstiegsgeschichte zeigt die Rolle von einer wirklich spannenden Seite und ich hätte so gern mehr davon gesehen. Obwohl man diese finstere Facette oft in kleineren Stückchen gezeigt hat, wurde sie trotzdem nie ganz entfesselt, was den Charakter meines Erachtens nach so langweilig werden ließ. Na klar, Logan hat auch eine dunkle Seite, aber es ist nicht so, dass nur ein Charakter immer gut und der andere Böse sein muss. Eine dunkle Seite heißt ja nur, dass man nicht immer moralisch handeln muss. Und das muss beileibe nicht unbedingt ausarten.

Nichtsdestotrotz ist Veronica Mars eine Sendung, die man sich anschauen, und die einen wirklich gut unterhalten kann. Gerade Veronica und Keith stechen erheblich hervor und ich finde, dass beide für sich schon die gesamte Serie problemlos hätten alleine tragen können. Ich werde mir die Serie ganz sicher noch mal ansehen.

Insofern, bis zum nächsten Mal!

 

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