That’s what she said vs. How you doing? – Können The Office und Friends verglichen werden?

Pola Swanson; Made with Canva

Hallo allerseits,

dieses Mal bin ich zurück mit der Frage: Können The Office und Friends fair verglichen werden? In den letzten Jahren sieht man immer mal wieder, wie sich die Fans von The Office mit denen von Friends streiten. Das ist nicht neu, denn Friends-Fans und Seinfeld-Fans stritten sich in den 90er Jahren um gleiche Themen. Natürlich beanspruchen die Fans, das ihre Serie die einzig richtige ist, was Witz, Cast und Geschichten angeht. Währenddessen diejenige, die beide Serien mögen sich zurücklehnen und … nun … mehr Spaß und weniger Streit im Leben haben. Ist doch auch mal was.

Aber ist das eigentlich so einfach festzustellen? Kann man Friends und The Office tatsächlich vergleichen?

Meine Meinung? Eher nein.

Warum ist das so? Nun, beginnen wir am Anfang und finden es heraus.

Allein das Genre der beiden Serien ist komplett verschieden, auch wenn man dies nicht auf den ersten Blick nicht meinen mag. The Office ist eine Comedy Sendung. Das heißt, es gibt keinen eingespielten Laugh-Track, die Sendung wird nicht vor Publikum gespielt. Auch die Kulissen sind ein wenig freier aufgebaut. Anders als bei Sitcoms die vordergründig immer auf Bühnen zu finden sind – gerade wegen den Zuschauern. Friends ist eine Sitcom, die alle der oben genannten Merkmale aufweist. The Office hat eine Menge verschiedener Kulissen, diverse Innen- und Außenaufnahmen. Ein großer Vorteil, meines Erachtens, um so eine „realere“ Atmosphäre zu schaffen. Nichtsdestotrotz machen diese fehlenden Eigenschaften eine Sitcom nicht unbedingt schlechter.

Dazu  – und das muss man ganz nach oben stellen, weil das eigentlich der größte Unterschied ist –  gehört The Office zu den Mockumentery-Serien. Das heißt, es wird so getan, als sähe man eine Dokumentation eines – im Falle von The Office – Büros. Man verfolgt die Leute, die im Büro arbeiten und daher auch jedem, der ins Büro kommt oder mit ihnen zu tun hat. Friends hingegen soll das „wahre“ Leben darstellen. Man soll glauben, man schaue den Darstellern zu, wie sie ihr Leben leben, während es ziemlich deutlich gemacht wird, dass wir bei The Office nur die Ausschnitte sehen, die die „Kamera“ uns zeigt. Genau aus diesem Grund sieht man z.B. auch nicht jedes Mal, wenn Pam und Jim einen Wochenendausflug machen. Aber man sieht sie am „Montag“ den Redakteuren im Interview darüber berichten (und auch wenn es solche Episoden gibt, dann begleitet die Kamera die Protagonisten aus irgendwelchen Gründen).

Ein weiterer Unterschied ist für mich der Inhalt beider Sendungen. Bei Friends dreht sich alles um die Freundesclique, die in ihren 20ern und 30ern das Leben erkunden. Es gibt Nebencharaktere, dennoch wird der Hauptcast die gesamte Zeit eng beieinander gehalten. Es gibt keine Ausstiege, Recasts, niemand der hinzukommt. Die sechs Freunde bleiben von Anfang bis Ende, ohne Ausnahme. Ihre Geschichten drehen sich um die zwischenmenschlichen Beziehungen untereinander. Jobs, Familie, Love-Interests und andere Bekannte werden höchstens für kleinere Geschichten dazugeholt, und falls sie den Hauptcast zu sehr beeinträchtigen, wird die Geschichte umgeschrieben, sodass unsere Freunde wieder zum Hauptthema werden. Man siehe z.B. die Ross und Emily Geschichte. Dass Ross Rachels Namen am Altar sagt, zieht man Rachel automatisch in die Geschichte hinein. Die Möglichkeit, dass Emily eventuell für ein bis zwei Staffeln bleiben könnte und Teil der Clique wird, wird in keinster Weise versucht, wie in anderen Serien. Ebenso wird sie als Charakter ziemlich nach außen gedrängt. Wir sehen Ross‘ Versuche, die Hochzeit und die darauffolgende Trennung zu verarbeiten. Emily ist dabei selbst kaum mehr existent und spielt höchstens eine Gastrolle.  Auch als Mike, Phoebes späterer Ehemann, in den Cast kommt, wird sehr darauf geachtet, dass er nicht mehr Screentime in der Gruppe bekommt, als der Rest der Bande. Stattdessen wird er oft als „unabkömmlich“ gezeigt. Wie z.B. als er an Phoebes Geburtstag arbeiten muss. So steht die Gruppe wieder im Vordergrund.

Ganz anders bei The Office. Die Serie zeigt von Anfang an ziemlich deutlich, dass Charaktere kommen und gehen. So wie es im Leben nun mal so ist. Jim zieht für mehrere Folgen sogar aus Scranton weg. Als Zuschauer sehen wir solange ein neues Set und auch neue Charaktere wie Andy oder Karen, die nicht von Beginn dabei sind und später mit Jim nach Scranton zurückkehren. Gleichzeitig bleibt das Scanton Set aber erhalten und wir werden Zeuge von zwei verschiedenen Sets und Geschichten. Bei The Office werden Nebencharaktere in den Hauptcast befördert, wie z.B. Darryl. Einige Charaktere steigen aus (Bsp. Michael), andere fehlen für mehrere Folgen (z.B. Andy). Nebencharaktere kriegen öfters Episoden, wo sie auch im Focus stehen (DeAngelo), obwohl sie nur ein paar Folgen später wieder aus der Serie verschwinden. Und obwohl wir geliebte Charaktere wie z.B. Dwight haben, die den Handlungsbogen oft stark beeinflussen, so steht The Office ganz klar hinter dem Titel, dass es hier um das Leben im Büro handelt und es sich nicht unbedingt nur im die sich darin befindenden Charaktere drehen muss. Während Friends ganz klar die Freunde in den Fokus stellt und daraus kein Geheimnis macht.

Als nächsten Punkt kann man anmerken, dass The Office und Friends verschiedene Zuschauergruppen ansprechen. Friends sollte die Twens in den 90ern zeigen. Ihre Probleme und Wünsche darstellen. Noch nicht jeder weiß, was er mit seinem Leben tun möchte (z.b. Rachel), manche haben Geldprobleme, weil ihre Jobs ihnen nicht viel einbringen (z.b. Joey). Man feiert Partys, versucht erwachsen zu werden, zu heiraten und Kinder zu kriegen … Die Probleme werden ans Alter der Charaktere und damit den Zuschauern angepasst.

Derweil The Office durch seine Charaktervielfalt so gut wie alle Altersgruppen anspricht. Die Serie hat ältere Charaktere (z.b. Stanley) und jüngere (z.B. Jim). Charaktere, die ihren Job zunächst als temporär betrachten (z.B. Pam), Praktikanten (z.b. Ryan) oder Chefs (z.b. Michael). Die daraus resultierenden Probleme betreffen daher alle Altersgruppen und Klassen.  Es gibt die etwas wohlhabenderen Personen , genau wie diejenigen, die mit Geldproblemen zu kämpfen haben.  Man zieht einen etwas anderen Schnitt durch die Gesellschaft, als es bei Friends der Fall ist.

Fazit

Ich liebe beide Serien sehr und schaue sie mir gerne an. Jede Serie hat ihren eigenen Humor, was ich mag. Und ich mag es eben auch, dass beide so verschieden sind. Auch was ihre Geschichten betrifft.

Etwas, was beide Shows gemeinsam haben, ist, dass sie in den letzten Jahren hier und da in Kritik geraten sind. Bei The Office mit dem manchmal etwas herberen Humor und Friends wegen dem Mangel an Diversität im Cast. Fakt ist, beide Serien sind nicht dafür gedreht worden, um in zwanzig Jahren mit dem heutigen Standard gemessen zu werden. Aber das werden die Serien, die momentan gedreht werden, auch nicht. Wer weiß denn schon, wie sich die nächsten 20 Jahre entwickeln werden, an welchen Maßstäben sich die heute gedrehten Serien messen müssen. Einen solchen Vergleich zu ziehen ist immer unfair, deshalb sollte man eine Serie immer nur in dem eigenen historisch gesellschaftlichen Rahmen vergleichen, in dem sie damals erschienen ist.

Für mich sind sowohl Friends als auch The Office nicht zu vergleichen. Es sind zwei verschiedene Shows, die aber beide eine sehr hohe Qualität vorzuweisen haben. Ihre Drehbücher sind witzig, sie unterhalten uns. Und die Schauspieler zeigen uns eine wunderbare Leistung. Man sieht deutlich, wie viel Liebe zum Detail in beiden Serien steckt.

Sicher, man muss nicht beide Serien gleich oder überhaupt mögen. Jeder Geschmack ist verschieden. Und es ist in Ordnung, eine der beiden Serien mehr zu mögen. Und genau da zeigt es ja auch, dass die beiden Serien eben nicht zu vergleichen sind. Gerade weil es so viele Unterschiede gibt, die der eine mag und der andere nicht.

Insofern, bis zum nächsten Mal…

 

The One where she reviews the finale – Das Serienende von Friends – Wurde es den Charakteren gerecht?

Pola Swanson; Made with Canva

Das erste Thema für einen neuen Blog zu gestalten ist immer eine Herausforderung. Genau aus diesem Grund wollte ich in meiner Wohlfühlzone bleiben und habe mich für eine Fernsehserie entschieden, auf die ich zum ersten Mal Ende der 90er Jahre aufmerksam wurde. Es wird keinen überraschen, wenn ich hierbei von Friends spreche. Schließlich hat die Serie gerade in den letzten Jahren ein phänomenales Cult-Following ausgelöst, weshalb es im letzten Jahr dann auch zur großen Reunion kam. Dabei ging es weniger um ein Reboot der Originalserie, der Fokus lag eher auf dem Austausch gemeinsamer Erinnerungen.

Friends gehört zum Sitcom-Genre und wurde von 1994-2004 in insgesamt 10 Staffeln abgedreht. Laut Wikipedia kam die Serie auf unglaubliche 236 Episoden (https://de.wikipedia.org/wiki/Friends). Neben der Mutterserie gab es sogar das kurzweilige Spin-off Joey, mit Matt LeBlanc, der darin die allseits beliebte Rolle Joey Tribbiani weiter verkörpert. Diese Serie knüpfte jedoch nicht mehr an den Erfolg der Mutterserie an und wurde nach 2 Staffeln abgesetzt (https://de.wikipedia.org/wiki/Joey_(Fernsehserie)).

So viel zu den Fakten, lasst mich jetzt kurz in Erinnerungen schwelgen.
Soweit ich mich erinnere, kam ich mit Friends zum ersten Mal in Berührung, als ich auf die Austrahlung einer Folge von Sabrina – Total verhext gewartet habe und stattdessen diese für mich neue Sendung gesendet wurde. Ich erinnere mich nicht mehr direkt an mein Alter zu diesem Zeitpunkt, ich weiß nur noch, dass ich mich furchtbar geärgert habe, weil ich ein großer Sabrina Fan gewesen bin und die Serie dann nicht ausgestrahlt wurde (sie wurde nicht komplett eingestellt, aber damals hat man die Sendeplätze noch deutlich fluktuierender gestaltet). Aus diesem Grund mochte ich die neue Serie schon aus Prinzip nicht. Und das würde auch so bleiben, versprach ich mir selbst.

Nun, bis ich nach nur einer Folge zum Fan rekrutiert wurde.
Tatsächlich gehört Friends neben einigen anderen Serien noch bis heute zu meinen absoluten Lieblingen. Ich schaue die Serie jährlich, manchmal mehrmals. Den ersten Friends-Marathon habe ich um das Jahr 2008 gemacht, als ich meine DVD Sammlung endlich komplett hatte. Damals hieß es noch, wer zu viele Serien schaut besäße kein Leben, heute ist Bingen zum neuen Hobby geworden … tja, da war ich wohl Trendsetter… 😀

So oder so, ich blieb der Serie all die kommenden Jahre treu und verpasste auch nicht das große Finale, was in Deutschland im Jahr 2005 auf Pro7 ausgestrahlt wurde. Friends war das erste Serienfinale einer Sendung, die ich nicht nur lange verfolgte, sondern auch gerne mochte. Während ich andere Serien mit der Zeit oft schlechter fand und nicht mehr gerne sah, gehörte Friends bis zum letzten Cut! zu meinen All Time Favourites. Dementsprechend traurig war ich auch, als die letzte Szene über den Bildschirm flatterte.

Es gibt eine Menge, was man über Friends und seine letzte Staffel sagen kann. Eine akkurate Review würde Bücher füllen.
Genau aus diesem Grund möchte ich mich bei meinem ersten Beitrag auf das Serienfinale beschränken. Besser noch, auf die Figurenentwicklung des Finales. Haben alle Charaktere meine Erwartungen erfüllt? Bin ich zufrieden und verlasse sie Sendung mit einem zuversichtlichen Blick in die Zukunft?

Eins vorweg: Ich weiß, die Zeiten haben sich geändert und Serien mit einer gewissen Jahreszahl auf dem Buckel ist nicht mehr wirklich mit den heutigen Standards zu vergleichen.  Das sollte jedem bewusst sein, bei Serien, die über 20 Jahre alt sind – und der Friends Pilot geht sogar langsam auf die 30 zu. Also … Ruhe bewahren. Ich beurteile die Charaktere in dieser Rezension nur nach den Charaktervorgaben der Originalserie.

Der Inhalt des Finales ist einfach erklärt. Rachel hat ein Jobangebot aus Paris erhalten und ist drauf und dran, alles und jeden in New York hinter sich zu lassen. Auch ihre Freunde. Und vor allem Ross. Derweil entdeckt dieser zum wiederholten Male seine Gefühle für Rachel und möchte sie aufhalten nach Frankreich zu ziehen. Phoebe, die ohnehin immer der Meinung war, das beide zusammengehören, hilft ihm dabei und gemeinsam versuchen sie, Rachel davon abzuhalten, in den Flieger zu steigen, um ihr neues Leben zu beginnen.
Im selben Atemzug liegt Erica, die Frau, von der Monica und Chandler ein Baby adoptieren wollen, in den Wehen. Am Ende kommt es hier zu einer unerwarteten Wendung, denn Erica bekommt nicht nur ein, sondern gleich ein zweites Baby. Und Joey … nun, der tut sich schwer mit all den Änderungen.

Ein Finale zu schreiben ist immer schwierig. Man muss alle roten Fäden zusammenführen, die Charaktere mit Würde gehen lassen und den Zuschauer trotzdem unterhalten, obschon jeder weiß, dass es keinen Cliffhanger oder weitere Erklärungen mehr geben wird. Ich finde, dass Friends das eigentlich ganz gut hinbekommen hat. Am Ende blieb kein Auge trocken. Weder bei den Darstellern noch bei den Zuschauern. Daran erkennt man, wie viel Leidenschaft die Schauspieler in die Figuren steckten.
Aber am besten beschreiben wir das Finale der Charakter im Einzelnen.
Fangen wir an mit…

Phoebe:

Eine überaus große Rolle spielt Phoebe im Finale nicht. Sie hatte keine richtig eigene Geschichte, dennoch bekam sie eine angemessene Screen Time. Wenige Folgen zuvor heiratete Phoebe ihren seelenverwandten Mike, der auch im Finale noch ein letztes Mal zu sehen ist. Beide führen eine harmonische Beziehung und Phoebe hat das Gefühl, endlich im Leben angekommen zu sein. Für ihren Charakter wurden am Ende keine unnötigen Skandale oder Probleme mehr eingeführt, was ich gut finde, denn das hätte nur zu unnötigem Stress geführt. Stattdessen füllt sie hier die Rolle der besten Freundin aus, deren Ziel es ist, dass all ihre Freunde genau so glücklich sind wie sie und Mike.
Meines Erachtens ist Phoebes Charakter in einer sehr guten Art und Weise zu Ende geführt worden. Ein letztes Mal werden wir Zeuge, wie sie in ihrer erfrischend ehrlichen Art versucht, ihre beiden besten Freunde zusammen zu bringen. Schon während der 8. und 9. Staffel, als Ross und Rachel ihre Tochter Emma willkommen heißen, fragt sie Ross mehrmals, warum es zwischen ihm und Rachel nicht funktioniert. Deshalb ist es nur verständlich, dass sie Ross nun erneut drängt, endlich Klarschiff zu machen, bevor Rachel für immer fort ist.
Phoebe brauchte am Ende keine eigene Geschichte mehr, denn ihre Storyline hatte einen schönen Abschluss in Form eines Neuanfangs, als man Zeuge ihrer doch sehr romantisch chaotischen Hochzeit inmitten eines Blizzards wurde. Wir wissen durch vorangegangene Episoden, dass sie insgeheim von einem kleinen Haus in der Vorstadt und einer Familienkutsche träumt, mit dem sie die Kinder zum Sport fährt. Im Klartext eine Familienstruktur, die sie selbst nie erleben durfte. Und genau deshalb können wir davon ausgehen, dass Phoebes Zukunft wenigstens zum Teil ähnlich aussehen wird.
Ich persönlich mag den Charakter von Phoebe. Sie ist stets brutal ehrlich zu ihren Freunden und zeigt ihnen ihr Verhalten deutlich auf – auch wenn sie oft ein bisschen gemein oder schnippisch rüberkommen kann. Dass sie auch im Finale einen Part übernimmt, der ihre Freunde auf den rechten Weg führen soll, zeigt klar, wie sie in der Gruppe wahrgenommen wird. Als diejenige, die ihnen die unangenehmen Dinge des Lebens aufzeigt. Sie sagt zu Ross: Geh, oder du verlierst sie! Sei mutig oder du bereust es. Am Ende hat sie selbst einen großen Schritt in ihrem Leben gemacht und bereut es nicht, nun mit Mike eine eigene Familie gründen zu können.
Phoebes Finale ist ein gutes Ende und es gibt Hoffnung, dass der Charakter in der Serienrealität eine wunderbare Zukunft vor sich hat. Vielleicht eine, die nicht immer einfach ist, aber eine, die sie meistern wird. Denn mal ehrlich, Mike ist der perfekte Mann für sie. Er versteht ihre Verrücktheit, spielt ihr Spiel mit, ist aber auf der gleichen Augenhöhe wie sie und beide zeigen einander ihre Grenzen auf. Ich war mit Phoebe sehr zufrieden, auch wenn ihre Rolle in dieser Folge nicht übermäßig viel mit einer eigenen Geschichte vertreten war.

Monica und Chandler

Wer hätte am Anfang der Serie einmal geglaubt, dass Monica und Chandler das Vorzeigepaar der Serie wird? Die Macher sicher nicht, denn ursprünglich war diese Paarung nicht geplant. Zum Glück haben sie jedoch am berühmten Go with the Flow orientiert, die beiden Figuren sich austesten lassen … und gemerkt, wie perfekt sie zueinander passen.
Ich möchte nicht wirklich auf ihre ganze Hintergrundgeschichte eingehen, denn darum geht es hier nicht. Lieber spulen wir bis zum Ende vor.
Nachdem Monica und Chandler keine eigenen Kinder bekommen konnten, beschlossen sie eins zu adoptieren. Erica, ein doch eher schlichtes Mädchen suchte sie nach einem eher chaotischen Zufall als ihre Adoptiveltern aus, was Mondler an ihr Ziel brachte, endlich Eltern sein zu dürfen.
Gerade für Monica, deren Traum es seit frühster Kindheit war, Ehefrau und Mutter zu sein und deshalb sogar ihre Beziehung mit Richard löste, ist das der Hauptgewinn. Es ist schön, dass die Macher Monica diesen Wunsch erfüllt haben. Sie liebt es, Menschen zu bemuttern – und dass am Ende Zwillinge dabei herauskommen, ist die Kirsche auf dem Eisbecher.
Auch für Chandler, der mit Monica endlich seine eigene eher schwierige Kindheit überwinden konnte, kann (nachdem er sich so lange um Joey kümmerte) endlich zeigen, was in ihm steckt und das er ein Familienmensch ist. Chandler leidet unter einer Menge Unsicherheit, doch kann man sagen, dass er stets zu seinen Freunden steht und ein fabelhafter Vater sein wird. Neben den Kindern hat er auch endlich einen Job gefunden, den er liebt und da beide nach dem Serienfinale in die Vorstadt ziehen, kann man bei ihrer Familie schon beinahe von einem bilderbuchartigem Ende sprechen. Could he BE more happy?
Sowohl Monica als auch Chandler haben den Jackpot gewonnen. Für ihre Charaktere ist das Ende voller Zuversicht und man merkt als Zuschauer deutlich, wie froh man für die beiden ist. Beide sind glücklich und sehen der Zukunft freudig entgegen.
Im Finale haben die beiden neben Ross und Rachel eine der Hauptgeschichten gespielt, und ich muss sagen, der Einsatz hat sich gelohnt. Mir gefiel die Storyline, denn sie beendete eine lange Reise voller Wünsche, die vorher oft zu Herzschmerz führte, positiv. Es ist das, was beide Charaktere sich im Laufe der Serie gewünscht haben.

Ross und Rachel

Ich weiß, ich weiß … Wenn man in einem Fandom ist, dann kriegt man unweigerlich eine Menge Meinungen zu Themen wie z.B. Liebeskarussells mit. Ross ist keinesfalls der beliebteste Charaktere in der Friends – Welt, dies zeigt sich rasch, wenn man hin und wieder die Kommentarsektion besucht.
Um Ross‘ Beliebtheit geht es hier aber nicht. Ich beschäftige mich mit der Frage, ob die Geschichten der Hauptcharaktere zum Ende abgerundet wirkten. Und meiner Meinung nach passierte das bei Ross und Rachel.
Denn unweigerlich haben gerade die beiden die gesamte Serie lang Höhen und Tiefen erlebt, wie kaum andere Charaktere. Die Figuren wurden stets mit großer Sorgfalt behandelt und regelmäßig mit interessanten Themen bespielt. Und genau das spiegelt ihre Endgeschichte wider. Anders als bei Monica und Chandler, die zwar auch Dispute miteinander hatten aber sich doch durch alles durchkämpften, gaben Rachel und Ross oft zu schnell auf. Das führte zwar zu interessanten Storylines, aber auch zu jeder Menge Drama. Man merkte, dass sie nie voneinander loskamen, dennoch schafften sie es selten, über eine längere Zeit zusammenzubleiben, nachdem Ross‘ Eifersucht sie in der 3. Staffel zum ersten Mal trennte (Hatten sie denn nun eine Beziehungspause oder nicht?).
Nichtsdestotrotz lese ich immer wieder, dass sich Leute beschweren, Ross hätte Rachel von ihrem Traum aufgehalten, nach Paris zu ziehen. Stimmt das?
Nun, ich sehe es so, in 10 Jahren Friends redete Rachael zwar oft von ihrem Traum, in der Modebranche groß rauszukommen, aber um ehrlich zu sein, hatte sie nie wirklich die größten Ambitionen im Ausland zu arbeiten. Jedenfalls kam dieser Wunsch niemals wirklich deutlich zum Vorschein. Sicher, in einer Sitcom wäre so etwas unmöglich, da der Charakter sonst aus der Serie fiele, allerdings gab es nie Folgen, wo sie eine Auswanderung thematisierte. Nicht, wie z.B. Onkel Jesse in Full House, der andauernd davon sprach auf Tour zu gehen oder ein großer Musikstar zu werden.  Er hat es sogar bis Japan geschafft.

Tatsächlich hegte Rachel im Grunde bis zum Ende Zweifel, ob sie diesen Schritt wagen sollte. Sie freute sich zwar auf einen Neuanfang aber so wirklich habe ich es ihr nicht abgekauft. Von Anfang an war mir eigentlich klar, dass sie nicht fahren wird. Ich finde, Jennifer Aniston spielte die Figur , als sei Rachel innerlich zerrissen, ob dies wirklich die richtige Entscheidung sei. Auch, weil eine so große Veränderung natürlich auch Emmas Leben nachträglich beeinflusst. Seien wir ehrlich, Rachel entscheidet als Mutter nicht nur für sich selbst, auch für ihre Tochter Emma. Man kann Ross meiner Meinung nach nicht unbedingt puren Egoismus vorwerfen, schließlich ist Emma auch seine Tochter. Sie regelmäßig sehen zu wollen, finde ich nachvollziehbar. Nicht umsonst treffen sich Paare oft vor Gericht, wenn es um die Frage geht, wohin der Elternteil umziehen möchte, der die Kinder großzieht. Ross hat hier von vornherein gesagt, dass es für ihn okay wäre, wenn Emma den Kontinent wechselt. Was erstaunlich ist, da er mit Sicherheit nicht genug Geld hat, um jedes Wochenende mal eben nach Paris zu fliegen, um sie zu sehen. Klar, Geld spielt bei Sitcoms meist nur eine untergeordnete Rolle, aber ganz außer Acht lassen kann man es nicht. Und man darf ebenso nicht vergessen, dass er damals wegen Ben unbedingt in New York bleiben wollte, als es darum ging, zu Emily nach London zu ziehen. Aber das ist ein anderes Thema – auch weil die Serie da natürlich noch nicht vorbei war und man Ross‘ Charakter brauchte.
Genau wie man es in Hollywood erwartet, erkennt Rachel am Ende doch, wie sehr ihr an Ross liegt und dass sie nicht fliegen möchte. Gerade, als Ross alles verloren glaubte, kehrt sie zurück. Und damit schließt sich das Kapitel Ross und Rachel mit einem Happyend.
Okay, vorne weg: Ich finde, ihre eilige Zusammenkunft ist genau das – übereilt. In Staffel 10 gibt es 18 Episoden und nur wenige Folgen zuvor drehte sich noch alles um Rachel/Joey und Ross/Charlie. Sicher, Ross hatte von Anfang an Probleme mit Joey und Rachel. Dennoch habe ich nicht das Gefühl vermittelt bekommen, dass dies von einer heimlichen Liebelei kommt, sondern eher, weil Ross grundsätzlich Probleme damit hatte, dass sein bester Freund seine Exfreundin und die Mutter seiner Tochter datet. Ich glaube kaum, dass – wäre eine 11 Staffel erschienen – Ross und Rachel am Ende der 10. Staffel ein Paar geworden wären. Dass Mondler Eltern werden oder Phoebe heiratet, das war die logische Schlussfolgerung vorangegangener Geschichten. Der Babywunsch von Monica und Chandler beschäftigte sie seit Ende der 8. Staffel und war ein großer Faktor in Staffel 9 und 10. Auch Phoebes Beziehung zu Mike verfolgte man seit Staffel 9. Klar, das Auf und Ab bei Ross und Rachel kannten wir Zuschauer seit Folge 1. Trotzdem merkte man, dass die Geschichte künstlich beschleunigt wurde.
Natürlich kann es viele Gründe für die Eile geben. Die Staffel war deutlich kürzer als die vorangegangenen und deshalb mussten erst die Cliffhanger von Staffel 9 aufgearbeitet werden. Nichtsdestotrotz wirkt das Ende der beiden gehetzt. Natürlich liegt der Vorteil hierbei, dass man durch ihre sehr intensive Vorgeschichte mit der Eile durchkommt. Die beiden wirkten immer gehetzt, was ihre Beziehung angeht. Sie waren auch immer eng miteinander verbunden, nicht zuletzt durch Emma. Es überrascht also nicht, dass sie auch hier einen Zahn zulegen. Auch in Staffel 4 und 5 wo es um Emily und die Hochzeit ging oder in Staffel 6 mit der Annullierung der Vegas Ehe, waren die beiden immer sehr schnell von 0 auf 100 und wieder zurück auf 0.
Dass Ross und Rachel also wieder „plötzlich“ romantische Gefühle entwickeln, ist nicht ungewöhnlich und meist Thema jeder Staffel ab einem gewissen Punkt.
Dennoch wäre es schöner gewesen, hätte man die Geschichte etwas früher angefangen. An sich haben beide ein zufriedenstellendes Ende bekommen, denn sie sind endlich zusammen. Sicher, vielleicht wäre es ebenso interessant und konsequent gewesen, wenn Rachel auch beruflich den Schritt nach vorn gewagt hätte. Aber ich glaube im Jahr 2004, ergo zum Ende der Serie, hätte dieses Ende nicht wirklich gefallen. Damals wollte man Ross und Rachel um jeden Preis.
Das Finale der beiden Charaktere stimmt mich im Großen und Ganzen aber zufrieden. Ja, eventuell wäre eine etwas andere Ausgangslage wünschenswert gewesen. Vor allem weil es ein wenig so aussieht, als werfe Rachel ihre berufliche Karriere für einen Mann weg, von dem sie sich letztlich regelmäßig wieder trennt.
Aber wie gesagt, für die Erwartung an das 2004er Finale haben sie ein zufriedenes Ende erhalten, das zeigt, dass beiden eine gemeinsame Zukunft offensteht. Und vielleicht kommt Ross ja auch nach Paris mit? Schließlich könnte er ja auch einen englischen Studiengang an der Sorbonne unterrichten.
Auf jeden Fall hat mich ihre Geschichte bis zum Ende mitfiebern lassen. Die Story lieferte eine Menge lustiger Sitcom-Momente, viele traurige Szenen und auch eine gehörige Portion Spannung. Enttäuschung kam beim Sehen nicht für mich auf, weshalb ich es als gelungen betrachte.

Joey

Ach ja, das Sorgenkind.
Es gibt Gründe, warum ich mit Joey bis zu Schluss gewartet habe. Und sie alle haben mit meiner sehr großen Enttäuschung zu tun, die mit seinem Ende einhergeht.
Alles in Allem mag ich das Friends-Finale. Ich habe eine Menge Serien in meinem Leben gesehen und damit auch eine Vielzahl an Finalen. Friends gehörte da für mich zu den besseren Enden. Und doch … Joeys Abschied lässt mich mit einem faden Beigeschmack zurück.
Erst einmal: Ja, es gibt ein Spin-Off von Friends. Und in diesem Spin-Off geht es um Joey. Unser lieber Joseph zieht dabei nach L.A. und möchte als ernstgenommener Schauspieler durchstarten. Übersetzt heißt das, er beginnt einen Neuanfang, ist dabei sein Leben zu ändern. Obschon er die gesamte 10. Staffel unter den Veränderungen leidet. Hätte man diese innere Zerrissenheit ins Finale einbinden können? Joeys Frage, ob auch er einen Neuanfang benötigt? Vielleicht erste Gedanken, ob ein Umzug von Vorteil wäre?
Kurze Antwort: JA!
Hat man es getan?
Nein.
Ich weiß nicht, wann das Joey Spin-Off grünes Licht erhalten hat, dennoch muss man zum Zeitpunkt des Finales doch wenigstens mit dem Gedanken gespielt haben, Joeys Geschichte weiterzuspinnen. Und egal, ob man sich letztlich für ein Spin-Off entschieden hätte oder nicht, es bräche sich doch keiner einen Zacken ab, hätte man ihm wenigstens eine Zukunftsperspektive in Aussicht gestellt. Schön, dass er wieder ein Huhn und eine Ente pflegen durfte, aber mal ehrlich, was sollte das? Zumal die beiden Tiere damals nicht einfach nur sang- und klanglos von der Bildfläche verschwanden, sondern Joey anscheinend nicht einmal mitbekam, dass die beiden krank waren. Sonst hätte Chandler sie sicher nicht auf die „Farm“ gebracht.
Dabei gab es auch während der 10. Staffel eine Menge Möglichkeiten, Joeys Charakter voranzubringen.
Estelle, seine Agentin, starb nur wenige Folgen vorher. Man hätte das nutzen können, ihn mit einem neuen Agenten erfolgreicher schreiben können. Vielleicht ein Angebot aus L.A.? Hey, warum nicht, schließlich geht’s doch um einen Umzug nach Los Angeles in seinem neuen Spin-Off. Ebenso gut hätte Estelle ihm Geld vererben können.  Vielleicht wäre er damit mal nach Italien gefahren, hätte seine Wurzeln erkundet oder vielleicht sogar eine Pizzeria geerbt. Für das Spin-Off hätte man ja sagen können, sie sei pleite gegangen, falls dieses Figurenfinale die geplante Joey Serie irgendwie gefährdet hätte. Oder aber mit dieser Idee das Spin-Off aufbauen.
Natürlich gab es auch die Möglichkeit, ihm eine Frau an die Seite zu geben, die seine Seelenverwandte hätte sein können. Vielleicht in Form einer neuen Mitbewohnerin, jetzt, wo Rachel nach Paris wollte.
Mir fallen gerade eine Menge möglicher Storylines ein, umso trauriger, dass Joeys Figur so in den Hintergrund geriet. Vor allem, weil sie gerade mit ihm ein Spin-Off wollten. Der Charakter hätte demnach interessanter gemacht werden müssen, damit die Zuschauer sagen: Hey, von dem wollen wir mehr sehen!

Stattdessen bekommt Joes überhaupt nichts, außer ein paar Lacher, die erneut auf seine infantile Art abzielen. Man reduziert seinen Charakter , dabei ist er in der Serie ein angesehener Soap-Schauspieler. Und selbst wenn man hier hineingrätscht, so gab es die Möglichkeit, ihn sich fragen zu lassen, ob er beruflich in die richtige Richtung geht (und damit eine hübsche Brücke nach L.A. bauen können).
Von allen 6 Figuren ist Joey im Finale mit Abstand am wenigsten bespielt worden. Ich finde das traurig, weil es durchaus Chancen gab, ihn einzubinden. Phoebe hilft Ross … und Joey? Er malt ein Plakat. Und das ist nicht einmal schön, sondern er setzt sich in die Farbe wie ein 6-Jähriger. Inwiefern macht das Spaß auf ein Spin-Off?
Joeys Ende enttäuscht mich jedes Mal. Vor allem, weil es 18 Folgen lang die Möglichkeit gab, ihm einen passenden Abschluss zu offerieren. Genau wie bei Phoebe, die vielleicht im Finale keine eigene Geschichte hatte, aber trotzdem vorher zu einem vernünftigen Ende fand.

Fazit:

Wie bereits erwähnt, mag ich das Friends-Finale sehr. Beide Hauptgeschichten sind spannend, emotional und witzig. Ebenso gefallen mir bei 5 von 6 Charakteren ihre Endgeschichten – auch wenn eine Figurenentwicklung schon früher abgeschlossen wurde.
Sicher, es gibt ein paar Fragezeichen bei Ross und Rachel, aber seien wir positiv und sagen, Rachels möglicher Abschied war das Bisschen, was ihre Liebe brauchte, um endlich für immer zu halten.
Lediglich bei Joey wurde ich enttäuscht zurückgelassen, da selbst Gunther ein besseres Ende vorwies, Joey aber nur halbherzig behandelt wurde. Es gab weder auf beruflicher noch auf privater Ebene irgendeinen Lichtblick, nicht einmal einen Abschluss oder eine Idee, was er in Zukunft machen könnte. Dabei hätte eine einzelne kleine Szene, wo er einen wichtigen Anruf bekommt, schon viel ausgemacht. Man brauchte dazu nicht einmal eine richtige Storyline und vor allem benötigt ein Anruf kaum Zeit. In nicht einmal zwei Minuten hätte man einen Anruf mit möglichem Jobangebot in L.A. durchaus abdrehen können (im Finale gab es für ihn ohnehin nicht wirklich was zu tun, da hätte man auch das hineinschreiben können).
Nichtsdestotrotz habe ich bei allen Serienfinalen, die ich in meinem Leben sah, eins gelernt: Man kann nicht alles haben. 90% Zufriedenheit ist nicht schlecht. Qualitativ betrachtet gehört Friends zu den Besten. Und das nicht nur in ihrem Finale, sondern vor allem in ihrer gesamten Sendezeit. Mit dem Gedanken würde ich diesen Artikel abschließen.

Bis zum nächsten Mal!

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