Scream 6 – Meine ersten Vermutungen nach dem Trailer!

Hallo allerseits!

Endlich ist er da, der Scream 6 Trailer – oder, wie er auch unter Fans gern genannt wird: Ghostface takes Manhattan (als eine Hommage an die Freitag der 13. Reihe).

Und wie es so bei Scream üblich ist, habe auch ich meine Regeln, was das Franchise angeht. Nämlich, ich versuche möglichst spoilerfrei zu bleiben. Eine Ausnahme, denn sonst kann ich nicht genug Spoiler haben. Bei Scream gucke ich mir lediglich den Trailer an – und das war’s. Natürlich ist es in der heutigen Zeit so, dass Trailer oft genug selbst spoilern, weswegen ich den Trailer auch auf keinen Fall Frame bei Frame auseinandernehmen werde. Sonst entdecke ich hinterher noch zu viel 🙂

Dennoch, der Trailer hat mir so viel Vorfreude bereitet, dass mir einige Dinge aufgefallen sind, die ich unbedingt loswerden muss. Wie gesagt, es sind nur Vermutungen. Sie müssen nicht stimmen, können totaler Blödsinn sein und vielleicht sind einige von ihnen auch nur eine Art Wunschdenken, aber hier kommen sie.

Zu aller erst muss ich sagen, dass ich es toll finde, dass Kirby zurück ist. Gleichermaßen zeigt diese Rückkehr mir aber auch etwas ganz anderes. Nämlich, dass wir es hier mit einem Killer zu tun haben, der die Vergangenheit in die Gegenwart holt. Der Trailer zeigt nämlich nicht nur Kirby, sondern auch eine veraltet aussehende Maske und dazu einen Schrein, der allen Ghostfaces gewidmet zu sein scheint.

Was, also wenn Ghostface dieses Mal nicht hinter den Verwandten der ersten Ghostfaces her ist, wie in Teil 5, sondern hinter den restlichen Überlebenden? Zwar wissen wir, dass Neve Campbell nicht vorbeischauen wird, aber angefragt wurde sie, weshalb die Idee möglich erscheint. Hayden Panettiere und Courtney Cox sind auf jeden Fall zurück. Auch die Überlebenden aus dem 5. Teil sehen wir wieder. Wenn Ghostface also die Überlebenden töten will…wer kann hinter der Maske stecken? Ein Verwandter eines der anderen Opfer? Einige der neuen Charaktere sollen Familienmitglieder verstorbener Opfer sein. Daher wäre die Idee nicht weit hergeholt. Und falls ich mich nicht getäuscht habe, so haben wir auch nicht alle versprochenen neuen Charaktere im Trailer gesehen. Sehr verdächtig, oder?

Meine Vermutungen? Natürlich können es ein oder mehrere der Familienmitglieder sein. Aber wie gesagt, ich schaue nur ganz wenig Spoilerinfos bei Scream, daher weiß ich noch nicht, wer von den Neuen wie miteinander zusammenhängt. Also kann ich meine Ahnung hier nur auf sehr fragiles Terrain stellen. Allerdings muss ich sagen, fände ich es auf Dauer ein wenig vorhersehbar, wenn Ghostface immer wieder einer der Neuen wär, die ins Franchise eingeführt werden. Also gehen wir mal einen Schritt weiter und wagen wir uns in ein Territorium vor, was ein bisschen skandalöser ist.

Als aller erstes würde ich als mögliches Ghostface auf Kirby schließen. Ihr Motiv? Nun, Kirby war der Randy des 4. Teils. Ihr wurde ein erhebliches Horrorfilmwissen nachgesagt. Und was ist in Horrorfilmen immer der Fall? Wenn jemand überlebt, kommt der Mörder auf jeden Fall zurück. Wie könnte man also Ghostface stoppen? Genau, indem man dafür sorgt, dass es keine Überlebenden mehr gibt. Kirby könnte sich so sicher sein, dass der „Ghostface-Fluch“ gebrochen wäre. Und wer weiß, auch wenn Sidney nicht mehr mitmacht, so kann Kirbys Plan ja sein, nach New York auch Sidney einen Besuch abzustatten. Es wäre ein sehr überzeugender Twist, eine Überlebende zu Ghostface zu machen. Und tatsächlich glaubte ich im letzten Teil, bevor ich ins Kino ging, ähnliches. Da alle über Dewey sprachen, ging ich davon aus, dass er diesmal entweder Opfer oder Täter sei. Wie wir mittlerweile wissen, war er leider Letzteres.

Generell fände ich es dieses Mal besser, wenn es nicht die üblichen 2 Täter wären, sondern die Zahl ein wenig höher angesetzt wird. Vielleicht ist es in Teil 6 sogar so, dass im Laufe des Filmes schon einer der Mörder früher desmaskiert wird. Um ehrlich zu sein ist auch das einer meiner Wünsche damals rund um Deweys Ableben gewesen. Sein Tod wäre viel wirkungsvoller gewesen, hätte er als letzte Handlung wenigstens einen Ghostface enttarnt. Ich hoffe sehr, dass es in Scream 6 soweit ist, von der magischen 2 wegzukommen (und ja, ich weiß, was jetzt kommt. Roman war ein einzelner Killer, aber Scream 3 ist hier nicht gemeint. Ausnahmen bestätigen die Regeln).

Ein weiterer Punkt den ich interessant fände, wäre, wenn Sam von der guten Seite zur bösen wechselt. Versteht mich nicht falsch, ich mochte Sam gerne und fand die Leistung von Melissa Barrera wirklich gut. Ich kann bis heute nicht verstehen, warum so viele sie kritisierten. Doch hat mich die kurze Szene, die anscheinend eine Therapiesitzung war, stutzig gemacht. Sam sieht ihren toten Vater, also warum nicht eine Art Norman Bates aus ihr machen? Sie hält sich für Billy, wenn sie tötet. Das wäre eine ganz neue Richtung, die Scream einschlagen würde. Und dass sie fähig ist zu morden, wissen wir. Fragt Richie. Auch, dass sie das Messer abgewischt hat, und Ghostface dies im neuen Teil ebenfalls tut, könnte darauf hinweisen.

Aber nicht nur Sam hat das Potenzial zu Ghostface. Tara ist ebenso ein guter Kandidat. Schon in Teil 5 gab es hier und da einige Szenen, bei denen ich kurz gedacht habe, dass Tara sich gleich als Ghostface offenbart. Eine ähnliche kurze Sequenz konnte man auch im Trailer sehen. Und obwohl es ein toller Twist wäre, Tara als eine Art spät enttarnte Komplizin von Amber und Richie zu machen, so habe ich hier einige Zweifel. Ich finde die Anfangsszene im 5. Teil einfach zu gut gemacht, um zu glauben, dass sie komplett gespielt war. Wäre der Angriff im Off passiert wäre das etwas anderes. Der einzige Grund, den ich noch verstehen würde, wäre, wenn man ihren Angriff aus Gründen (evtl. Alibi) aufgezeichnet hätte, sodass er echt herüberkommen MUSSTE.

Doch nun zu meiner ultimativen Vermutung. Diese ist diskussionswürdig, so viel vorab. Vor allem aber, begann besagte Vermutung mit dem Schrein. Also, im Trailer sehen wir, dass ein Ghostface-Schrein mit allerhand Souvenirs gefunden wird. Wir entdecken so z.b. auch Stus Morgenmantel an einer Puppe. Der gute Stu. Der Charakter, der die Fans seit über 25 Jahren in zwei Gruppen unterteilt: Die „Stu lebt“ oder „Stu ist tot“ Gruppe.

Nun, es ist so, dass Kevin Williamson erst vor kurzem sagte, Stu sei tot (Scream: Kevin Williamson Confirms Matthew Lillard’s Stu Is Dead (collider.com)). Und doch, es gab und gibt bis heute die Gerüchte, dass es Gespräche darüber gab, Stu als eine Art Mastermind in Teil 3 zurückzuholen (Scream: A Deleted Scream 3 Role Reveals Stu Survived (screenrant.com)). Diese Idee wurde verworfen, weil das Studio Horrorfilme nach dem Columbine Attentat etwas handzahmer machen wollte, was die Brutalität anging. Ursprünglich sollte Stu aus dem Gefängnis eine Gruppe leiten, die dann als neue Ghostfaces agieren. Und genau das könnte jetzt in Teil 6 passieren. Ich weiß, auch ich bin eher der Meinung, das Stu durch den Fernseher getötet wurde. Zwar würde ich es lieben, wenn Matthew Lillard in irgendeiner Rolle zurückkäme, aber als Stu persönlich fände ich es etwas verwirrend. Denn mal ehrlich, diese Fernseher-Sache zu überleben, wäre wirklich sehr an den Haaren herbeigezogen. Meine Meinung darüber könnt ihr auch in meinem Artikel lesen, den ich im letzten Jahr schrieb (My Mom and Dad are gonna be so mad at me – Die Rückkher von Stu Macher – Möglich oder Quatsch). Zwar hat man (meine ich zumindest) niemals Stus Tod offen in dem Franchise zugegeben, dennoch…

Trotzdem, die gleichen Vibes die ich bekam, als ich das Intro zu Halloween Ends sah und wusste, wir werden es eher mit einem Film ohne Michael zu tun haben, habe ich erhalten, als ich den Trailer und den Schrein sah. Ich vermutete mittlerweile, dass man die Idee aus Teil 3 vielleicht aufgriff und nun eine Art Ghostface-Sekte hinter den neuen Morden stehen lässt. Und doch, für mich sollte als Mastermind nur jemand agieren, der in der Vergangenheit bereits mit Ghostface zu tun hatte. Meiner Meinung wäre das am überzeugstensten.

Dazu muss ich sagen, dass ich es hassen würde, wenn Stu trotz aller Widerstände zurückkäme und wir dann eines Showdowns mit Sidney beraubt werden würden. Nichts gegen Gale, aber sie hat kaum etwas mit Stu zu tun gehabt. Jedenfalls nicht so viel wie Dewey und Sid. Es war Tatum, Deweys Schwester, die Stu in Deweys Leben brachte. Und Sidney war mit ihm über Tatum und Billy befreundet. Zwar haben Gale und er eine Vergangenheit, allerdings käme ein Wiedersehen zwischen Sidney und Stu so viel stärker daher. Ich meine, wie viele Sätze haben Gale und Stu damals gewechselt?

Genau aus dem Grund fände ich es etwas schade, wenn wir Stu bekämen, aber keine Sidney (denn ich gehe nicht davon aus, dass Dewey ganz plötzlich doch noch quickfidel im Film erscheinen wird). Nur wenn die beiden in Teil 7 aufeinanderträfen, könnte ich mit dieser Sache Frieden schließen.

So oder so, ich bin wahnsinnig gespannt auf den sechsten Teil und kann es kaum erwarten, mir den Film anzusehen. Vor allem, weil ich bereits den fünften Teil sehr stark fand. So viel wie ich weiß, wird Scream voraussichtlich am 9. März in die deutschen Kinos kommen, also ist es nicht mehr lange hin.

Insofern, bis zum nächsten Mal…

Und für alle, die den Trailer noch nicht gesehen haben, hier gibt es die Möglichkeit:

Alle Angaben sind ohne Gewähr! Der Artikel spiegelt nur meine eigene Meinung wider!

„Halloween Ends“ – Eine kurze Review

Hallo allerseits,

da ich in diesem Monat bereits einige Artikel über das Halloween-Franchise schrieb, vor allem mit Bezug auf den neuen Film „Halloween Ends“ finde ich, passt eine kleine Review ganz gut.

Ich habe den Film einmal gesehen. Normalerweise schaue ich immer mindestens zweimal einen Film, um mir eine richtige Meinung zu bilden, deshalb werde ich hier nur einen ersten Eindruck schildern. Achtung: Spoiler Alarm!

Ich wusste bereits durch Spoiler-Seiten, dass der Film anders werden würde, als seine Vorgänger, weshalb mich die Corey- Cunningham-Geschichte nicht unbedingt überrascht hat – auch nicht, wie viel Platz sie im neuen Film einnehmen wird. Schon das Intro erinnerte mich vom Stil her sehr an Halloween 3 (also den Part ohne Michael Myers). Mein erster Gedanke war daher, dass wir hier vielleicht ein Halloween 3 serviert bekommen. Ergo, dass wir hier den ersten Film eines neuen Versuchs der Halloween Anthologie (Stichpunkt: Halloween Universum) sehen könnten und nur wenig Michael Myers. Wenn ich mir das Ende so ansehe, erhärtet sich meine Vermutung.

An sich fand ich die neue Ausrichtung nicht schlecht, doch für den offiziell letzten Laurie Strode/Michael Myers -Film hätte ich mir am Ende doch mehr Interaktion zwischen beiden gewünscht. Vor allem Coreys Ende fand ich übereilt und ein wenig enttäuschend, da er so eine große Rolle im Film einnahm und dann mehr oder weniger schnell abgehandelt wurde. Ich hätte mir tatsächlich ein wenig mehr „Halloween Ends“ in „Halloween Kills“ gewünscht und etwas mehr „Kills“ in „Ends“. In „Halloween Kills“ war der größte Fehler für mich, dass sie den Film direkt an die Ereignisse des ersten Films knüpften und dieser Film alle „Fehler“ des ersten Films offen ansprechen und klären musste. Hätten sie „Kills“ stattdessen 1 Jahr später angesetzt und dann einen Copy Cat Killer geholt, dessen Identität Laurie  aufdeckt, während man sich in „Ends“ mehr auf die Stadt vs. Michael konzentriert hätte, so wären die Geschichten im Grunde gleich gewesen, nur ein wenig balancierter aufgeteilt. Auch die Cameos der Originaldarsteller, wären so etwas stärker herausgestochen – vor allem Lindsey, die doch etwas wenig im dritten Teil zu sehen ist (bei Frank Hawkins ist es meiner Meinung nach ähnlich).

Was ich an „Ends“ mochte, waren die kleinen Hommagen an Carpenters Original. Ganz besonders am Ende. Die letzten Szenenbilder von Lauries Haus, erinnerten stark ans 78’er Ende, nur dass diesmal Helligkeit anstatt Dunkelheit das Haus durchflutet. Auch Blue Öyster Cults „(Don’t Fear) The Reaper“ passte perfekt zum Abspann (wir erinnern uns, das Lied wird auch im Original gespielt). Wie schon oben erwähnt, erwartete ich bereits die Corey-Storyline. Wirklich begeistert war ich darüber zunächst nicht, deshalb überraschte es mich, wie sehr sie mir am Ende dann doch gefiel und dass ich gerne etwas mehr davon gesehen hätte (wie gesagt, diese Geschichte hätte in „Kills“ wirklich aufblühen können). Ich mochte ebenso Lauries neues Ich und auch wenn ich die „Beziehung“ zwischen Corey und Allyson etwas zu gehetzt empfunden habe, so gefiel es mir, wie beide Darsteller sie spielten. Generell mag ich die Rolle der Allyson, ich finde sie könnte in Folgefilmen gerne mehr zu sehen sein. „Ends“ war ein Slasher mit einer echten „Geschichte“, was den Film meiner Meinung nach aufgewertet hat.

Fazit

Der Film hat mir an und für sich gut gefallen, jedoch muss ich auch sagen, dass ich mir die Storyline eher in „Kills“ anstatt „Ends“ gewünscht hätte, weil ich mir ein episches Finale zwischen Laurie und Michael erhoffte. Nichtsdestotrotz habe ich nach dem Schauen des Films das Gefühl, dass wir nun endlich vor einem „Halloween-Franchise-Universum“ stehen und vielleicht bald mehr Filme aus der Richtung erwarten können. Wir dürfen gespannt sein, denn was die Grundthematik angeht, hat es mir Lust auf weitere Filme gemacht.

Insofern, bis zum nächsten Mal!


Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel spiegelt lediglich meine Meinung wider.

Halloween H20 vs. Halloween 2018 – Mein Vergleich

Hallo allerseits,

in wenigen Tagen kommt der letzte Teil der „neuen“ Halloween Trilogie „Halloween Ends“ heraus. Und ich freue mich auf den Film seitdem ich 2018 den ersten gesehen und gehört habe, dass man eine Trilogie plant. Daher dachte ich mir, dass es eine gute Idee wäre, einen Artikel über eins meiner Lieblingshorrorfranchises zu schreiben.  Und bei einem Franchise, was bekanntermaßen aus verschiedenen Timelines besteht, ist ein Vergleich zwischen zwei Teilen naheliegend.

Es gibt eine Menge Halloween-Filme, doch für einen direkten Vergleich finde ich, dass sich Halloween H20 aus dem Jahr 1998 und Halloween 2018 am besten eignen. In beiden Teilen spielt Jamie Lee Curtis Laurie Strode, die mit den Ereignissen von 1978 mehr oder weniger abschließen möchte, bzw. versucht, Michael Myers ein für alle Mal zu besiegen. Eins vorweg, beide Filme haben mir sehr gefallen, auch weil sie etwas Spezielles an sich haben. Und doch gibt es Dinge, die der eine Film besser machte als der andere.

Für alle, die das Franchise nicht kennen eine kleine Info: Die Halloweenfilme sind in verschiedene Timelines aufgebaut. Für diese Teile gilt: Die Ereignisse in Halloween H20 sind in der Timeline von 2018 nie passiert. In der Halloween H20 Timeline sprechen wir von „Halloween- Die Nacht des Grauens“, „Halloween 2“, „Halloween H20“ und „Halloween Resurrection“. Die Timeline von 2018 umfasst „Halloween-Die Nacht des Grauens“, „Halloween 2018“; „Halloween Kills“ und „Halloween Ends“.

Wer mehr über die Halloween Timelines wissen will: In diesem Artikel erkläre ich, welcher Film zur welcher Timeline gehört.

Wenn ihr den Plot noch nicht kennt, hier gibt es einen Link zu den offiziellen Seiten beider Filme:

Halloween 2018:

Universal Pictures Germany

Halloween H20:

Halloween: H20 – 20 Jahre später (paramount.de)

Also, fangen wir an. Übrigens: Zum besseren Verständnis werde ich Halloween H20 hauptsächlich H20 nennen und Halloween 2018 nur 2018.

Die maske

Na gut, ich denke, das ist ein Thema, wo hoffentlich viele auf meiner Seite sind. Michael Myers Maske ist im 2018er Film ist

Copyright: Halloween (2018), Universal Pictures Germany

meiner Meinung nach um Längen besser, als in H20. Sie ist viel mehr am Original orientiert und man bekommt das Gefühl vermittelt, dass es sich tatsächlich um Michaels in die Jahre gekommene Halloweenmaske aus dem Originalfilm handelt. Wohingegen mir die Maske(n) in H20 viel weniger gefallen. Man kann selbst als Laie sehen, dass es verschiedene Masken sind, die in dem Film benutzt werden. Eine von ihnen ist sogar CGI, was die Sache aber nicht besser macht. In jedem Halloweenfilm  ist die Maske ein Thema, dennoch finde ich, hat 2018 ganz klar die Nase vorn, einfach, weil sie wirklich aussieht, wie die von 1978.

Der Charakter Laurie Strode

Lauries Charakter ähnelt sich in den beiden Filmen an vielen Stellen- und doch, an anderen Stellen könnten sie nicht unterschiedlicher sein.

In Halloween H20 ist Laurie Strode Michael Meyers Schwester. Michaels Motiv ist klar, er will seine gesamte Familie töten. Genau aus diesem Grund ist Laurie vor Michael auf der Flucht. Sie hat sich für Tod erklären lassen und eine neue Identität angenommen. Dazu arbeitet sie in einer Privatschule mit hohen Sicherheitsvorkehrungen und hat mehr oder minder mit den traumatischen Erlebnissen aus Halloween 1 und 2 zu kämpfen. Sie hat weiterhin das Gefühl, Michael überall zu sehen, dazu ist sie alkoholabhängig, versucht ihren Sohn John aber so gut wie es geht zu beschützen, hauptsächlich aus Angst, Michael könne zurückkommen.  Sie ist Direktorin an derselben Schule auf die auch ihr Sohn geht. Und es sieht für mich so aus, als wohnen sie auch auf dem sicheren Campus, von dem sie John am liebsten niemals ziehen lassen würde.

Laurie kämpft  gegen Michael wie eine Löwin- sowohl für ihren Sohn wie auch für sich selbst und ihre mentale Gesundheit. Sie ist bereit, das Kapitel für immer zu schließen und sollte sie sterben, Michael mitzunehmen. Natürlich leidet Laurie immer noch unter den Geschehnissen der Vergangenheit. Und ich finde, ihre Probleme mit Alkohol zeigen deutlich ihren Leidensweg, der verständlich nachvollzogen wurde. In H20 wird meiner Meinung nach eine realistische Laurie Strode porträtiert. Sie flüchtet vor ihren Dämonen und gleichzeitig versucht sie, sich ein einigermaßen gutes Leben aufzubauen. Ich finde, ihr Charakter kommt sympathisch wie verletzlich herüber. Sie hat Ecken und Kanten, doch es sind diese Facetten, die Protagonisten interessant machen.

In 2018 hingegen sprechen wir von einem zentralen Unterschied. Michael ist hier nicht Lauries Bruder, sondern ein „einfacher“ Serienkiller, der vor 40 Jahren auf die Jagd ging und sich eher zufällig seine Opfer aussuchte. Laurie Strode ist in diesem Teil ebenfalls tief traumatisiert von den Ereignissen. Obwohl Michael keinerlei Verbindung zu ihr hatte und ebenso seit 40 Jahren eingesperrt ist, hat Laurie die Ereignisse in der Halloweennacht 1978 nie überwunden und sich  ein Fort Knox in ihrem Garten gebaut. Ihre Versessenheit nach Survivaltrainings  kostete sie sogar das Sorgerecht für ihrer Tochter Karen. Genau  wie in H20 ist sie eine Alkoholikerin. Ähnlich wie in H20 versuchte sie ihre Tochter mit allen Mitteln sicher aufwachsen zu sehen. Nur anstatt mit falschem Namen in einer Privatschule zu unterrichten,  wurde Laurie hier zu einer Art Survivallehrerin, die die Beziehung mit ihrer Tochter damit nachhaltig zerstörte. Natürlich bleibt so eine Erfahrung nicht ohne Spuren, aber ich finde dennoch, dass Lauries Charakter in 2018 ein wenig zu extrem verfasst wurde. Zumal ich wirklich glaube, dass Michael sich nicht so wirklich an sie zu erinnern scheint. In Halloween 2, H20 und Resurrection zeigt sich deutlich, dass Michael sie niemals in Ruhe lassen wird, bis sie tot ist. Doch dieses Motiv fällt bei 2018 nun mal weg. Es ist eher Dr. Sartain, der Michael zu Laurie führt, Sartain, der besessen von der Sache ist, Michael und sie zusammenzubringen.  Zwar finde ich, dass es eine gute Idee war, von der Schwestergeschichte Abstand zu nehmen, dennoch glaube ich, wurde so die sichere Verbindung zwischen Michael und Laurie gekappt und man hatte keine wirkliche Möglichkeit, sie wieder schnell genug zu verbinden. Mir kam es oft so vor, als würde man Laurie einfach etwas planlos durch die Gegend laufen lassen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man sie irgendwie von Anfang an gegeneinander ausgespielt hätte, z.B. dadurch, dass Michael sich von sich aus an ihr rächen wollte, weil sie sich vielleicht für seine Verlegung in eine härtere Anstalt eingesetzt hätte.

Vergleicht man Lauries Charakter in beiden Filmen, so finde ich ihre Darstellung in H20 ein wenig besser und nachvollziehbarer als in 2018. Ihr Leidensweg ist logisch nachvollzogen und ich liebe es, wie sie es schafft, sich am Ende gegen Michael zu stellen. Nichtsdestotrotz finde ich, dass es massig Potenzial für Laurie in 2018 gibt. Wir bekommen eine ganz neue Seite gezeigt, eine echte 180 Grad Wendung, wenn man sich an das eher schüchterne Mädchen von 1978 erinnert. Tatsächlich finde ich, dass beide Lauries eine interessante Sichtweise bieten, wie sich ein Mensch aus einer so traumatischen Erfahrung entwickeln kann. Denn man darf nicht vergessen, dass wir es hier immer noch mit derselben Person und derselben Ausgangslage zu tun haben. Ich bin übrigens auch ein großer Fan ihrer großmütterlichen Beziehung zu Allyson in 2018. Ich finde beide  Schauspielerinnen haben eine tolle Chemie miteinander und ich bin sehr gespannt wie sie in „Halloween Ends“ gemeinsam gegen Michael kämpfen.

Die Plots – Gutes wie Schlechtes

Ich muss ganz klar sagen, dass mir viele Dinge an Halloween H20 gefallen. Ganz oben ist die Darstellerauswahl. Ich muss nicht viel über Jamie Lee Curtis schreiben, denn sie ist einsame Klasse. In H20 gefielen mir aber die jugendlichen Darsteller ebenso gut. Vergessen dürfen wir auch nicht Janet Leigh, die mit ihrer Tochter (Jamie Lee Curtis) zusammen vor die Kamera tritt und man sich über ein paar „Psycho“ Anspielungen erfreuen kann. Nebenbei mochte ich die Anfangssequenz sehr und das nicht nur, weil wir auch hier eine alte Bekannte treffen. Das Intro finde ich bis heute noch mit am besten. Die Schlittschuh-Sequenz war eine der Szenen, die mir damals am längsten im Gedächtnis blieben. Aber auch das Ende lässt nicht zu wünschen übrig. Mir gefällt, wie sich Laurie hier nicht auf das Schicksal verlässt, sondern sich ganz sicher sein will, dass Michael für immer tot ist. Ich mag die Laurie in dem Film sehr gern, denn sie ist aktiv an der Problemlösung beteiligt. Sie stellt sich ihrer Angst und sie macht jedem klar, dass es hier um Michael und sie geht. Der Film ist linear aufgebaut und man wird nicht verwirrt, auch kommen keine plötzlichen Twists. Ich mag diesen Vorgang, weil ich bei Filmen dieser Art nicht viel nachdenken, sondern mich einfach berieseln lassen möchte.

Aber was gab es für Probleme bei H20? Tatsächlich finde ich nicht viele, trotzdem werden die für mich immer mehr zum Problem, je öfter ich den Film sehe. Erst einmal muss klar sein, dass es H20 nur gibt, weil der Erfolg von Scream eine wahre Teenage-Slasher-Manie auslöste. Natürlich wollte dieses Franchise auch auf den Zug aufspringen, zumal wir ja alle wissen, dass Michael Myers und Laurie Strode in Scream 1 ebenfalls zu sehen sind – wofür sie sich in H20 bedanken. Und doch, man wollte zahm mit den Gewaltszenen bleiben, weshalb man bei H20 ein deutlich abgespeckteres Programm erwarten darf. Etwas, was schwierig sein kann, da das Franchise sonst nicht mit harten Szenen geizt und Fans das natürlich weiterhin erwarten. Auch hier die Erinnerung, dass der Film bereits 1998 mit FSK 16 herauskam, das ist in keiner Weise vergleichbar mit dem heutigen FSK 16, den der 2018er-Film (in Deutschland) bekam. Heute lässt man deutlich mehr durchgehen und bei einem Vergleich sieht man das sofort. Ebenso erkennt man auch, dass die Geschichte sehr an Scream erinnert – was nicht schlecht sein muss, aber Halloween ist nun mal nicht Scream. Ich persönlich fand es nicht so schlimm, aber wie gesagt, da das Original-Halloween vom Stil ein wenig anders ist, kann es dazu führen, dass man sich heute vielleicht nicht so sehr mit dem Film von 1998 identifiziert. H20 spricht die 90er Jahre Teenager sehr direkt an und macht daraus keinen Hehl.

Und 2018? Nun, fangen wir mit den positiven Aspekten an. Im Großen und Ganzen ging ich damals sehr zufrieden aus dem Kino. Zuerst einmal: Genau wie in H20 fand ich die Darsteller einfach toll. Alle Charaktere waren überzeugend dargestellt und die Einführung des Charakter Allyson könnte meiner Meinung nach auch in den kommenden Filmen mitspielen, weil wir mittlerweile davon ausgehen können, dass Laurie Strode wohl nicht mehr wiederkommen wird – egal wie „Halloween Ends“ ausgeht (obwohl ich immer noch auf kurze Cameos hoffe). Allyson hätte (Stand: Halloween Kills, kommt natürlich an, wie „Ends“ aufgebaut ist) meinen Segen, einen dauerhaften Platz im Franchise zu ergattern und in weiteren Filmen mitzumachen (machen wir uns nichts vor, das Franchise wird zurückkommen, solange wie es Geld abwirft).

Dazu fand ich den Kürbis-Vorspann des Films sehr gut, denn es ehrte das Original und so etwas liebe ich. Der ganze Film war eine schöne Hommage an die 70er. Die Kleidung, die Kulisse und das Bild erinnerte alles an die End-70er, obwohl man z.B. durch Handys sehen kann, dass der Film in der Gegenwart spielt. Auch die neue Ausrichtung, Abstand von der Geschichte zu nehmen, Michael sei Lauries Schwester, gefiel mir, auch wenn es an der Ausführung noch etwas haperte. Laurie selbst kam oft etwas ziellos herüber, doch ich mochte es, wie sie für sich und ihre Familie buchstäblich durchs Feuer geht. Sie will Michael aufhalten und dafür opfert sie eine ganze Menge (Stichpunkt: Ihr gesamtes Hab und Gut und wenn man die jahrzehntelange Vorbereitung mit einbezieht, auch eine gesunde Beziehung zu ihrer Tochter). Michaels Ende war einfach großartig, und wie die Frauen am Ende zusammenarbeiten war toll.  Der Film war spannend bis zum Ende und auch wenn es einige Twists gab, die mir nicht so zusagten, so wurde ich die gesamte Zeit gut unterhalten.

Und trotzdem muss ich auf die Probleme zu sprechen kommen, die ich mit dem 2018er Film hatte. Sie sind nicht so gravierend, dass ich den Film deshalb weniger gut finde, ganz im Gegenteil, ich mag tatsächlich genauso gerne wie H20. Trotzdem stören sie mich. Zuerst einmal fragte ich mich, was der Sinn der beiden True-Crime-Blogger war. Anfangs nahm ich an, dass sie zum Hauptcast gehören sollten, doch bevor man sich versah, waren sie tot. Am Ende waren sie nur dazu da, dass Michael sich seine Maske von ihnen holte, dabei finde ich, hätte man die Geschichte durchaus noch vorantreiben können.

Auch die Sartain-Geschichte fand ich ein wenig zu blass. Ich habe mich gleich gefragt, was er eigentlich in dem Film vorhat. Ich vermutete bereits, dass er Loomis‘ Platz einnehmen sollte. Und ich nahm daher auch an, dass man vielleicht etwas mit ihm plante, was man von Loomis nicht kannte oder erwartete, um etwas Neues zu probieren. Dass er als Antagonist aufgebaut wurde, erwartete ich daher ein bisschen. Ich mochte die Idee zwar, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte ein wenig mehr in den Vordergrund gerückt wäre. Ich fand, zwischen Auflösung und Ende der Sartain Geschichte, war kaum Zeit, seine böse Ader zu genießen. Er war für die Michael-Laurie-Verbindung da und auch der Grund, warum Michael fliehen konnte. Er war demnach der wichtigste Strippenzieher. Deshalb fand ich ihn etwas unterrepräsentiert. Sartain einzubeziehen und ihn als Bindeglied zwischen Michael und Laurie zu nutzen war super. Doch hätte es meiner Meinung nach eine viel stärkeren Eindruck hinterlassen, hätte Sartain auch  irgendeine Verbindung zwischen Michael und Laurie gehabt (z.B. wenn er ihr gemeinsamer „Psychologe“ wäre). Oder hätte man seine böse Ader ein wenig früher herausgestellt, denn sein Ende kam mir ein wenig zu abrupt.

Ich habe schon viel über die passive Laurie geschrieben. Doch dieses Thema zu bewerten fiel mir am schwierigsten, vor allem wenn man die an die Handlungen der aktiv beteiligten Laurie aus H20 denkt. Die 2018er Laurie wirkte auf mich einfach ein wenig zu „krass“. Wäre Sartain nicht gewesen, wäre Myers nie geflohen und selbst wenn, dann wahrscheinlich nicht in Richtung Laurie. Sie hatte nicht bereit sein müssen, anders als in H20, wo sie wusste, dass Michael sie immer aufspüren würde – egal wo sie hinzöge. Genau aus diesem Grund wünschte ich mir, dass man die Geschichte ins Laufen gebracht hätte, indem man mehr Kontakt zwischen Michael und ihr zeigt. Z.B. indem Laurie aktiv daran beteiligt ist, dass Michael sicher verwahrt bleibt und das seinen Hass ihr gegenüber schürt. Oder indem ihre Geschichte schlicht und einfach gewesen wäre, unvorbereitet gegen Michael in den Kampf zu gehen und so zu zeigen, dass das Gute gegen das Böse siegt.

Unterm Strich finde ich, dass H20 eine bessere Verbindung schafft, Michael und Laurie zusammenzubringen. Dennoch muss ich 2018 ganz klar nach vorne bringen, was den Gore-Effekt betrifft und bei Horrorfilmen ist das nun mal ein großes Thema. Schauspieltechnisch finde ich beide Filme super. H20 spricht natürlich mehr die Teenies aus den 90ern an, während bei 2018 für jede Altersklasse was dabei ist.

Fazit

Ich mag beide Filme unheimlich und ich würde auch sagen, dass ich sie auf dieselbe Stufe stellen würde, nur halt in anderen Timelines. Jeder Film hat am Ende seine guten und schlechten Seiten. Während Halloween H20 doch sehr an seiner Jugendfreigabe ab 16 hängt, sich arg an Scream hält und daher doch etwas blutlos herüberkommt, hat 2018 das Problem, dass ich einige Storylines ein wenig zu schnell erzählt finde. Es war eine gute Entscheidung, in der neuen Timeline Michaels Wut auf die Familie herauszunehmen, da es einen frischen Wind ins Franchise bringt. Dennoch hat man auf der anderen Seite deshalb arge Probleme gehabt, Laurie in die Geschichte einzubinden, was in H20 besser lief. Nichtsdestotrotz schaue ich mir die Filme weiterhin zu Halloween an. Ich würde sagen, in beiden Filmen balancieren sich die schlechten und gute Momente aus, und ich denke, dass beide Timelines ihre Geschichte um Laurie gut erzählen. Empfehlen würde ich sie beide. Ich freue mich schon sehr auf „Halloween Ends“ der am 13. Oktober in Deutschland erscheinen soll. Ich werde auf jeden Fall ins Kino gehen und bin so gespannt zu sehen, wie diese Timeline endet.

Insofern, bis zum nächsten Mal…

 


Der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider, alle Angaben ohne Gewähr.

Ranking: Scream Openings

Pola Swanson; Made with Canva

Hallo allerseits!

Diese Woche wollte ich etwas neues ausprobieren. Eigentlich hatte ich überlegt, ein Episoden-Ranking zu machen, aber ich dachte mir, ich fange mit einem Film – oder besser gesagt, mit einem Filmfranchise an, auch da meine andere Idee mit Feiertagen zu tun hatte und das vielleicht noch etwas früh ist.

Heute geht es daher um die „Scream“ Openings. Anders ausgedrückt: Ich möchte die Anfangssequenzen in den bislang 5 erschienenen „Scream“-Filmen bewerten. Welches hat mir am besten gefallen? Bei welchem hätte man noch etwas nachbessern können? Finden wir es heraus und fangen wir an!

Platz 5

Scream 3

Ich habe lange zwischen zwei Openings hin und her gegrübelt und mich letzten Endes für diesen Film entschieden. Ich weiß, dass „Scream 3“ mit vielen Problemen zu kämpfen hatte. Während Kevin Williamson die ersten beide Teile schrieb, so schien man beim 3. Teil nicht auf einen grünen Pfad zu kommen und er schied dementsprechend aus dem Franchise aus. Dazu kam, dass Horrorfilme, durch den Schulamoklauf in Columbine, plötzlich mit anderen Augen gesehen wurden. Man gab den Gewaltdarstellungen in Film und TV die Mitschuld an der schrecklichen Tragödie, sodass man ein wenig weg von der Gewalt rücken wollte aus Angst, dass man sonst Ärger bekäme. „Scream 3“ ist deshalb deutlich komödiantischer angelegt als der Rest der Filme. Theoretisch sollte „Scream 3“ der letzte Teil eine Trilogie werden. Daher erklärt uns „Randy“ auch die Regeln einer Trilogie und nicht etwa die eines weiteren Sequels.  Aber wie es nun mal so in Hollywood ist, wird es erst ein Ende geben, wenn die Kinokassen nicht mehr klingeln.

Was die Opening-Sequenz betrifft, so muss ich sagen, gefiel sie mir am wenigsten – auch in Hinblick auf den Rest des Filmes. Wie im ersten Film, starten wir die Geschichte mit einem Anruf. Diesmal trifft es Cotton Weary. Wir kennen Cotton aus den ersten beiden Filmen und mir persönlich war er nie wirklich sympathisch, trotzdem gehörte er irgendwie zu dem Film dazu. Er ist mittlerweile ein gefeierter Fernsehstar und zunächst glaubt er, er würde mit einem Fan sprechen, der sich verwählt hätte. Zu spät wird ihm klar, dass Ghostface es auf ihn abgesehen hat. Dieser droht, seine Freundin umzubringen, sofern er ihm nicht Sidney Prescotts Aufenthaltsort verrät. Es kommt wie es kommen muss und Ghostface schafft es tatsächlich, Zugang zu Cottons Wohnung zu bekommen. Dort jagt er nicht nur Cottons Freundin durchs Haus und tötet sie, auch Cotton wird am Ende der Sequenz von Ghostface ermordet und scheidet damit aus der „Scream“ Welt aus.

Was mich an dem Opening störte, war gar nicht speziell das Opening an sich. Das Problem war, dass die Anfangssequenzen in Teil 1 und 2 einfach unbeschreiblich gut waren und ich mir vielleicht eine etwas andere Idee gewünscht hätte. Cotton ist ein TV-Star. Wäre es nicht cooler gewesen, wenn der Drohanruf Live im Fernsehen erschienen wäre? Das hätte gleich ein wenig mehr Spannung gebracht, vor allem, wenn niemand den Anruf ernst genommen hätte – außer Cotton. Auch der Voicechanger wäre hier besser eingesetzt gewesen, da Ghostface sich mit der Stimme von Cottons Freundin, Cotton selbst oder einem anderen bekannten Namen hätte schmücken können.

Die Spannung in den ersten beiden Filmen war dauerhaft vorhanden und man fieberte mit den Charakteren mit. Hier ging es mir nicht unbedingt so. Ich weiß, Cottons Tod sollte zeigen, dass in diesem Teil alles möglich ist – ähnlich wie bei Drew Barrymore. Ebenso sollte die Einführung des Voice Changers zeigen, dass jeder unserer liebgewonnenen Charaktere jetzt einen Anruf tätigen könnte – ergo haben wir keine Sicherheit mehr, was wir wem glauben und welcher Anruf nun echt ist.

Ich nehme an, die Nutzung des Voice Changers, in der Szene als man Cottons Freundin verwirrte, wer jetzt genau vor der Tür stand, sollte den Zuschauer  ebenso verwirren und glauben lassen, Cotton wäre vielleicht wirklich irgendwie involviert (er hätte das Telefonat z.B. aufzeichnen können um später ein Alibi zu haben).  Cotton war schließlich nie ein wirklich sympathischer Charakter, man konnte annehmen, dass er die Seiten wechselte, nur um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Und den „vermeintlich“ ersten Mörder in der Anfangssequenz zu zeigen, wäre etwas Neues gewesen, was ebenso neue Regeln ins Spiel brächte – was letzten Endes aber nicht getan wurde, denn Cotton ist unschuldig und wird – genau wie seine Freundin – ermordet.

So oder so ich würde den Opener im dritten Teil als mau bezeichnen.  Es kam für mich die komplette Zeit überhaupt keine wirkliche Spannung auf und im Grunde konnte man schon sehen, wohin die ganze Geschichte führte, als Cotton den Anruf bekam. Sein Tod tat mir zwar leid, schließlich begleiteten wir Cottons Geschichte bereits seit dem ersten Teil. Dennoch kann man das Opening auf keinen Fall mit den zwei vorherigen vergleichen.

Dazu finde ich den Voice Changer vielleicht nicht so schlimm wie der Rest der Fangemeinschaft, dennoch ist er unrealistisch und wird dafür aber auch nicht gut genug in Szene gesetzt.  Im Gegensatz zu den vorangegangenen Openings war ich etwas enttäuscht. Es hatte sich irgendwie nach einer Routine angefühlt, fast lustlos und nicht mehr nach etwas besonderem wie in den Teilen zuvor. Die Frustration, dass man den Film durch die äußeren Umstände nicht so gestalten konnte, wie man wollte, spürt man meines Erachtens durch die Kameralinse.

Platz 4

Scream 4

Ich sage es einfach mal klar heraus: Ich bin kein Fan von Scream 4. Vielleicht habe ich mich in den vergangenen Jahren etwas mehr mit dem Film angefreundet, trotzdem würde ich ihn immer noch auf den letzten Platz in meinem Gesamt-Ranking setzen. Sogar vor 3. Auch wenn 3 eine Menge Fehler hat, so ist der Film okay, wenn man ihn innerhalb der Trilogie sieht. Im vierten Teil hingegen gibt es viele Dinge, die ich nicht mag und über die ich nur schwer hinwegsehen kann. Ich möchte nicht direkt ins Detail gehen, weil der Beitrag sonst zu lang wird, aber vielleicht schreibe ich mal einen eigenen Artikel darüber. Fakt ist, der Film hatte es von Anfang an nicht leicht, es mit seinen Vorgängern aufzunehmen. Auch, weil die Ursprungsfilme als Trilogie geplant waren. Die Geschichte war „theoretisch“ abgedreht, sie hatte einen Anfang, Mitte und Schluss. Jetzt mit etwas Neuem zu kommen, ist immer kompliziert. Als eigenständiger Film fände ich ihn vielleicht gar nicht so schlecht, aber als Teil des „Scream“-Franchises gefällt er mir eben nicht wirklich.

Warum ich den viertel Teil bei diesem Thema nicht auf den letzten Platz setze, ist einfach: Für  „Scream 4“ hat man sich ein paar Gedanken gemacht und die Opening-Sequenz ein wenig kreativer gestaltet, als beim  Vorgänger. Glauben wir zunächst, einen ähnlichen Anfang wie in jedem Teil zu schauen – jemand kriegt einen Anruf und Ghostface kommt zum Jagdvergnügen –  so wird uns rasch verraten, dass die ersten Morde lediglich „Film in Film“ Sequenzen sind. Hier sollte uns weisgemacht werden, dass die Opener des fiktiven „Stab“ real sind, bis wir mit der Einblendung der Title Card eines besseren belehrt werden.

Die erste Szene gefiel mir sehr gut, doch auf die zweite hätte ich verzichten können. Die Szene allein fand ich bereits ein wenig schal, aber auch weil ich der Meinung war, dass ein Streich wirklich ausreichte und mir nach dem zweiten „Fake“ Opening schon ein wenig die Lust fehlte. Nichtsdestotrotz gefielen mir die beiden „Fake“ Sequenzen unterm Strich viel mehr, als das eigentliche Opening und das ist sehr schade.

In den ersten paar Szenen der „realen“ Sequenz fragt man sich nach zwei falschen Anfängen unweigerlich, ob dies nun tatsächlich das richtige Opening ist oder am Ende- ob es das auch war oder nun ein viertes nachgereicht wird. Durch die beiden Fake-Sequenzen hatte die Spannung bereits deutlich abgenommen. Deshalb war es für mich etwas schwer, die Szene dann auch richtig nachzuverfolgen, weil ich nicht unbedingt davon ausgehen konnte, es diesmal mit dem richtigen Anfang zu tun zu haben. Ich hatte schier die Lust daran verloren, jetzt schon wieder eine ähnliche Szene zum dritten mal zu sehen. Genau wie ich es mir in Teil 3  wünschte, hätte ich mir auch hier ein eher unerwartetes Opening gewünscht. Z. B. Ein radikaler Schnitt in der „realen“ Sequenz zu einer komplett anderen Location, als dem Filmeabend in einem netten Häuschen. Aber nein, wieder lief alles nach dem bekannten Schema, was man mittlerweile gewohnt war. Nebenher waren die Charaktere wenig erinnerungswürdig – ich erinnere mich tatsächlich mehr an die „Fake“ Charaktere als an die beiden „echten“ Mädchen. Was schade ist, gerade weil die Anfangssequenzen ein wichtiger Faktor im Franchise sind. Tatsächlich bleibt mir nach jedem Schauen der Anfang am wenigsten in Erinnerung. Und leider finde ich selbst den alternativen Anfang auf den DVD Extras deutlich besser, als den der offiziell ausgesucht wurde.

Eigentlich rettet die Opening Szene und damit auch die Platzierung nur die Tatsache, dass man am Anfang schön an der Nase herumgeführt wurde. Es war nett, ein wenig mehr über das „Stab“ Universum und seine Filme zu erfahren. Doch ohne die erste „Fake“ Sequenz wäre dieser Opener auf jeden Fall auf dem letzten Platz gelandet und tatsächlich denke ich beim schreiben auch immer noch darüber nach, ob ich beide Plätze nicht noch einmal umdrehen sollte.

Platz 3

Scream 5

Auch  wenn Scream 5 an seinem Anfang nicht besonders viel ändert – ein Mädchen kriegt einen Anruf von Ghostface und wird daraufhin mit dem Tode bedroht – gefiel mir das Opening des aktuellsten Films doch ganz gut. Erstens mochte ich die Hommage an den ersten Film. Tara wird als neue Casey Becker vorgestellt. Sie kriegt einen Anruf, bei dem sie zunächst glaubt, mit einem Bekannten ihrer Mutter zu sprechen. Sie fühlt sich sicher, glaubt, sie habe die Oberhand, bis sie merkt, dass Ghostface hinter dem Anruf steckt. Nachdem er droht, ihre beste Freundin zu töten, stimmt sie zu, eine Horrorfragerunde zum Thema „Stab“ zu machen, obwohl sie diese Art von Horrorfilm überhaupt nicht interessiert. Tara ist schlau, benutzt ihr Handy, um die Antworten zu erfahren und gewinnt ihr Runde. Ihre Freundin wird zwar in Ruhe gelassen, Tara selbst wird von Ghostface angegriffen.

Doch auch wenn der Zuschauer denkt, dass es nun Zeit ist, Lebewohl zu Tara zu sagen – überlebt sie den Angriff! Etwas vollkommen neues, in unserem allseits geliebten Franchise.

Mir gefiel der Charakter Tara von Anfang an. Ich finde, dass Jenna Ortega eine wahnsinnig gute Leistung abgegeben hat. Ich habe von Beginn an mit ihr gefiebert, habe ihr die Angst total abgekauft. Ich fand es gut, dass sie ihr Handy benutzt hat, um zu überleben und dass sie auch um ihr Leben gekämpft hat – und nicht wie es oftmals in den Openings ist, dass die Opfer mehr oder weniger einfach nur weglaufen oder sich umbringen lassen. Opener sind für solche Szenen da – dass wir den ersten Mord des Filmes sehen und Lust auf den Film kriegen. Und das hat der aktuellste Anfang auf jeden Fall.

Ich mag den Twist, dass Tara überlebt. Und vor allem mag ich, dass man die Rolle später ausgebaut hat. Tara ist nicht abgehauen und in eine andere Stadt gezogen, wie man es sonst vielleicht schreiben würde. Sie wurde als neuer Hauptcharakter eingeführt, obwohl ihre Screen-Zeit leider etwas knapp ausfiel – was aber auch einen verständlichen Hintergrund hat. Und doch, am Ende überzeugt sie mit ihrer Darstellung genau wie am Anfang.

Der Grund, warum ich den Film auf den 3. Platz setzte, ist, dass hier gleich am Anfang neue Regeln eingeführt wurden. Das Opfer überlebt, das ist zwangsweise eine Änderung der Horrorfilmregeln. Außerdem ist sie keine „Damsel in Distress“ sondern von Anfang an sehr darauf konzentriert, das richtige zu tun, obwohl Ghostface immer einen Schritt weiter zu sein scheint. Dazu mochte ich die Verweise auf Stab und die „wahren“ Hintergründe des „Stab“ Franchises. (Ich war sehr stolz auf mich, als ich im Kino alle Ghostface-Fragen dazu beantworten konnte :D) Der Film hat außerdem die moderne Technik von heute gut in die Anfangssequenz eingebaut – auch wenn wir in einigen Jahren wieder sagen werden, wie veraltet das ganze System ist. Am Ende wird natürlich klarer, wie der Mörder an die Passwörter kam, wodurch er so einfach über die Apps ins Haus gelangte. Aber es gefiel mir, dass sie keine Kontrolle mehr über das Sicherheitssystem hatte, denn das zeigt – genau wie im ersten Teil – dass man sich in einem Horrorfilm immer nur auf sich selbst verlassen kann. Das Opening hat mir ganz klar Lust auf den Film gemacht – anders als bei den zwei vorangegangenen Teilen.

Was jetzt fehlt, sind nur noch Teil 1 und 2. Und diese sind  … warte, es kommt gleich … legendär.

Platz 2

Scream 2

Der Opener von „Scream 2“ gehört zu meinen Lieblingsanfangssequenzen in Horrorfilmen. Er ist anders, als der aus dem Originalfilm und doch schafft er es genauso einprägsam wie der erste zu sein. Etwas, was ungewöhnlich bei Sequels ist und deshalb sofort zeigt, warum Wes Craven und Kevin Williamson ihre Arbeit verstehen.

„Scream“ spielt gerne mit Hommagen. Während wir im ersten Teil eine Hommage an „Das Grauen kommt um 10“ und „Black Christmas“ erkennen, würde ich schätzen, dass man im Opening des 2. Teils nicht nur einen Salut an William Castle und seine Karriere setzte (Castle war z.B. dafür bekannt, kleinere dem Publikum kleinere „Streiche“ bei seinen Filmpremieren zu spielen), sondern auch Filme wie z.B. „He knows you’re alone“ mit einer Hommage würdigt.

Wir befinden uns in einem Kino. Ein junges Pärchen (Maureen und Phil) möchte die Premiere des ersten „Stab“ Films schauen.  Natürlich wissen wir schon jetzt, sie werden den Film nicht lebend verlassen. Denn Ghostface bringt beide um, noch bevor der „Stab-Opener“ vorbei ist.

Maureens Tod ist hier ganz besonders herausstechend. Von Anfang an ist sie unzufrieden, sich einen Horrorfilm anzusehen und möchte lieber in eine romantische Komödie . Doch Phil überredet sie, „Stab“ eine Chance zu geben. Maureens Sorgen stellten sich als begründet heraus. Denn nachdem Phil auf der Männertoilette ermordet wird, zieht Ghostface seine Jacke an und setzt sich neben sie. Diese erkennt zu spät, dass ihr Sitznachbar nicht Phil ist, als sie Blut an seiner Jacke entdeckt. Sie kann nicht einmal mehr wirklich reagieren, da sticht Ghostface schon auf sie ein. Maureen kann sich bis zur Leinwand retten, wo sie ihren Verletzungen schließlich vor den schreckgeweiteten Augen aller Zuschauer erliegt.

In dieser Sequenz gibt es so viele gute Aspekte. Fangen wir mit dem Anfang an. Kinozuschauer von damals mussten sich einfach unwohl gefühlt haben, als sie selbst im dunklen Kino saßen und plötzlich mit ansahen, wie jemand im Kinosaal ermordet wurde, ohne dass dies überhaupt jemandem im Saal auffiel. Ich will nicht wissen, wie viele sich in dem Moment umgesehen haben, ob da auch ja kein Mörder neben ihnen sitzt. Es war eine tolle Entscheidung, die Sequenz im Kino zu spielen und unterstreicht wieder den „Meta“ Gedanken, des Franchises. Erneut will das Dreamteam um Wes Craven und Kevin Willamson uns aus der Reserve locken uns Angst machen, zeigen, dass wir nirgendwo sicher sind. Weder in unserem Zuhause, noch unter einer Vielzahl an Menschen.

Die gesamte Anfangssequenz zeigt Chaos. Maureen hatte nie eine wirkliche Chance, Ghostface zu entkommen. Das Kino war rappelvoll, die Leute aufgedreht und haben nichts mitbekommen, was um sie geschah oder es als unecht betrachtet. Das Kino verschenkte an alle Gäste Ghostface-Masken und Fake-Messer. Wer hätte demnach denken können, dass unter der Maske nicht Phil saß, der sich neben Maureen setzte? Er freute sich schließlich aus dem Film und fand das Merchandise von Anfang an witzig. Selbst bei der blutigen Jacke hätte jeder Fremde annehmen können, dass es Kunstblut sei. Erst als dem Publikum bewusst wurde, dass Maureen ihnen nichts vorspielte, sie wirklich starb, veränderten sie ihre Haltung, wirkten schockiert. Vorher hätte man es durchaus auch als Scherz sehen können. Jetzt wurde es blutiger ernst.

Und auch die letzte Sequenz, Maureen stirbt in dem Moment, wo die „Stab“ Title Card erscheint, ist ikonisch. „Ihr“ Kinofilm beginnt am Ende ihres Lebens – und „unser“ Kinofilm beginnt mit derselben Szene. Dazu mochte ich es, dass man eine „echte“ Szene aus „Stab“ sieht und man den vorherigen Film so revuepassieren konnte. Es ist eine schöne Hommage an seinen eigenen Film und ein ganz besonderer Fan Service, den viele Fans bis heute wertschätzen. Nebenbei gefiel es mir sehr, wie man den wahren Schrecken der Zuschauer erkennen konnte, in dem Moment wo aus Spaß ernst wurde. Obwohl wir hier bestimmt von Statisten reden und nicht von ausgebildeten Schauspielern, die im Kinosaal herumtollen, haben sie alle ihre Sache sehr gut gemacht und man nahm den Leuten ihre rasch wechselnden Emotionen ab. Aber es war vor allem Maureens Todesschrei, der einem wirklich zu Herzen ging. Ich hatte so gehofft, dass sie lebend entkommt.

Wie gesagt, ich liebe den Opener von „Scream 2“ weil er einfach so viele tolle Aspekte zusammenbringt. Man fiebert mit den Charakteren mit und ist frustriert, weil niemand Maureen helfen kann. Die Spannung ist konstant vorhanden, man hat immer das Gefühl, dass etwas passieren muss. Irgendwie fühlt man sich unbehaglich, weil man genau weiß, dass Ghostface unter den Leuten ist, aber mit seiner Tat durchkommen wird, weil man den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen wird. Dazu gibt es den „Meta-Fan-Service“ und die tollen Hommagen an andere Filme und Filmemacher. Qualitativ gesehen ist der Opener wirklich einsame Spitze. Es gehört nicht ohne Grund zu meinen Lieblingssequenzen des gesamten Franchises und des Horrorfilmgenres.

Dennoch kann ich ihn nicht auf Platz eins setzen. Denn dieser tolle Opener wäre niemals passiert, wenn es nicht das Original gäbe.

Platz 1

Scream!

Ich glaube nicht, dass diese Auswahl überraschend kommt. Ich persönlich würde behaupten, schon als der Film Premiere feierte, galt er sofort als Klassiker. Allein die Opening Sequenz von „Scream“ veränderte die Art und Weise, wie Horrorfilme in den nächsten Jahren dargestellt würden. Eine neue Teenage-Slasher-Epoche wurde mit dem Film in die Wege geleitet und beinahe jeder Horrorfilm baute in den nächsten Jahren auf dem „Scream“-Prinzip auf. Also ja, dieser Film – ob man ihn mag oder nicht – hat ein fast verlorenes Genre zurückgeholt und uns so auch viele tolle andere Filme beschert. Also halten wir einen Moment inne und seien wir dankbar dafür.

Es gibt eine Menge guter Aspekte in der berühmten Anfangssequenz, auf die wir blicken können. Zum Beispiel, dass man einen großen Hollywoodstar castet und ihn bereits in den ersten 15 Minuten umbringt. Das zeigt sofort: Alles ist Möglich, nehmt euch in Acht!

Wie wir mittlerweile wissen, sollte Drew Barrymore aka Casey Becker ursprünglich Sidney spielen. Doch Barrymore soll darauf bestanden haben, lieber in der Anfangssequenz ermordet zu werden, um die Zuschauer so zu schockieren. Denn niemand glaubte, dass es ein Film wagen würde, den größten Star sofort umzubringen. Barrymore hatte Recht, was ihre Vermutung anging. Alle glaubten, Casey sei sicher … bis sie es nicht mehr war. Und genau deshalb wurde ihr Auftritt so ikonisch.

Ich finde, die gesamte Anfangssequenz strotzt nur so vor Spannung. Sie baut langsam auf und explodiert gen Ende förmlich.  In den ersten Minuten glaubt man, sich noch in Sicherheit zu wiegen, doch je länger der Film dauert, umso spannender wird es. Ghostfaces Katz-und-Maus-Spiel macht den Film zu etwas besonderem. Casey befindet sich zuhause, in einer Kleinstadt, sie muss sicher sein, oder? Falschgedacht. Denn das Schrecken kann dich überall finden. Ghostfaces ständige Anrufe, die von einem lustigen Plausch zum reinen Schreckensakt werden, lässt uns immer mehr mit Casey mit fiebern, wir sind auf ihrer Seite und hoffen, dass sie sicher aus der Situation herauskommt, ihr jemand zur Hilfe eilt. Zunächst denkt sie das auch. Die allgegenwärtige Meinung, der Prinz könne die Maid in Nöten retten wird hier gleich auf die Probe gestellt, denn sie droht damit, dass ihr Freund Steve ihr helfen würde. Aber auch hier wird sie enttäuscht. Ghostface macht ihr klar: Sie muss es alleine schaffen, es gibt niemanden der ihr helfen kann. Stattdessen terrorisiert er sie mit weiteren Spielchen, versucht sie mit einem Quiz zu verwirren. Verspricht ihr, sollte sie die Antworten wissen, würde sie verschont. Und auch wenn es bis dahin noch Leute gab, die bezweifelten, dass Ghostface gefährlich sei, letzten Endes werden mit dem Mord an Steve alle Zweifel ausgeräumt. Der Mörder is kein Clown , der ihr Angst machen will, er meint es todernst.

Vor allem mit dem Horrorfilmquiz wird schnell aufgezeigt, was das Franchise seitdem ausmacht: Wer etwas von Horrorfilmen versteht, der hat die größten Überlebenschancen. Und doch, die erste Regel solcher Filme lautet eigentlich immer: Auf das Wort des Mörders ist nie Verlass. Das muss auch Casey erfahren, als Ghostface eine fast unlösbare Frage stellt: Vor welcher Türe stehe ich?

Die letzten Minuten in Caseys Leben sind geprägt von schierer Panik. Und der Zuschauer spürt das durch die Kameralinse. Die Wahl, eine bereits so erfahrene Schauspielerin wie Drew Barrymore zu casten, zahlt sich definitiv aus. Sie verkauft Caseys Angst perfekt. Wir sehen deutlich, wie sie bis zuletzt dafür kämpft am Leben zu bleiben. Und es bricht uns das Herz, sie gehen zu lassen. Genauso emotional ist die Darstellung ihrer Eltern. Es ist wahrlich eine äußerst herzzerreißende Szene als die Beckers ihre tote Tochter entdecken. Seitdem ich diese Szene zum ersten Mal sah, fühlte ich mit den Beckers, denn es ist eine wahrhaft dramatische Sequenz, gerade weil wir bereits so viel in so kurzer Zeit über Casey erfuhren und sie ins Herz schlossen. Casey war nie ein oberflächlicherer Charakter, der nur für die Todesliste da war. Casey wurde menschlich geschrieben, wir konnten uns mit ihr identifizieren. Sie war nett, clever und hatte Tiefe.

Die Anfangssequenz schließt mit einem Bild, was genauso ikonisch werden würde, wie der Rest des Filmes. Denn Casey Beckers toter Körper macht uns deutlich: Hier werden die Spiele todernst genommen und sie ist nur der Anfang.

Es gibt viele Gründe, dass der erste „Scream“ Film der beste ist. Und aus meiner Meinung mache ich überhaupt keinen Hehl . Ich liebe „Scream“ aus vielen Gründen, auch, weil ich – wie wahrscheinlich viele andere auch – durch ihn in das Horrorgenre hineinkam. Ich liebe es, dass der Film sich nicht ernst nimmt, andere Horrorfilme aber schon und sie mit Respekt behandelt. Gerade weil dieses Genre so oft von oben herab betrachtet wird. Von Minute eins ist der Opener spannend, witzig, tragisch und auch informativ (z.B. lernt man etwas über Horrorfilme). Die Qualität nimmt die ganze erste viertel Stunde nicht ab und ich finde, der Opener alleine könnte schon als Kurzfilm super funktionieren. Für mich gehört er ganz klar zu einem der besten Film-Opener, selbst über das Horrorgenre hinaus.

So, das war mein Ranking, ich hoffe ihr mochtet es und hattet Spaß beim Lesen. Natürlich spiegelt es nur meine eigene Meinung wieder. Wenn ihr Lust habt, lasst mich euer eigenes Ranking in den Kommentaren wissen. Ich für meinen Teil freue mich bereits auf den 6. Teil der Serie und hoffe, im Frühjahr im Kino zu sitzen.

Insofern, bis dahin…

 

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