From Neptune to Mars – Duncan Kanes Ausstieg bei Veronica Mars

Copyright: Pola Swanson

Hallo allerseits,

genau wie letzte Woche, steht auch diesen Samstag ein neuer Artikel ins Haus. Diesmal geht es um den Ausstieg von Duncan Kane in der Serie Veronica Mars. Hat sein Ausstieg die Show verbessert, verschlechtert oder überhaupt keinen Unterschied gemacht? Finden wir es heraus.

Ich bin ziemlich spät zu Veronica Mars gestoßen, tatsächlich ist es erst wenige Monate her, seitdem ich mir die Urserie angesehen habe, sprich, die ersten drei Staffeln. Den Film von 2014 und die 4. Staffel, die erst 2019 als eine Art Reboot erschien, habe ich bislang nicht gesehen. Weshalb ich noch nicht weiß, ob die Rolle zurückkehrt oder nicht. Daher wird dieser Artikel sich erst einmal nur um Duncans Rolle in den ersten 2 Staffeln drehen. Ich habe zwar immer mal wieder von der Serie gehört, die 2004 ins TV kam, aber damals sagte sie mir weniger zu, dazu waren die deutschen Ausstrahlungstermine immer etwas stiefmütterlich angesetzt, sodass ich auch nicht zufällig mal hineingezappt habe. Nichtsdestotrotz kam ich immer wieder auf die Serie zurück, weshalb ich mir dachte: Warum nicht? Dazu wurde sie vom IZombie Erfinder Rob Thomas entwickelt und da ich diese Sendung wirklich mochte, gab es eigentlich keinen Grund mehr, nicht auch in Veronica Mars hineinzuschauen. Und was soll ich sagen? Mir gefiel die Sendung.

In Veronica Mars dreht sich alles um die Hauptprotagonistin Veronica Mars, die in ihrer Heimatstadt Neptune als Privatdetektivin unterwegs ist. Zunächst arbeitet sie neben der Schule in der Detektei ihres Vaters Keith, in der dritten Staffel erlangt sie dann ihre eigene Detektiv-Lizenz, derweil sie aufs College geht. Nebenbei erlebt sie natürlich auch alle Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens.

Das war eine schlichte Zusammenfassung, jetzt kann’s zurück zum Thema gehen. Duncan Kane, aka einer von Veronicas Love Interests.

Die Rolle des Duncan verließ die Serie etwa zur Mitte der 2. Staffel. Zwar sieht man ihn noch einmal kurz im Staffelfinale, doch dies kann man mehr als Gastrolle verstehen.

Duncan Kane ist der Bruder von Lilly Kane, um dessen Mord sich die erste Staffel dreht. Er war Veronicas Freund und machte mehr oder minder ohne große Ankündigung mit ihr Schluss, was Veronica natürlich vollkommen verwirrt zurücklässt. Später stellt sich heraus, dass Duncan glaubte, Veronica sei seine Schwester, was der Grund für die spontane Trennung war. Zum Glück  war diese Vermutung am Ende falsch, weshalb sie ihre Beziehung in Staffel 2 wiederaufnehmen, bis er letztlich die Stadt verlassen musste.

Ich muss sagen, mir gefiel die Rolle von Duncan von Anfang an eher wenig. Anders als z.B. bei Logan, fand ich Duncan stets ein wenig fade und langweilig und das zog sich von Episode zu Episode. Auch in der zweiten Staffel, in der Veronica die Beziehung mit Duncan wiederaufnahm, war ich recht enttäuscht. Nachdem man ihn weder als Lillys Mörder noch als Veronicas Angreifer überführte, hatte ich eigentlich geglaubt, Duncan könne nun zeigen, was in ihm steckt, was er meines Erachtens aber nicht tat. In der ersten Staffel galt er als Red Herring, als möglicher Angreifer Veronicas und Mörder seiner eigenen Schwester. Natürlich musste die Rolle so etwas zwielichtiger und unnahbarer gestaltet werden. Aber sobald seine Unschuld herauskam, hatte ich mir eigentlich erhofft, dass die Rolle ein wenig interessanter werden würde.

Stattdessen wurde ich auch danach nicht mit seiner Rolle warm, obwohl seine Geschichten eigentlich nicht schlecht waren. Er zieht das volle O.C. California meets Beverly Hills 90210 ab. Er ist ein superreicher Teenie mit einer eigenen Wohnung, war kurz in Verdacht seine Schwester in einem Wahn umgebracht zu haben, ist Mitglied einer geheimen High School Bruderschaft, trifft sich mit Veronicas Freundin Meg, die dann schwanger wird und das verheimlicht, weil sie sauer auf Veronica ist, dass sie nun wieder mit ihrem Freund zusammen ist. Später wird Meg durch einen Busunfall schwer verletzt, wodurch ihre Schwangerschaft auch Duncan und Veronica offenbart wird. Meg ahnt, dass sie sterben könnte und bittet Duncan, dass ihre Eltern ihr Baby nicht in die Hände kriegen dürfen, da diese ihre eigenen Kinder mit Gewalt erziehen und sie beim Baby keine Ausnahme machen werden.

Mit dieser Geschichte wird letztlich auch das Ende von Duncan eingeleitet. Denn zusammen mit Veronica (die sich wieder mit Meg vertragen hat und ihr natürlich hilft) kidnappt er sein Kind und flieht mit ihm nach Mexiko. Das FBI ist ihnen da direkt auf den Fersen, denn sie wollen das Baby zurückholen . Natürlich gelingt Duncan die erfolgreiche Flucht und er und sein Baby sind in Sicherheit. Am Ende der Staffel sieht man Duncan in seiner letzten Einstellung, als er den Mord an Aaron Echolls in Auftrag gibt, der der wahre Mörder seiner Schwester ist, aber freigesprochen wird.

Wie gesagt, ich muss sagen, dass ich die Rolle meistens dröge und recht unterbespielt fand. Man hätte mit dem Charakter durchaus mehr schaffen können. Für mich kam auch nie wirklich das Liebesdreieck zwischen ihm, Veronica und Logan richtig hervor, gerade weil ich ihn so unscheinbar fand. Anders als in anderen Sendungen, wo ich oft mitfiebere, so habe ich hier nie wirklich eine Beziehung zu dem Charakter aufbauen können. Logan hatte für mich daher schon den ganz natürlichen Vorteil, einfach weil sein Gegenpart zu langweilig war.

Und doch gab es die eine Geschichte, in der ich Duncan schließlich wirklich überzeugend fand. Leider passierte dies bei seiner Abschiedsgeschichte. Hier sah man eine spannende Handlung, der Charakter wurde endlich interessant dargestellt. Auch am Ende der Staffel fand ich den Twist um Duncan gut, dass er Rache am Mörder seiner Schwester nimmt. Dass er Aaron Echolls kaltblütig umbringen lässt, lässt Duncans dunkle Seite herausstehen und genau davon hätte ich gern mehr gesehen. Ich sage immer wieder, ein guter Charakter muss keineswegs moralisch einwandfrei sein. Im Gegenteil, ein guter Charakter muss Lust auf mehr machen. Die Charaktere müssen die Gründe sein, warum man beim nächsten Mal wieder einschalten will. Sie und ihre Reaktionen auf die Geschichten machen die Cliffhanger erst interessant. Natürlich gibt es auch Charaktere, die moralisch einwandfrei handeln und unterhaltsam sind. Aber auch hier macht der Unterschied zwischen Langeweile und Entertainment aus, ob wir Zuschauer denjenigen so spannend finden, dass wir die neue Folge nicht erwarten können.

Eines muss ich leider zugeben, wenn ich mir die Kane-Zwillinge Duncan und Lilly ansehe, so habe ich Lilly – obwohl diese nur in Rückblicken und Fantasieerscheinungen gezeigt wurde – viel stärker in Erinnerung als Duncan. Und das ist ehrlich gesagt schade, da wir ja in seinen letzten Einstellungen sehen, wie viel man noch aus ihm und seiner Rolle hätten herauskitzeln können.

Wie hat sich die Serie mit seinem Ausstieg verändert? Tja, leider muss ich sagen, dass sein Ausstieg meiner Meinung nach die Serie nicht wirklich beeinflusst hat. Es war weder so, dass die Serie in eine neue Dynamik finden noch das der Charakter unbedingt mit einem anderen ersetzt werden musste. Tatsächlich fand ich sogar, dass Veronica ohne Duncan viel besser dran war. Und nein, das sage ich nicht, weil ich ein Logan-Fan bin. Um ehrlich zu sein, mochte ich die Serie immer am liebsten, wenn sich Veronica  hauptsächlich um ihre Fälle kümmerte, denn diese Folgen stachen meiner Meinung nach immer am stärksten heraus. Ich brauchte die ganzen Liebeskarussells in dieser Serie eher wenig.

Natürlich hat es auch geholfen, dass Veronica in der nächsten Staffel aufs College wechselte, so kam das Thema Duncan auch nicht mehr wirklich auf. Man musste davon ausgehen, dass mit diesem Wechsel viele Neuerungen stattfinden würden. Neue Charaktere wurden eingeführt, die Kulissen verändert. Es ist ein natürlicher Prozess, der bei diesem Wechsel vonstatten geht. Nichtsdestotrotz war der Ausstieg von Duncan in meinen Augen kein Grund, dass die Serie an Fahrt verlor. Auch ein weiteres High School Jahr ohne ihn wäre kein Problem gewesen.

Fazit:

Ich hätte mir gewünscht, dass Duncan ein wenig interessanter gewesen wäre. Seine Ausstiegsgeschichte zeigt die Rolle von einer wirklich spannenden Seite und ich hätte so gern mehr davon gesehen. Obwohl man diese finstere Facette oft in kleineren Stückchen gezeigt hat, wurde sie trotzdem nie ganz entfesselt, was den Charakter meines Erachtens nach so langweilig werden ließ. Na klar, Logan hat auch eine dunkle Seite, aber es ist nicht so, dass nur ein Charakter immer gut und der andere Böse sein muss. Eine dunkle Seite heißt ja nur, dass man nicht immer moralisch handeln muss. Und das muss beileibe nicht unbedingt ausarten.

Nichtsdestotrotz ist Veronica Mars eine Sendung, die man sich anschauen, und die einen wirklich gut unterhalten kann. Gerade Veronica und Keith stechen erheblich hervor und ich finde, dass beide für sich schon die gesamte Serie problemlos hätten alleine tragen können. Ich werde mir die Serie ganz sicher noch mal ansehen.

Insofern, bis zum nächsten Mal!

 

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