Blogartikel zu Die Adaire Chroniken – Ein Hauch von Geheimnis

Da ist es nun, der zweite Teil der ersten Staffel meiner Familiensaga! Ich bin wirklich froh, noch dieses Jahr das zweite Band veröffentlichen zu können und ich glaube, ich verrate nicht zu viel, wenn ich vorweg nehme: Ein letztes Band wird folgen, bevor diese Staffel beendet wird.

Doch nun erst einmal zum aktuellen Band der Reihe:

Wenn ich im ersten Teil hauptsächlich Jordans Beziehung zu Stan und Clark beleuchtet habe, so lege ich das Hauptaugenmerk diesmal ein wenig stärker auf Erin und ihre vermeintlich erste Beziehung mit dem, ja man könnte sagen, Rowdie, Johnny Kerr.
Johnnys Geschichte und seine Liebe zu Autorennen basiert größtenteils auf einem „Hobby“ der amerikanischen Jugend in den 50er Jahren. Die beliebten Hasenfußrennen- oder in Englisch: chickie runs. Thematisiert wurden diese Dinge z.B. im James-Dean-Klassiker: Denn sie wissen nicht, was sie tun oder auch in Grease. Autorennen, die als Mutproben angesehen werden, nur um sich selbst zu beweisen und vielleicht sogar Mädchen zu imponieren. Jene Mutproben, die zeigen sollen, wer der vermeintliche Boss innerhalb einer Jugendgruppe ist.
Mir gefiel die Idee wirklich gut, vor allem, da die Rolle des Johnnys beinahe wieder aus dem Buch gestrichen wurde. Früher mehr als Füllfigur gedacht, habe ich von Anfang an irgendwie Gefallen an Johnny gefunden, weshalb ich seine Rolle am Ende ausbaute. Mir gefiel es, ihn als Rebell ohne Grund (Wortspiel, haha) hinzustellen, der im Grunde seines Herzens ein guter Kerl ist, aber dazu neigt, bei Herausforderungen mit schnellen Autos nicht nein zu sagen. Was Erin zuerst aufregend findet, wird hinterher Zweifel bringen. Und wie genau sich die Geschichte am Ende des Bandes auflöst – hört er auf oder macht er weiter? – nun das bleibt abzuwarten.

Währenddessen bringe ich auch Jacobs Rolle mehr in den Vordergrund. Dass der Junge eher dazu neigt, als das schwarze Schaf der Familie zu agieren, wurde wohl bereits im ersten Band deutlich gemacht. Diesmal jedoch wird Jacob anfangen, sein Taschengeld aufzubessern, indem er seinen Mitschülern Zigaretten und Bier verkauft. Jacob gerät rasch in Schwierigkeiten und Erklärungsnot. Aber sind sich seine Eltern wirklich bewusst, welche Ausmaße Jacobs kleines „Geschäft“ annehmen kann? Jacob selbst ist vielleicht frech und auch nicht wirklich ein Musterknabe, dennoch sehe ich die Rolle als sympathisch an. Vieles tut er im Glauben, keinen Schaden anzurichten, dazu hat er einen extremen Beschützerinstinkt seiner Mutter und Schwester gegenüber. In diesem Band wird die Liebe zu seiner Familie und jener Beschützerinstinkt mehr als einmal herausgehoben. Nichtsdestotrotz ändert es nichts an seiner rebellischen Grundeinstellung.

Jordan ist auf jeden Fall mehr als überfordert mit der gesamten Geschichte. Sie sehnt sich nach der früheren Normalität zurück oder wenigstens nach etwas Unterstützung, jedoch kann sie hier keine wirkliche erwarten und versucht ihren Kummer in Alkohol zu ertränken. Tief enttäuscht von Clark, dass dieser sie am Ende des letzten Bandes am Flughafen versetzte, versucht sie den Kontakt zu ihm abzubrechen. Aber wird ihr dies wirklich gelingen?

Dazu wird Stan eine Begegnung machen, die ihn selbst schockiert. Seine Gefühle zu Jill werden immer stärker, aber auch Jill hat eine Vergangenheit, wie wir aus dem letzten Band bereits erfuhren. Und jene Vergangenheit holt sie nun ein. Zunächst glaubt sie natürlich, Clark sei Schuld an allem und bricht den Kontakt zu ihm ab. Jedoch hat sie falsch gedacht und muss sich nun mit der neuen Situation anfreunden, obschon ihre Gefühle für Stan echt erscheinen, wenn auch zunächst leicht oberflächlich.
Die Beziehung zwischen Stan und Jill ist vielleicht sogar komplexer als jene zwischen ihm und Jordan, weil keiner der beiden wirklich weiß, wie viel sie einander nun wirklich bedeuten und was nur gespielt oder gar eingefädelt wurde. Wie genau sich die Beziehung entwickeln wird, wird sich in den nächsten Bänden ergeben, doch bereits jetzt ist klar: Jill ist ehrgeiziger als ihr Ruf. Sie ist keineswegs ein naives Blondchen und sie ist auch nicht manipulierbar, sondern manipuliert lieber selbst. Obschon der Charakter ebenfalls eine tiefe Verletzlichkeit in sich birgt.

Da ich nicht zu viel verraten möchte, denke ich, dass es besser ist, hier aufzuhören, bevor einige wichtige Spoiler verraten werden.
Nichtsdestotrotz möchte ich auch eine Vorausschau auf das Finale der ersten Staffel geben, wer also nichts erfahren will, hier aufhören zu lesen 😉

Im Finale wird Jacobs Charakterentwicklung weiter vorangetrieben, er wird mit seinem rebellischen Verhalten einen folgenschweren Fehler begehen, etwas, was man keinesfalls mit einer mauen Entschuldigung wiedergutmachen kann. Stan wird derweil einige weitere Erkenntnisse über gewisse Wahrheiten erhalten, währenddessen muss Erin mit neuen Schicksalsschlägen klarkommen, die sie langsam aber sicher brechen könnten, und Jordan, nun, Jordan wird wie immer versuchen, die Familie zusammenzuhalten, komme was wolle. Ob ihr das gelingen wird, wird sich zeigen.

Insofern bleibt mir nur zu sagen, bis zum nächsten Band, ich hoffe, wir sehen uns wieder!

Pola

Und hier geht’s zur Inhaltsangabe von Ein Hauch von Geheimnis

Blogbeitrag zu: Die Adaire Chroniken – Was vom Tage übrig blieb

Die Adaire Chroniken – Ein langer Weg zur Veröffentlichung

Die Adaire Chroniken Band 1 oder mittlerweile Staffel 1, ist eine Familiensaga, die bereits mehr als zehn Jahre alt ist. Die Idee hatte ich ungefähr mit 15 und wenn ich mich richtig erinnere, fing ich mit 16 oder 17 an, die Bücherreihe allmählich aufzubauen.

Ich möchte gar nicht direkt ins Detail gehen, warum ich mit der Veröffentlichung so lange gewartet habe, ich denke, der richtige Zeitpunkt war einfach noch nicht gekommen. Während dieser zehn Jahre des Wartens habe ich das Buch immer wieder überarbeitet und versucht, möglichst alles aus den Charakteren herauszuholen, was herauszuholen war, und stehe nun vor einem Buch, was eine gewisse Seitenzahl innehat und bei dem ich zum ersten Mal spüre, dass es jetzt tatsächlich soweit sein kann, es der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Da es bei BOD nur möglich ist, bis ca. 800 Seiten ein Buch zu verlegen, sah ich mich von Anfang an in der Bredouille, das Buch zu splitten. Die Frage lautete nur: In wie viele Teile?
Als ich die Geschichte damals in meinem Kopf zusammenreimte, hatte ich zunächst die Idee, die gesamte Geschichte in Kurzgeschichten mit regelmäßigen Beiträgen zu verfassen. Da E-Books gerade erst richtig aufkamen, aber die Systematik kaum mit der heutigen zu vergleichen war, wollte ich die Geschichte als eine Art Tagebuch in einem Blog zu verfassen, ließ es aber schließlich sein und formte die Geschichte zu Romanen, immer bedacht, den Haupt- und Nebengeschichten ein wenig wie in einer Seifenoper aufzubauen. Die Geschichten sollten die Leser unterhalten, und nicht so, wie es heute leider öfters ist, als moralische Anleitung zum Leben dienen. Man sollte sich fragen: Was passiert als nächstes und nicht gleich alles bis ins kleinste Detail analysieren und sich fragen, was man daraus für einen ethischen Nutzen ziehen kann und ob das alles auch ja realistisch genug gehalten ist.

Wie bereits erwähnt, während der letzten Jahre kam ich immer wieder dazu, die Geschichten rund um die Familie Adaire zu verändern. Am Ende ist dieses Buch herausgekommen.
Bekanntermaßen kam ich mittlerweile auf die Idee Bookisodes zu schreiben, also nahm ich die Gelegenheit am Schopfe und dachte mir: Das würde sich perfekt für die Adaires eignen und das Problem, zum Thema Buchaufteilung, lösen. Und so wurde aus der Bücherreihe mein nächstes Bookisodes Projekt.

Ich hoffe, der erste Teil dieser ersten Staffel gefällt Ihnen als meinen Lesern, denn die Reise der Adaires wird auf jeden Fall weitergehen. Die ersten paar Episoden sind immer auch eine Art Kennenlernen der Charaktere, der Ausgangspunkt, an dem wir uns beim Anfang einer Geschichte befinden. Ich habe deshalb extra erst einmal die Hauptcharaktere zum Kennenlernen vorgestellt und mich noch nicht auf den Rest konzentriert. Vielleicht wird ihnen ebenso auffallen, dass die Adaires nicht bloß in eine fiktiven Stadt, sondern auch in einem nicht benannten Land befinden. Warum das so ist? Dazu später mehr.

Ich hoffe, Sie auch beim nächsten Band als Leser wieder begrüßen zu dürfen. Und Sie sich fragen: Was wird als nächstes passieren? Ich kann Ihnen versprechen: Eine Menge! 🙂

Ihre Pola

 


Die Adaire Chroniken Staffel 1

Die Adaire Chroniken „Was vom Tage übrig blieb“

Was sind Bookisodes und warum schreibe ich sie?

 

Bildrechte: Pola Swanson

Bookisodes oder Novelsodes sind eigentlich nichts anderes als mehrere Kurzgeschichten, die im Großen und Ganzen zu einer großen, zusammenhängenden Geschichte aufgebaut werden. Ähnlich wie Fernsehepisoden, die am Ende zu einer Staffel aufblühen.
Ich bin ein großer Fan von diesem Genre, denn ich selbst neige beim Schreiben dazu, eher längere Kapitel zu schreiben, die man im Nachhinein gut zu einzelnen Episoden umbauen kann.

Den Schreibstil á la Bookisodes habe ich – anders als erwartet – nicht bei Converted das erste Mal ausprobiert, sondern bei einer bisher unveröffentlichten Bücherreihe meinerseits. Während des Schreibprozesses fiel mir auf, dass meine Ideen bezüglich der Geschichte weitaus vielfältiger sind, als dass sie in einen Bücherteil allein passen. Am Ende habe ich überschlagen und festgestellt, ich lag bei über 700 Seiten, sobald ich das Buch in das finale Layout setze.

Eventuell kein Problem für einen Verlagsautor, gibt es ja durchaus zahlreiche Autoren, die gerne mal etwas mehr schreiben. Bei Self-Publishern jedoch kommen da einige Probleme auf einen zu – sofern man sein Buch auch in den Print setzen möchte.

Zunächst kommt der Verkaufspreis, der bei einer hohen Seitenzahl gerne mal einen stolzen Preis erreicht. Das kommt schlicht aus dem Grund, da jedes bestellte Buch einzeln gedruckt wird und nicht in einer Gesamtauflage erscheint. Somit steigen die Druckpreise pro Buch und mit ihm der Preis. Daran kann man als Autor einfach nichts ändern und es ist für mich auch verständlich und fair, denn letzten Endes entstehen nun mal Kosten, die gedeckt werden müssen.

Neben jenen Kosten kommt dann aber auch noch ein weiteres Problem. Die maximale Seitenzahl der Bücher darf bei BOD nicht die 700 überschreiten. Übersetzt bedeutet das, ob ich will oder nicht, ich muss mein Buch ohnehin splitten.

Was macht man also?

Da kamen die Bookisodes ins Spiel.

Ich muss vorne weg sagen, ich wollte mein Buch nicht verkleinern, sondern die gesamte Geschichte behalten. Und da ich dieses Buch ohnehin in einer Art Episodenturnus schrieb, passte alles perfekt zusammen.

Und bislang gefällt es mir gut.

Auch Die letzte Wahrheit gestaltete ich damals bereits leicht Episodenhaft. Das fällt bei der ersten Betrachtung eventuell nicht sofort auf, da ich das Buch schließlich als Stand-Alone veröffentlichte und die Geschichte demnach stärker zusammenraffte. Doch wenn ich ehrlich bin, ist mir der Gedanke durchaus gekommen, auch diese Geschichte vielleicht noch einmal im Episodenturnus zu verfassen. Damals war ich aus Platzgründen leider gezwungen, einige Ideen zu verwerfen, die ich noch für das Buch hatte. Für einen weiteren Band hätten sie nicht mehr in die Entwicklung der Geschichte hineingepasst. Wären sie allerdings ins Originalbuch gekommen, hätten sie den Rahmen des Buches schlicht gesprengt. Damals wollte ich schließlich einen Roman verfassen. An Bookisodes dachte ich noch gar nicht.

Ich würde die restlichen Geschichten rund um Aubrey, Erin und Natalie gerne erzählen, allerdings fehlt mir momentan die Zeit dafür. Insofern kann ich nicht versprechen, diese Idee wirklich umzusetzen.

Das schöne an den Bookisodes ist: Man darf einfach mehr Material in die Geschichten einfügen. Für die Charakterentwicklung ist das wohl der größte Vorteil. Gerade als Autor verbringt man viel mehr Zeit mit seinen Charakteren und schafft es so, sie (hoffentlich) facettenreicher aufzubauen. Es bleibt einem Platz für Geschichten, die auf den ersten Blick vielleicht den roten Faden nicht weiterbringen, dafür aber die Handlungsweisen der Charaktere besser in den Vordergrund rücken. Eben genau wie bei Fernsehserien, wo hier und da Episoden eingebaut werden, die Charaktere mehr beleuchtet, für die Staffelgeschichte aber dann eher unwichtig erscheinen.

Das ist auch der Unterschied zwischen „normalen“ Bücherreihen und Bookisodes. Bookisodes bestehen nicht aus 300 oder 400 Seiten, sondern sie sind vom Umfang her als Kurzgeschichten oder Novellen angelegt. Während jeder Teil einer Bücherreihe wieder eine Geschichte erzählt, die am Schluss vollendet wird, so muss dies nicht der Fall bei Bookisodes sein. Vereinfacht kann man sagen: Eine Staffel Bookisodes ist gleichzusetzen mit einem Teil einer Bücherreihe.

Natürlich ist nicht jede Geschichte auch Bookisode Material. Man muss einen Stoff haben, den man ziehen kann, der lange vorhält, ähnlich wie im Fernsehen. Vieles eignet sich nur zum Stand-Alone.

Zieht man hier auch einen Vergleich zur Filmwelt, so kann man sagen: Die Stand-Alones sind die Filme der Bücherwelt.

Und wie geht’s mit meinen Bookisodes weiter?

Am Ende des Tages muss ich gestehen, ich plane vorerst nicht , die Bookisodes auch im Print herauszubringen. Die Kosten dafür sind ein wenig zu hoch und außerdem wird mir bei der Masse an Seiten (die am Ende dabei rauskommen) auch kaum die Möglichkeit bleiben, über das Self-Publishing ein ganzes Buch herauszubringen – wieder einmal wäre ich gezwungen zu splitten. Eine Gesamtedition wäre dementsprechend nur als E-Book möglich. Das wird der Markt ähnlich sehen, denn sonst wäre der Büchermarkt von Bookisodes sicher bereits überschwemmt. Schließlich habe ich die Bookisodes nicht erfunden.

In Zeiten von E-Books ist diese Art zu Schreiben möglich, was ich sehr schön finde. E-Books haben den Vorteil, dass man viel öfters auch kleinere Geschichten anbieten kann. Schließlich muss nicht jede Geschichte aus 500 Seiten bestehen. Manche Geschichten sind auch in 50 Seiten erzählt und genauso unterhaltsam.
Außerdem – wenn man den finanziellen Aspekt des Verbrauchers betrachtet – entscheidet der Leser natürlich auch so von Episode zu Episode, ob die Geschichte einen anspricht oder nicht, und somit entscheidet jeder selbst, wie viel man für die einzelnen Episoden ausgeben möchte.

Nichtsdestotrotz freue ich mich, die Bookisodes nun endlich veröffentlichen zu dürfen. Was genau noch folgen wird…nun das wird sich zeigen.

Für die erste Staffel Converted sind 10 Episoden geplant. Insofern könnt ihr euch darüber bereits freuen.

Bis dahin, alles Gute!

Eure Pola

Beitrag zu Doppelgänger – Das Gesicht der Anderen

Endlich: Doppelgänger- Das Gesicht der Anderen ist fertig!

Warum mich das so freut?

Nun, in dem Fall geht es mir nicht bloß darum, das Buch endlich der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Tatsächlich muss ich sagen, freut es mich, dass der lange Leidensweg des Schreibens endlich ein Ende findet.
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich mag das Buch wirklich sehr. Die Geschichte empfinde ich als stimmig, die Goldenen Zwanziger gehören zu meinen Lieblingsschauplätzen, und mit Schlesien verbinde ich selbst eine persönliche Zuneigung. Dennoch hat es mich Jahre gekostet, das Buch fertigzustellen.
Die allererste Grundidee meinerseits war es, das Buch in Hollywood spielen zu lassen, ähnlich wie Die letzte Wahrheit oder Die Ära der schweigenden Muse. Doch anders als bei den anderen Büchern, fand ich beim Doppelgänger niemals wirklich einen Zugang zum Hollywood der Zwanziger oder Dreißiger Jahre.
Ich schrieb etwa 100 DIN A 4 Seiten, bis ich mich das erste Mal dazu entschloss, das Buch für eine Weile beiseite zu legen und mich anderen Projekten zu widmen.
Es gab zu viele Handlungsstränge, ich fand keinen roten Faden. Es gab eine Menge Charaktere, die mir einfach nicht gefielen, ich verlor mich in dem Drumherum, doch der Kern der Geschichte konnte nicht weitergeführt werden.
Um mir meine Probleme stärker zu verdeutlichen, schrieb ich sie auf. Mir wurde bewusst, ich mag die Geschichte. Und grundsätzlich sah ich Potenzial. Trotzdem blieb ich bei meinem Entschluss, Hollywood und dem Doppelgänger für eine Weile adé zu sagen.

Ich erinnere mich nicht mehr genau an die Länge des Zeitabschnitts, an dem ich das Buch beiseite legte. Doch eines Tages entschied ich mich, die Handlung aus Hollywood zu nehmen und sie nach Berlin zu setzen.
Zu diesem Zeitpunkt las ich eine Menge Bücher über die Weimarer Republik und über die Wilden Zwanziger in Berlin. Weg von der Prohibition Amerikas, hinein in die Inflation Deutschlands, sagte ich mir.
Berlin gefiel mir mehr als Hollywood. Und doch fand ich auch nicht hier wirklich in die Geschichte hinein. Allein die Stadt auszutauschen reichte einfach nicht aus.

Doch wie konnte ich dieselbe Geschichte, nur mit anderem Ausgangspunkt formen?

Bekannter Weise, war es in den Zwanziger Jahren für Frauen nicht einfach so möglich, eine große Karriere anzustreben. Die Protagonistin musste also einen Beruf oder einen gewissen Standard ihr Eigen nennen, der interessant genug auf der einen Seite, doch auch historisch korrekt auf der anderen war.
Die Schauspielerin verabschiedete sich.
Der Beruf der Journalistin gefiel mir dagegen sehr.
Eine Journalistin, die letzten Endes durch die Ehe mit einem reichen Ehemann an der Seite zu ungeheurem Wohlstand kam, das war es, was ich wollte!
Und doch…Berlin als Stadt ernennen konnte jeder.
Ich wollte die Geschichte in einer Stadt spielen lassen, in der man eine solche Geschichte heutzutage nicht mehr unbedingt erwartete. Und so kam ich zu…

Breslau.
Breslau, die Krone und Perle Schlesiens.
Mit dem neuen Hintergrund, frischen Charakteren und vor allem einer etwas abgewandelten Geschichte, fiel es mir auf einmal einfach, die Geschichte förmlich in die Tasten zu hauen.

Das einzige, was ich aus der Grundidee behielt, war die Zeit in der die Geschichte spielte. Die Zwanziger Jahre ziehen mich einfach an, wie die Motte das Licht 🙂

Der Fluch des Doppelgängers, wie ich es nannte, schien endlich vorbei zu sein. Plötzlich mochte ich die Geschichte, die Charaktere, die Zeit, in der die Geschichte spielte mehr und mehr.
Schlagartig war die Geschichte fertig.
Und ist nun bereit gelesen zu werden.

Doppelgänger – Das Gesicht der Anderen, dreht sich um die junge Frau Anita Ahlberg, die durch Geldprobleme einen nicht gerade koscheren Vertrag unterschreibt, der sie zur offiziellen Doppelgängerin der reichen Elisa Becker macht.
Was zunächst verlockend klingt, endet im Desaster. Ob es Anita dort wieder herausschafft?
Lest selbst!

Eure Pola

Aller Anfang ist schwer

Was ist für einen Autor schwerer zu verfassen, der Anfang oder das Ende?
Sicher, ich gestehe offen, sobald ich gen Ende schreibe, verfalle ich ein wenig in Lethargie – mit Absicht.

Denn im besten Fall mag man seine Geschichte und die dazugehörigen Charaktere und ist nicht gerade froh darüber, dass alles bald ein Ende hat. Was tut man also? Man schreibt gemächlicher, um das unvermeidbare Ende etwas hinauszuzögern.
Dennoch, wirklich Probleme habe ich bei Überlegungen nie, ein Ende für meine Geschichte herauszuarbeiten.
Was den Anfang betrifft…schon eher.
Bis ich in eine Geschichte hereingefunden habe, dauert es. Meistens bin ich wahnsinnig unzufrieden mit dem Anfang und ändere ihn mehrmals ab. Ich habe mir mittlerweile angewöhnt, den Beginn einfach herunterzuschreiben und später noch einmal alles zu überarbeiten, sonst sitze ich am Ende länger am Anfang einer Geschichte als am Gesamtwerk.
Jeder muss so schreiben, wie es für ihn am besten ist. Manche Autoren planen jede Seite akribisch, andere schreiben gerade so, wie es ihnen in den Sinn kommt…ich habe mir einen Mittelweg angewöhnt.
Der Anfang einer Geschichte ist ausschlaggebend für den Rest des Buches. Hier entscheidet auch der Leser, ob er das Buch überhaupt kauft. Deshalb sollte besagte Eröffnung vielversprechend geschrieben sein.
Doch am Ende klingt das immer einfacher, als es in der Realität nun mal ist. Schlaue Sprüche kann man beim Schreiben am wenigsten gebrauchen.
Ich für meinen Teil feile die meiste Zeit am Anfang, weniger am Rest der Geschichte. Das hat sicher auch damit zu tun, da man sich erst „warmschreiben“ muss. Auch die Charaktere sollen sich zunächst entwickeln, genau wie der Autor, der sich in die Geschichte hineinfinden sollte…
Für alle, die ähnliche Probleme haben, hier mein Rat:

Verzagt nicht bereits bei Beginn, schreibt einfach weiter, egal wie unzufrieden ihr damit seid. Am Ende bleibt genug Zeit, Schwachpunkte auszumerzen.
Auch wenn das bedeutet, die ersten zwanzig Seiten noch einmal komplett neu zu verfassen.
Denn: Manchmal merkt man erst im Laufe der Geschichte, dass ein anderer Anfang viel passender erscheint.

Oder anders: Man sollte dem sogenannten „Flow“ folgen und sich nicht stur an seine Grundidee klammern, sofern es nicht absolut notwendig ist.

Die Faustregel: 1. kommt es anders
2. als man denkt

Insofern, viel Spaß beim Schreiben!

Eure Pola

Beitrag zu Die Ära der schweigenden Muse

Da Die Ära der schweigenden Muse jetzt auch im Print erhältlich ist, finde ich, wäre es ganz nett, ein wenig über die Hintergründe zu berichten, weshalb ich das Buch überhaupt geschrieben habe.

Was denkt ihr?

Die Ära der schweigenden Muse schrieb ich als eines meiner ersten Bücher. Soweit ich mich erinnere, sogar vor Die letzte Wahrheit. Dies ist nun bestimmt sieben, wenn nicht mehr Jahre her.
Die Idee zu dem Buch bekam ich, nachdem ich mir im Fernsehen einst Billy Wilders Boulevard der Dämmerung anschaute. Darin spielt Gloria Swanson eine alternde Stummfilmdiva, für die sich in den Fünfzigerjahren niemand mehr zu interessieren scheint (Ein Fakt nebenbei: Gloria Swanson gehörte zu den berühmtesten Stummfilmdiven der Zwanzigerjahre, sie kannte sich demnach gut mit dem Thema aus.)
Der Film ist mit Wahrheiten und Halbwahrheiten über die Stummfilmzeit gespickt und auf jeden Fall wert anzuschauen.
Mich brachte ebendieser Film vor allem dazu, mich mehr mit dem frühen Hollywood zu beschäftigten. Ich fragte mich, ob Billy Wilder womöglich echte Schicksale porträtierte. Da ich seit meiner frühsten Kindheit Film- und Fernseheninteressiert bin, war es also nicht verwunderlich, dass ich anfing, mir die persönlichen Schicksale der ehemaligen großen Leinwandhelden einmal genauer anzusehen.

Sowohl Die Ära der schweigenden Muse als auch Die letzte Wahrheit sind Endergebnisse dieser Recherchen. Ich las haufenweise Bücher über die Stummfilm und frühen Tonfilmzeiten. Biographien von Leinwandlegenden und den Frauen und Männern hinter der Kamera. Traurigerweise gibt es viele Bücher nicht mehr im Handel zu kaufen, weshalb ich die Welt der Antiquariate für mich entdeckte (und die Sucht seitdem nicht mehr los wurde. Man findet wirklich die besten Bücherschätze in Antiquariaten).

Aber warum sind gerade Stummfilmschauspieler so besonders?

Nun, anders als heute gab es kein Fernsehen, kein Internet, keine Reality-Shows. Einen Schauspieler traf man damals meist am Theater an, doch der Stummfilm schien diese Leute für den Normalbürger plötzlich viel lebensnaher, gleichzeitig aber trotzdem zu einem unerreichbaren Idol zu verwandeln. Durch die Erfindung Film, war eine harte Ausbildung im Theater plötzlich nicht mehr unbedingt nötig, um Schauspieler zu werden. Viele Frauen und Männer kamen nach Hollywood, nicht zwangsläufig, um ihr Talent vorzeigen, sondern weil – genau wie heute- der Ruhm doch die größte Anziehung ausübte.

Bei ihren Fans wurden sie vor allem aufgrund ihres Aussehens geliebt (aber unterschätzen wir die Besetzungscouch nicht, die gab es damals wie heute und wurde im großen Maße auch gebräuchlich. Es ist eigentlich erschreckend zu sehen, wie viele Leinwandlegenden dort anfingen bzw. endeten. Männer wie Frauen). Als der Stummfilmstar Rudolph Valentino (seiner Zeit galt er als einer der hübschesten Menschen der Welt) starb, sollen sich vor Trauer einiger seiner Fans sogar selbst das Leben genommen haben, da sie sich ein Leben ohne ihren geliebten Star nicht vorstellen konnten. Stummfilmstars kann man somit durchaus als die ersten, richtigen Superstars der Filmgeschichte bezeichnen. Und anhand solcher Geschichten, wie die des Rudolph Valentinos, erkennt man vielleicht den Grund, weshalb von außerhalb der Beruf des Schauspielers seitjeher so beliebt ist. Wird man doch fast auf dasselbe Podest wie ein Gott gestellt. Diese Tatsache zieht die Menschen an, wie die Motte das Licht. Kein Wunder also, dass jeder jeden übertrumpfen wollte.

Allerdings veränderte der aufkommende Tonfilm alles. Die Schauspieler, die vor kurzem noch als Götter verehrt wurden, waren plötzlich nichts mehr wert, wurden mehr oder weniger aussortiert. Unpassende Stimmen oder Gesichter, die man nur mit dem Stummfilm verband, waren nicht mehr gefragt. Ein neuer Wind wehte in Hollywood. Die Veränderung stand an. Es war sozusagen ein Rundumschlag, der Hollywood in eine ganz neue Ära verfrachtete. Die Ära der Skandale, die Hollywood den Ruf des Sündenpfuhls verpasste, war vorüber. Vielleicht überzog die sonst so laute Glitzerstadt in jenen Jahren zum ersten Mal ein echter Schleier der Stille. In den Jahren, in den ironischerweise der Ton Einzug in die Filmwelt fand.

Und wie oben bereits erwähnt, ein Schauspieler besaß damals einfach nicht die Möglichkeit, sich selbst weiterhin mit seinem Profil in die Öffentlichkeit zu stellen. Bestand keine Nachfrage, hieß das eben kein Engagement und ein damit hinschwindendes Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit.
Es war nicht unüblich, dass Gerüchte aufkamen, ehemalige Stummfilmdarsteller, die einst massig an Geld verdienten, endeten plötzlich obdachlos und verarmt auf der Straße, in Psychiatrien oder aber sogar im Selbstmord.
Trotzdem gab es natürlich gleichermaßen diejenigen, die den Sprung ins Tonfilmdasein überstanden und größer denn je wurden. Greta Garbo, beispielsweise.

Die Ära des Stummfilms ist ein hochinteressantes Thema. Weder in diesem Beitrag noch in meinen Büchern konnte ich aber aufgrund des riesigen Umfangs alles wiedergeben, was sich damals ereignete. Es lohnt sich wirklich einmal einen Blick auf diese Zeit zu werfen, vor allem für Filminteressierte. Die Dramen und Skandale mögen hin und wieder vielleicht ein wenig zu stark oder zu minder dramatisiert worden sein (hängt vom Skandal ab), allerdings finde ich sie persönlich unterhaltsamer als diejenigen, die heute in der Regenbogenpresse abgedruckt werden. Vielleicht kommt das daher, dass ein Skandal früher einfach größere Konsequenzen besaß als heute und demnach ein wenig mehr Spannung in seinem Kern besaß.
Denn welcher Schauspieler setzt heute noch seine Karriere aufs Spiel, sofern er fremdgeht? Früher kostete ein solches Verhalten einem den Kopf. Heute gehört dies zum Alltag. Genauso wie uneheliche Kinder, Drogenskandale und andere moralische Verwerflichkeit.
Es ist gut, dass die Zeiten sich geändert haben. Ich persönlich würde nicht gerne in diesen Zeiten leben und bin mit den Annehmlichkeiten heutzutage durchaus zufrieden. Trotzdem ist es auch immer wieder interessant zu lesen, welche Persönlichkeiten damals eigentlich in Hollywood so mitgemischt haben.
Denn wer würde sonst noch wissen, dass Joseph Kennedy, seines Zeichens Vater von Präsident John F. Kennedy, angeblich eine Affäre mit Gloria Swanson einging, die damals die Boulevardpresse beherrschte?
Kommt einem bekannt vor?
Nun, nur wenige Jahre später, sagte man seinem Sohn eine Affäre mit einer Frau nach, die ebenfalls zu dem Zeitpunkt als besonderer Presseliebling galt. Marilyn Monroe.
Und da sagt mal einer, solche Geschichten könne nur Hollywood erfinden…

Eure Pola

Die Sache mit dem Fehlerteufel

Eines vorweg: Solltet ihr krasse Fehler in meinen Büchern bemerken, könnt ihr mir diese gerne schreiben.
Es kommt immer mal wieder vor, dass man sowohl beim Schreiben als auch beim Korrekturlesen (und das tue ich weitaus mehr als ein- bis zweimal) Dinge übersieht. Meistens natürlich Kommafehler, die sich gerne einschleichen, genauso wie Buchstabendreher oder anderes.
Mein Drang zum Perfektionismus treibt mich dazu, meine Bücher unnötigerweise andauernd nach Fehlern abzusuchen und leider erscheint es oft so, als finde man bei jedem Lesen neue.
Das kann einen in den Wahnsinn treiben.
Und egal wie oft man andere Leute Probelesen lässt, auch da fallen Fehler manchmal durchs Raster.
Natürlich ist das menschlich, das weiß ich nur zu gut, dennoch ist es ebenso äußerst ärgerlich.
Da ich vor einiger Zeit den Anbieter wechselte, was das Self-Publishing angeht, ist nun das Problem aufgetreten, dass ich nicht schnell eine Fehlerausbesserung machen kann, da eine Überarbeitung stets kostenintensiv ist. Und irgendwie finde ich das auch gut, denn das zwang mich, eine wichtige Erkenntnis zu lernen:
Manchmal muss man einfach loslassen und den Fehlerteufel akzeptieren. Man kann nicht zu 100% perfekt sein. Denn wenn man immer alles bis zur Perfektion treiben möchte, kommt man niemals weiter. Diese bittere Erfahrung habe ich machen müssen.
Hin und wieder muss man akzeptieren, dass man frühe Werke vielleicht auch durch die Unerfahrenheit im Schreiben hier und da etwas holperig empfindet – auch wenn die Selbstempfindung da nicht unbedingt mit der Fremdempfindung übereinstimmen muss. Auch als Autor muss man wachsen. Vor allem, wenn man als Teenager anfing zu schreiben. Speziell als perfektionistischer Autor ist diese Lehre wichtig. Höchstwahrscheinlich wisst ihr selbst, wovon ich rede, was? 😉
Deshalb: Einfach loslassen und weitermachen. Nur so entwickelt man sich weiter und schult sein Auge für kommende Projekte.

Einen schönen Tag euch!

Eure Pola

Ist ein neuer Self-Publisher-Blog von Nöten?

Ich kann diese Frage ganz klar beantworten: Wohl eher nicht, nein.
Man braucht keinen neuen Blog, indem jemand euch die Gründe erklärt, warum man schreibt, wie man schreibt, weshalb sich Charaktere auf die eine oder andere Art entwickeln. Man benötigt nicht erneut den Leidensweg eines Self-Publisher-Autors, wieso, weshalb oder warum man nun auf eigenem Wege versucht, seine Romane an den Mann oder die Frau zu bringen.
Davon gibt es wirklich genug im Internet zu finden.
Doch darum geht es im Grunde eigentlich auch nicht. Im Grunde begibt sich ein Leser auf ebendiese Blogs, weil man
– entweder dieselben Fragen hat, die ein Blogger in einem seiner Artikel beantwortet
– oder die Bücher des Autors las und nun mehr über ebendiesen erfahren möchte und dabei am Blogbeitrag hängenbleibt.
Insofern kann ich niemandem hier versprechen, keine Blogthemen über verschiedene Schreibweisen oder Charakterentwicklungen zu verfassen. Das möchte ich auch gar nicht. Ich kann nicht einmal versprechen, regelmäßig etwas zu posten.
Aber ich kann eines: Versuchen, dass man wenigstens für eine Weile an meinen Worten hängen bleibt, um so nachher eventuell auch auf meine Bücher aufmerksam zu werden.
Denn seien wir einmal ehrlich…genau darum geht es doch, oder nicht?

Insofern, einen schönen Tag!

Eure Pola