Buchtipp: The Five von Hallie Rubenhold

The Five – Hallie Rubenhold, 2020, Black Swan Verlag

Hallo allerseits,

heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, was ich mir im letzten Jahr gekauft habe. Es ist The Five – The Untold Lives Of The Women Killed By Jack The Ripper von Hallie Rubenhold.  Meine Taschenbuchausgabe ist 2020 im Black Swan Verlag erschienen, der zum Penguin Random House gehört. Das Buch kommt auf etwa 415 Seiten. Zwar habe ich die englische Ausgabe gelesen, doch es gibt gute Neuigkeiten, denn das Buch gibt’s auch auf Deutsch mit dem Titel: The Five: Das Leben der Frauen, die von Jack the Ripper ermordet wurden. Hier erschien es bei Nagel & Kimche.

Der Fokus bei den Ripper Morden liegt seitjeher schwerpunktmäßig auf Jack the Ripper. Kein Wunder, die Identität des Mörders wurde nie geklärt, was zu zahlreichen Spekulationen um seine Identität sowie dem Motiv führt. Und doch, man findet wenig Bücher, die sich mit den Frauen beschäftigen, die ihr Leben viel zu früh lassen mussten, weil sie Opfer des Rippers wurden. Das Thema machte mich daher sehr neugierig und ich muss sagen, ich wurde beim Lesen nicht enttäuscht.

Das Buch handelt oberflächlich gesehen natürlich auch von den Ripper Morden. Trotzdem wird das Hauptaugenmerk des Buches auf die Opfer und deren Leben, sowie ihre letzten Tage gelegt.  Damit bietet Rubenhold nicht nur einen anderen, interessanten Blickwinkel auf die traurige Geschichte, sondern man erfährt viel mehr über die Frauen, die gemeinhin immer nur als Prostituierte galten.

Jede der fünf Frauen (Mary Ann „Polly“ Nichols, Annie Chapman, Elizabeth Stride , Catherine Eddowes und Mary Jane Kelly) bekommt ein eigenes Kapitel zugeschrieben und die Autorin versucht so gut wie möglich, die Leben der Opfer nachzuvollziehen und darzustellen, wie es dazu kommen konnte, dass sie Opfer des Rippers wurden. Es sind tragische Geschichten, so viel vorab, besonders wenn man bedenkt, wie ihre Leben endeten.

Ich fand es erstaunlich, dass man überhaupt so viele Informationen über das Leben der Frauen fand. Schließlich waren sie keine Königinnen oder anderweitig berühmte Menschen (jedenfalls bis zu ihrem Tod), deshalb nahm ich nicht an, dass man ihre Leben noch so sehr nachvollziehen könnte. Natürlich war mir klar, dass es offizielle Dokumente über den Fall geben müsste. Doch dass das Buch wirklich so viele persönliche Informationen über die Frauen hergab, kam für mich überraschend.

Rubenhold zeigt auf, dass die Frauen Menschen waren, deren tragische Lebensgeschichte es ihnen nicht einfach machten. Sie waren Töchter, Ehefrauen und Mütter, denen das Schicksal nicht gut mitspielte. Das Buch ist an vielen Stellen wirklich traurig, doch ich war froh es gelesen zu haben, um auch mal etwas über die Opfer zu erfahren und zu sehen, dass sie nicht einfach nur eine Nummer in der Statistik sind, sondern echte Menschen, deren Tod auch viele Leute berührte.

Fazit

Ich würde das Buch jedem empfehlen, der interessiert an den Ripper Morden ist. In diesem Buch stellt man die Opfer in den Vordergrund und nicht nur den Täter, etwas was leider selten vorkommt. Nebenbei erhält man, wie ich oben schon schrieb, einen neuen Blickwinkel auf die Gesamtthematik. Polly, Annie, Elizabeth, Kate und Mary Jane waren alles Frauen, die einfach nur überleben wollten und die brutal aus dem Leben gerissen wurden.  Sie haben gelacht, geweint, gelebt. Das Buch ist vielleicht nicht für jeden etwas, gerade wegen der Umstände, die beschrieben werden. Es ist oftmals traurig und ein Happy End gibt es auch nicht. Aber es ist sehr informativ und auf jeden Fall wert einmal gelesen zu haben, vor allem wenn man sich für das Thema oder die geschichtliche Epoche interessiert.

Insofern, bis zum nächsten Mal…


Der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider, alle Angaben sind ohne Gewähr!

Filmtipp: Die Addams Family in verrückter Tradition

Die Addams Family in verrückter Tradition (1993);© Paramount Home Entertainment; DVD Cover von 2004

Hallo allerseits,

heute komme ich mit einem Filmtipp zurück, von dem die meisten sicher schon gehört haben. Ich spreche von der Addams Family in verrückter Tradition. Der Film erschien 1993 und hat laut meiner DVD eine 90 minütige Länge.

Jetzt wo wir im Herbst angekommen ist, ist der Film für viele ein Muss und das kommt nicht von Ungefähr. Die Addams Familie ist dafür bekannt, ein wenig spooky und seltsam zu sein, doch dabei immer wieder viel Humor und Herz zu zeigen. Das Licht der Welt erblickte die Familie als Comicstrip in der Zeitung The New Yorker und seitdem haben wir bereits eine Menge verschiedener TV und Film Variationen der Familie kennengelernt. Von der Familienserie in den 60ern (dafür gebe ich ebenfalls eine Empfehlung ab, die Serie ist wirklich toll), über die Cartoon-Serie der 70er, zu den beliebten Filmen der 90er, bis hin zu den animierten Filmen (von denen 2021 der letzte erschien) und schließlich zur neuen Netflix-Serie Wednesday, die dieses Jahr erscheinen soll, bekommen wir in schöner Regelmäßigkeit neue Variationen der beliebten Familie gezeigt. Die Addams sind seit über 80 Jahren allgegenwärtig und erfreuen sich immer noch einer großen Beliebtheit. Das muss man erst einmal schaffen.

Die Handlung

Die Addams Familie in verrückter Tradition kam 1993 in die Kinos und war der Nachfolger des 1991 herauskommenden ersten Teils. Die Handlung ist einfach erklärt. Es steht Nachwuchs an im Addams Haushalt, was dazu führt, dass Morticia und Gomez Debbie, die Nanny, einstellen. Onkel Fester ist gleich hin und weg von ihr. Doch die Nanny stellt sich als schwarze Witwe heraus, die Fester tot sehen möchte, um an sein Erbe zu gelangen.

Weil Wednesday Debbie durchschaut, sorgt diese dafür, dass sie und ihr Bruder Pugsley in ein Sommercamp geschickt werden – der größte Albtraum der beiden Addams Sprösslinge.

Die Stärken des Films

Allein die Hauptrollen sprechen Bände, denn der Hauptcast ist besetzt mit Hochkarätern wie Anjelica Huston, Raúl Juliá, Christina Ricci, Christopher Lloyd und Joan Cusack. Das Niveau des Films ist hoch, denn der gesamte Cast schafft es, ihre Charaktere mit voller Hingabe zu spielen. Man nimmt Huston und Juliá die Rollen von Morticia und Gomez und deren leidenschaftlicher Beziehung komplett ab und ja, viele werden die beiden als großes Vorbild nehmen, wenn es darum geht, die perfekte Ehe zu beschreiben. Die beiden haben eine unglaubliche Chemie miteinander, was einer der ganz großen Stärken des Films ist.

Auch Christopher Lloyd als Onkel Fester ist eine perfekte Wahl. Als liebevoller, doch naiver Onkel spielt er sich in alle Zuschauerherzen. Dazu ist die Bruderbeziehung zwischen ihm und Gomez herzallerliebst mitanzusehen und es ist tragisch, wie sehr Gomez unter der Trennung zu Fester leidet.

Ebenso liebe ich Christina Ricci als Wednesday. Bereits im ersten Film konnte man sehen, wie sehr sie in der Rolle aufgeht, doch ihr zweiter Auftritt als Wednesday macht noch mehr Spaß. Es ist erstaunlich, wie gut Ricci in einem so jungen Alter eine solch überzeugende Darstellung zeigt. Ich habe viele Filme mit Ricci gesehen, aber als Wedneday hat sie sich ganz besonders in meinem Hirn eingebrannt. Sie ist morbide, sarkastisch und zeigt doch hin und wieder Verletzlichkeit. Es ist kein Wunder, dass diese Figur so beliebt ist. Wie bereits im ersten Film, erkennt sie auch hier als erstes, das etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, weswegen Debbie sie natürlich loswerden möchte. Und als sie, zusammen mit ihrem Bruder Pugsley, ins Ferienlager geschickt wird, und damit ihr größter Albtraum wahr wird, ist es vor allem  ihrer Rolle geschuldet, dass gerade die Campszenen bis heute für mich am denkwürdigsten geblieben sind. Der krasse Gegensatz zwischen der morbiden und introvertierten Art der Addams Kinder und der übertrieben freundlich, extrovertierten Campwelt bringt uns Zuschauern eine Menge Spaß. In jedem anderen Film würde man die Addams Kinder als die Antagonisten sehen, die den anderen Kindern den Spaß verderben wollen, aber hier fiebern wie mit Wednesday und Pugsley und hoffen, dass sie es am Ende allen zeigen. Ganz besonders das Thanksgiving-Theaterstück  ist zum Schreien komisch.

Szenenbesprechung

Der Schöpfer der Addams Family Charles Addams, wollte mit der Addams Family das Gegenteil der perfekten, amerikanischen Family darstellen. In diesem Film gibt es eine Szene, in der ich finde, wird dieser krasse Kontrast

Die Addams Family in verrückter Tradition; ©Paramount Home Entertainment; 1993, Christina Ricci als Wednesday

ganz besonders herausgestellt. Ich spreche von der ersten Sommercamp-Szene.

Wednesday und Pugsley werden von ihren Eltern ins Sommercamp gebracht und sofort erkennt man hier den krassen Gegensatz der dunkel und schräg gekleideten Addams mit allen anderen sommerlich hell gekleideten Campbesuchern. Nicht nur, dass die Addams die Natur und die Fröhlichkeit der anderen Leute um sie herum befremdlich finden, oh nein, wir werden ebenso Zeuge, wie sie Bekanntschaft mit dem Prototyp der amerikanischen Vorzeigefamilie machen. Ich spreche von Amanda Buckman (Mercedes McNab) und ihren Eltern.

Die Buckmans stellen ganz von Beginn klar, wie reich sie seien und wie talentiert ihre Tochter sei. Mit dem Sommerkleid, den blonden Haaren und der Höflichkeit soll sie das perfekte amerikanische Mädchen darstellen und steht so im kompletten Kontrast zu Wednesday. Während Wednesday Witze über Mord und Todschlag macht, lächelt und grinst Amanda fröhlich, genau wie die Gesellschaft es von einem braven Mädchen haben möchte. Während die introvertierte Wednesday spaßeshalber an einer Flasche mit Giftschriftzug nippt, scheint Amanda Spaß daran zu haben, unter gleichaltrigen zu sein. Auch hier steht Wednesday eher alleine da. Von Kindern ihres Alters erwartet man, möglichst viel mit Freunden zu unternehmen und sich problemlos in Gruppengefüge anzupassen. Wenn man dies nicht kann, wird man zum Außenseiter und damit gilt man als unperfekt.

Und doch, trotz aller Mühe, sieht man schnell hinter die aufgesetzte Fassade der Buckmans. Es wird deutlich, dass sich hinter ihrer Freundlichkeit eher Arroganz steckt und das die Addams, egal wie schräg und gespenstig sie aussehen mögen, viel authentischer und freundlicher herüberkommen. Die Addams in all ihrer Verrücktheit tolerieren den vermeintlichen Wunsch der Kinder, in ein Sommercamp zu wollen, obwohl sie selbst wenig damit anfangen können, derweil man das Gefühl vermittelt bekommt, dass Amandas Wünsche vielleicht weniger zuhause toleriert werden würde, wenn sie gegen die Einstellung der Eltern wäre. Amanda ist vielleicht äußerlich freundlich, doch sie kann auch gemein sein und besitzt ein paar sehr egoistische Züge. Wednesday, auf der anderen Seite, hat kein Problem damit, ein Außenseiter zu sein, kümmert sich um Pugsley und Joel und macht sich weiterhin Sorgen um ihren Onkel. Vielleicht ist die Addams Family nicht perfekt, aber sie kümmert sich umeinander und sie ist fair zu anderen.

In dieser Szene macht Wednesday auch zum ersten Mal mit Joel Bekanntschaft. Im Laufe der Campzeit fangen beide an, füreinander zu schwärmen. Am Ende gleicht Joel immer mehr Gomez, und es wird ein wenig der Eindruck vermittelt, dass sich hier die nächste Addams Generation anbahnen könnte. Ich weiß nicht, wie viele die 60er Jahre Serie gesehen haben, aber es gibt eine Doppelfolge der Addams, in der das Kennenlernen von Morticia und Gomez gezeigt wird. Und Prä- Morticia-Gomez erinnert mich ein wenig an Joels anfängliche Darstellung. In dieser Folge war Gomez schüchterner und hatte kein gutes Durchsetzungsvermögen, dazu war er leicht hypochondrisch veranlagt. Ich weiß nicht, ob man Joel vielleicht extra in diese Richtung schrieb, als eine Art Hommage, aber es wäre nett, falls dem so sei. Auf jeden Fall muss ich jetzt immer daran denken.

Fazit

Ich würde jedem den Film ans Herz legen, falls man ihn noch nicht gesehen hat.  Er ist witzig und herzlich und selbst für diejenigen geeignet, die sonst keine gruseligen Filme mögen. Es ist vielleicht die Fortsetzung zum 1991er Addams Film, dennoch kann man den Film verstehen, ohne den Vorgänger gesehen zu haben. Ich persönlich  finde das Sequel sogar deutlich besser, als den ersten Film. Die Schauspieler – ob nun Hauptdarsteller oder Nebendarsteller, sind allesamt überzeugend und die Handlung unterhält einen die gesamte Zeit. Für mich ist es kein Wunder, dass der Film heute als Kult gilt.

Hier könnt ihr euch einen Trailer ansehen:

Wo schauen?

Wer den Film jetzt unbedingt schauen möchte, hat natürlich die Möglichkeit, Blurays oder DVDs zu kaufen. Und falls jemand den Film lieber streamen will, findet auf der offiziellen Paramount Homepage die Möglichkeit, alle aktuellen Streaminganbieter zu finden: Die Addam’s Family in verrückter Tradition (paramount.de)

Insofern, bis zum nächsten Mal…


Der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Und raus bist du! Serienausstiege – wurden sie ihrer Charakterentwicklung gerecht?

Hallo allerseits!

Heute bin ich mit einem Artikel zurück, der die Frage aufwirft: Wurden Serienausstiege den Charakteren und ihrer vorangegangenen Entwicklung gerecht? War die Ausstiegsgeschichte mehr oder minder eine logische Schlussfolgerung der Charakterentwicklung? Bei diesem Artikel möchte ich nicht unbedingt die „realen“ Gründe hinter dem Ausstieg besprechen. Es gibt massig Gründe, warum ein Schauspieler eine Serie verlässt. Das muss aber nicht heißen, dass der Abschied deshalb schlecht geschrieben sein muss.

Also, fangen wir an.

Randy Taylor – Hör mal wer da Hämmert (Home Improvement)

Randy Taylor stieg mit Beginn der achten (und finalen) Staffel aus der Serie aus. Besser gesagt, in der zweiten Episode. Zwar kehrt er ein letztes Mal als Gastdarsteller in der Weihnachtsfolge zurück, doch fürs Finale konnte man ihn nicht mehr gewinnen. Seine Abschiedsgeschichte: Ein Umweltprojekt in Costa Rica, an dem er zusammen mit seiner Freundin Lauren teilnimmt.

Randys Entwicklung

In der ersten Staffel galt Randy als mittlere Sohn, der gerne Streiche spielte und vor allem seinen jüngeren Bruder Mark reinlegte. Er war zwar durchaus ein cleverer Bursche, doch das Hauptaugenmerk lag auf seiner kecken, schlagfertigen Art, mit denen er hin und wieder aneckte, doch den Zuschauer immer wieder zum Schmunzeln brachte und sich selbst auch mal in Schwierigkeiten.

Im Laufe der Serie wuchs er aus seinen Streichen größtenteils raus, aber er blieb dennoch derjenige im Cast, der mit seinen sarkastischen Bemerkungen immer wieder Lacher provozierte. Nichtsdestotrotz wurde sein Charakter ernster und seine Intelligenz stärker herausgestellt. Ein Beispiel ist die Folge, in der er frühzeitig High School Kurse besuchen durfte und damit in die gleiche Klasse wie sein älterer Bruder Brad kam. In den späteren Staffeln stellte man ihn auch gerne als den verantwortungsbewusstesten der drei Jungs da. Einer, der gute Noten und eine gute Ausbildung bevorzugte und vielleicht eines Tages Journalist werden würde, da er leidenschaftlich gerne bei der Schülerzeitung arbeitete. In der Thanksgiving Episode in einer der späteren Staffel sehen wir sogar, wie er in der Suppenküche aushalf, was noch mal unterstreichen soll, wie wichtig ihm wohltätige Arbeit war. Vergleichen wir das mit dem Randy der zweiten Staffel, der in der Weihnachtsfolge noch Spendengelder klaute, um sich Spielzeug zu kaufen, so erkennt man den weiten Weg, den der Charakter hinter sich hat.

Der Ausstieg

Randys Ausstieg kam mehr oder minder ein wenig spontan. Zwar konnte man bereits ein wenig erkennen, dass seine Auftritte in den vergangenen Episoden weniger wurde, doch tatsächlich ließ erst einmal nichts darauf schließen, dass er ab der zweiten Episode der 8. Staffel aussteigt. Mir ist nicht klar, ob die Serie zu diesem Zeitpunkt bereits eingestellt war oder ob das Ende erst im Laufe der 8. Staffel feststand, aber sein Ausstieg kam ein bisschen abrupt für mich.

Zunächst sieht es in der Folge so aus, als ob er nur Abschied von seiner Freundin Lauren nehmen müsse, die für ein Umweltprojekt ein Jahr nach Costa Rica geht. Doch durch einen Zufall wird auch für ihn ein Platz frei. Nun, dieses „Projekt“ kam für mich aus dem Nichts. Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht erinnern, ob es vorher jemals benannt wurde (natürlich kam die Sommerpause dazwischen und „theoretisch“ kann man erklären, dass es während des Sommers ein Thema im Hause Taylor war). Und doch, ist dieses Projekt, was zu seinem Serienende führte, seiner vorangegangenen Charakterentwicklung gerecht geworden?

Ich sage ja. Ich finde, dass man mit diesem Projekt einen hervorragenden Grund ausgesucht hat, Randy bestmöglich aus der Serie zu schreiben. Ja, die Reise kam etwas spontan aber sie passt zu ihm. Randy hat in den vorherigen Staffeln gezeigt, wie wichtig ihm die Lösung gesellschaftlicher Probleme sind. Er engagierte sich sozial und erinnern wir uns an die Episode, in der er Binford offiziell als Umweltsünder für seine Schülerzeitung enttarnt. Randy hat hervorragende Noten und es ist ihm wichtig, an ein gutes College zu kommen. Die Familie hatte in den letzten Staffeln kaum Probleme mit ihm, weshalb es logisch ist, anzunehmen, dass sie ihn mit gutem Gewissen ziehen lassen. Auch wird darauf hingewiesen, dass er bei einer Gastfamilie wohnt, also kann man davon ausgehen, dass er in Costa Rica wie in einer Art Schüleraustausch versorgt wird (nur das niemand „getauscht“ wird). Etwas, was viele Schüler in seinem Alter tun – es ist also nicht komplett realitätsfern, dass ein Teenager für ein Jahr das Land verlässt. Dazu finde ich es schön, dass man ihn in den kommenden Folgen auch nicht komplett „vergisst“ wie es in vielen anderen Serien der Fall ist. Man spricht über ihn und seinen Aufenthalt in Costa Rica und er kommt sogar zur Weihnachtsfolge zurück, wo seine Geschichte einen großen Teil der Folge einnimmt.

Fazit

Randys Ausstieg gehört zu den besseren Serienausstiegen, die ich gesehen habe. Auch wenn er spontan kommt, so hat man ihn logisch erklärt. Man wurde in der ersten Folge nicht einfach vor vollendete Taten gesetzt, sondern man bekam eine eigene Abschiedsfolge, in der dem Zuschauer ein logisch konsequenter Abschluss geboten wurde. Die vorherigen Jahre hat man Randy zu einem cleveren, verantwortungsvollen Schüler aufgebaut, der große Pläne für die Zukunft aufweist. Bei einer Art Umweltprojekt/Austauschprogramm mitzumachen ist daher eine logische Konsequenz. Ich würde sogar sagen, dass es mich nicht überrascht hätte, wenn man diese Geschichte ohnehin für ihn zum Serienende geplant hätte, weil sie so gut zu seinem Charakter passte.

Insofern, bis zum nächsten Mal…

 


Dieser Artikel spiegelt lediglich meine eigene Meinung wider. Alle Angaben ohne Gewähr

Printbuch vs. E-Book – Die Vor- und Nachteile

Hallo allerseits!

Als Bücherfan werdet ihr es sicher alle kennen: Irgendwann fehlt der Platz im heimischen Bücherregal oder der Urlaubskoffer ist bereits so voll, dass der Stapel Bücher nicht mehr hineinpasst, den man eigentlich mitnehmen wollte. Meistens wird dann auch der härteste Printbuchfan schwach und denkt über einen E-Reader nach. Und das ist verständlich. Denn mal ehrlich, ein solcher Reader bringt eine Menge Vor-, wie Nachteile. Tatsächlich scheiden sich oft die Geister wenn es um die Frage geht, wer welches Format warum bevorzugt. Und genau deshalb dachte ich mir, wäre dieses Thema passend für den Artikel dieser Woche.

Also, fangen wir an.

Allem vorweg, auch ich habe natürlich einen E-Reader.  Obschon ich lange überlegt habe, ob ich einen brauche, so bin ich mittlerweile froh einen zu haben. Mittlerweile kaufe ich gern E-Books, vor allem, da es in dieser Sektion des Öfteren Sonderangebote gibt. Wie wir alle wissen, gibt es solche Angebote durch die Preisbindung bei Printbüchern meist nur in Form von Mängelexemplaren oder Second-Hand-Büchern (ausgenommen natürlich fremdsprachige Bücher). Daher hat man hier natürlich die Möglichkeit, richtig sparen zu können. Aber ich greife vor.

Vorteile des Printbuchs und Nachteile des E-Books

Das klassische Printbuch hat für mich immer noch sehr starke Vorteile. Bücher liegen meiner Meinung nach besser in der Hand als ein E-Reader. Mein Reader ist recht dünn, was zwar an Gewicht spart, dennoch kann das, wenn man ihn länger hält, etwas unangenehm werden. Zwar gibt es die Möglichkeit, dass man eine Tasche für den Reader kauft, doch hier muss man natürlich sagen, dass auch diese Geld kosten. Für ein Printbuch hingegen, braucht man keine Extras. Klar, auch sie werden vielleicht nach einer Weile schwerer, aber ich finde, man hält sie angenehmer.

Nebenher – ich weiß es klingt kitschig – gehöre auch ich zu den Leuten, die den „Geruch“ des Buches (vor allem bei älteren) nicht missen möchte. Ich habe viele Bücher aus Antiquariaten und der „Geruch“ vergangener Zeiten erinnert mich immer ein wenig daran, wie viel dieses Buch bereits erlebt haben kann. Würden sie sprechen können, was würden sie erzählen? Man mag darüber schmunzeln, aber Bücher regen nun mal die Fantasie an. Und Gerüche können ganz besondere Erinnerungen in uns auslösen. Das kann uns kein E-Reader geben.

Mir ist sogar etwas recht interessantes aufgefallen, in Bezug auf Printbuch und E-Book. Tatsächlich verbringe ich deutlich mehr Zeit mit einem Printbuch, als mit der elektronischen Ressource. Möglicherweise klingt das komisch, doch fiel mir erst vor einigen Wochen auf, als ich ein E-Book kaufte, wie eilig ich es durchlas, während ich mich viel intensiver mit Printbuch beschäftigte, was ich danach las. Obwohl ich beide Bücher mochte. Mit dem Inhalt hatte es also nichts zu tun.

Der Grund dafür ist einfach. In Printbüchern blättere ich oft vor oder zurück. Denn jedes Buch was ich kaufe, schaue ich mir meistens erst einmal an, indem ich ein wenig darin herumblättere. Und das nicht nur in Buchläden, auch zu Hause. Ich lese manchmal sogar an einer anderen Stelle etwas vor – oder nach, falls ich etwas vergessen habe. Und ja, da ich es manchmal nicht erwarten kann, lese ich sogar hin und wieder das Ende zuerst. Bei E-Books tue ich das nicht. E-Books lese ich meistens von vorne bis hinten durch. Und wenn ich z.B. für meine Bücher recherchiere, fällt mir das bei E-Books deutlich schwerer, denn ich finde E-Books manchmal ein wenig schwerfällig, wenn ich nur mal kurz ein wenig blättern möchte (ich kann natürlich nur von meinem E-Reader sprechen, denn bislang habe ich bloß Erfahrung mit einer Marke, vielleicht haben andere E-Reader eine andere Funktion, wenn man mal „schnell“ was nachschauen will). Bei Romanen ist diese Schwerfälligkeit für mich kein Problem, allerdings ist dies ein Grund, warum ich für Recherchezwecke tatsächlich lieber Printbücher nutze und ich mich mit den E-Books, die ich bereits für Recherche gekauft habe, bisher eher weniger beschäftigt habe.

Grundsätzlich präferiere ich also Romane als E-Books und weniger Sachbücher. Das gilt vor allem bei Lexika. Ein Beispiel ist z.B. das Buch mit einer Zusammenstellung von Magischen Kreaturen (dieses habe ich damals für die Converted Ones gekauft). Für gewöhnlich blättere ich hier in Printversionen einmal Querbeet, schreibe etwas daraus auf und lese es nicht rigide von der ersten bis zur letzten Seite. Mit dem E-Book fällt es mir schwerer, einfach mal einen kurzen Blick hineinzuwerfen und das stört mich des Öfteren. Ich weiß, man hat auch die Möglichkeit, Suchmasken in E-Readern zu benutzen, doch auch hier finde ich diese eher kompliziert, weil ich nicht immer genau weiß, was ich suche. Manchmal fällt mir ein gewisser Punkt beim Durchblättern auf und ich bleibe ganz spontan dabei hängen. Ich bin schneller und gründlicher bei den „nomalen“ Büchern. Vielleicht ist das bei mir die Gewohnheit, aber so ist es eben.

Ein weiterer Punkt, was ich schade finde, was E-Reader angeht, ist, dass nicht alle Reader jedes Format unterstützen. Das sollte man auf jeden Fall wissen, wenn man einen E-Reader kauft. Es gibt zwar die Möglichkeit, sich Apps herunterzuladen, damit man das Format umwandeln kann, aber es ist natürlich ein wenig schade, dass es hier kompliziert wird. Auch wenn es kostenfreie Möglichkeiten gibt. Alternative ist hier, dass man sich die (ebenfalls in den meisten Fällen kostenlosen) Apps der Anbieter herunterladet und auf Handy, Tablet oder PC liest – oder halt einen anderen Reader kauft. Für mich war es kein Weltuntergang das zu erfahren, aber ich habe mich ein bisschen darüber geärgert.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mir schon Gedanken gemacht habe, ein Tablet als Problemlösung zu kaufen und mir dann die verschiedenen Apps der Anbieter herunterlade. Klar, die Belichtung kann bei einem Tablet (noch) nicht mithalten, aber so muss ich wenigstens nicht die Formate umändern, wenn ich mal ein E-Book bei einem anderen Anbieter kaufe, sondern klicke einfach auf die andere App. Ich weiß, dies ist ein spezielles Problem, was nicht jeder Leser haben muss. Denn die meisten E-Books werden bei allen Anbietern in ihren passenden Formaten angeboten. Jedoch gibt es hier eben auch die Ausnahmen.

Die Apps der Shops sind übrigens ebenso von Vorteil, wenn man Hörbücher kauft, denn der Reader- wenigstens bei meinem Reader – unterstützt nur E-Books und für die Hörbücher brauche ich so oder so die App oder den PC. Natürlich, die große Frage lautet hier, was mit dem Internetzugang ist. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die Möglichkeit hat, die bereits heruntergeladenen Bücher auch offline lesen zu können.

Die Vorteile des E-Books und Nachteile des Printbuchs

Und doch, neben den aufgezählten Nachteilen, es gibt auch viele Vorteile. Das schnellste Vorweg: Ich liebe die Beleuchtung an meinem Reader. Sie ist sehr angenehm für die Augen und gerade wenn man sich draußen aufhält, ist es super zum Lesen, manchmal besser als mit dem traditionellen Buch. Dazu sehen die Seiten wie in einem Printbuch aus. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, die Größe der Schriftart zu verändern. Es gibt viele Leute, die Probleme mit zu kleiner Schrift haben, sie im Reader vergrößern zu können, ist spitze. Auch wenn man E-Books in den Apps liest, gibt es die Vorteile, die Schrift zu vergrößern. Dazu sind Printbücher leider nicht in der Lage.

Ein weiterer Pluspunkt: Der Preis. Gerade fremdsprachige E-Books (oder manchmal auch im speziellen Selfpublisher E-Books) sind oft deutlich billiger als ihre Printversionen, dazu gibt es oft Sonderangebote, in denen man richtige Schnäppchen machen kann. Das ist von Vorteil für den geplagten Geldbeutel, denn Bücher werden immer teurer (die Papierpreise sind wild geworden, das merke ich auch, wenn ich meine Bücher veröffentliche). Nebenher sind E-Books klasse, wenn man einzelne Kurzgeschichten sucht. Hier kann man oft eine schöne Geschichte für einen unschlagbaren Preis ergattern.  Ich weiß selbst, dass es sich kaum lohnt, ein Printbuch für eine Geschichte mit knapp 50 Seiten zu verlegen. Nicht umsonst werden meistens Kurzgeschichtensammlungen veröffentlicht. Deshalb lohnt sich hier die elektronische Ressource, wenn man an nur eine einzige Geschichte lesen möchte (unter der Voraussetzung, dass die einzelne Geschichte innerhalb der Sammlung natürlich auch veröffentlicht wurde). Die Möglichkeiten beim E-Book sind – auch für den Autor – deutlich vielfältiger. Gerade Self-Publisher können hier zwischendurch immer mal etwas publizieren. Eine Kurzgeschichte zwischen zwei Büchern herauszubringen kann den Lesern die Wartezeit verkürzen. Und als E-Book ist es möglich, den Preis oft kundenfreundlicher zu halten (gerade seit den gestiegenen Kosten).

Ein weiterer, sehr offensichtlicher Vorteil ist bei E-Books, dass man sich hunderte herunterladen und diese überall hin mitnehmen kann, ohne viel Platz oder Gewicht zu verschwenden. Mein Problem war stets, dass ich viel zu viele Bücher mit mir im Urlaub rumgeschleppt habe. Der E-Reader oder die Möglichkeit, auf eine App zurückzugreifen, löst diese Problematik und das ist super praktisch. Vor allem wenn man mit dem Flugzeug, Bus oder Zug in den Urlaub fährt und man da natürlich deutlich weniger Gepäck mitnehmen darf.

Es gibt auch noch einen weiteren Vorteil, den man nennen sollte. Nämlich, das E-Books – anders als Printbücher – deutlich länger zum Verkauf stehen. Falls das gewollte Buch nämlich bereits ausverkauft ist, kann man oft noch auf die elektronische Ressource zurückgreifen. Für mich ist das Klasse, denn so weiß ich, dass ich das Buch, was ich mir gerade vielleicht nicht leisten kann, später noch da sein wird, selbst wenn ich es nicht mehr im Print bestellen kann. Und wer weiß, vielleicht bringt das weiterhin erfolgreiche E-Book dann ja auch den Grund für den Verlag, das Buch noch einmal im Print aufzulegen.

Fazit

Printbücher gefallen mir bis dato weiterhin ein wenig mehr als E-Books und daraus mache ich keinen Hehl. Etwas in den Händen zu halten, die Seiten einfach mal durchzublättern, schneller zurück und vor zu lesen, das präferiere ich. Und doch, ich habe auch E-Books lieben gelernt. Es ist so schön praktisch, die elektronischen Ressourcen überall mitzunehmen, ohne viel Platz und Gewicht zu beanspruchen. Außerdem ist es eine Möglichkeit, den Geldbeutel zu schonen. Ich finde, unterm Strich kann man nichts falsch machen, sich einen E-Reader zuzulegen und gerade wenn man viel reist oder wenig Platz hat, lohnt es sich vor allem.

Insofern, bis zum nächsten Mal…

 

 

 

 


PS: Alle Angaben ohne Gewähr; Alles spiegelt meine eigene Meinung wider.

Buchtipp: Lauren Graham: Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl

Lauren Graham – Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl, Fischer Verlag 2017

Hallo allerseits!

Heute bin ich wieder mit einem Buchtipp zurück. Diesmal geht es um Lauren Grahams Biografie „Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl“. Ich habe das Buch  in der 2. Ausgabe von 2017. Es erschien im Fischer Verlag und kommt auf ca. 255 Seiten.

Ich muss eins Vorweg sagen: Anfang der 2000er war ich ein unglaublich großer Gilmore Girl Fan. Ich habe die Sendung jeden Nachmittag im TV geschaut und später auch in der Primetime, als die letzten Staffeln immer populärer in Deutschland wurden. Auch wenn ich sagen muss, dass ich zum Ende hin ein wenig unzufriedener wurde, was die Storylines anging, so hat sie mir doch eine Menge Spaß und Unterhaltung in meiner Teenagerzeit gebracht.

Als ich gehört habe, dass Lauren Graham eine Biografie geschrieben hat, musste ich die natürlich sofort haben. Der Charakter von Lorelei gefiel mir schon immer mit am besten, deshalb war ich gespannt, was die Schauspielerin der Rolle so alles zu sagen hat und ob sich ihre Charakterzüge vielleicht sogar gleichen oder es zwei vollkommen verschiedene Persönlichkeiten sind.

Lauren Graham kommt von Anfang an sehr sympathisch in ihrer Biografie herüber und es hat Spaß gemacht, ihren Werdegang im Buch zu verfolgen. Sie beschreibt ihr Leben von ihrer Kindheit bis hin zum Gilmore Girls Reboot „Ein neues Jahr“. Zum letzteren liefert sie sogar ein kleines Tagebuch über die Dreharbeiten. Nun, natürlich dürften Fans am meisten daran interessiert sein, wie viel Graham von ihren Jahren bei Gilmore Girls schreibt. Vor allem, da der deutsche Titel damit mehr oder minder wirbt. Leider muss ich dazu sagen, dass ich mir deutlich mehr Infos über die Serie gewünscht hätte, als das Buch mit dem deutschen Titel verspricht. Der Titel soll, glaube ich, eher auf Grahams eigene, quirlige Art anspielen, die man auch mit Lorelais Temperament vergleichen kann, als auf eine Zeitreise mit den Gilmore Girls. Anekdoten vom Set gibt es nicht viele, was ich persönlich schade finde und hoffe, dass sie vielleicht in der Zukunft ein Buch nur über dieses Thema schreibt. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch verständlich, dass man bei einer Biografie versucht, so viele verschiedene Themen wie möglich aus seinem Leben in das Buch zu schreiben und sich nicht nur an ein Thema hält. Der englische Titel: „Talking as fast as I can“ trifft meiner Meinung nach deutlich passender zu dem Buch, denn da assoziiert man natürlich nicht unbedingt nur die „Gilmore Girls“ mit dem Buch, sondern eher Lauren Grahams Charakter. Und genau darum geht es ja auch bei einer Lebensgeschichte.

Das Cover gefällt mir persönlich sehr. Die blaue Hintergrundfarbe ist sehr fröhlich und mir gefällt ebenso, dass es kein ernstes Foto ist, sondern ein wenig die quirlige Persönlichkeit heraushebt, die man in dem Buch ein vermittelt bekommt. Ebenso finde ich, dass das Foto auch sehr gut zu ihrer wohl berühmtesten Rolle der Lorelai Gilmore passt.

Obwohl ich es wirklich schade finde, dass man nicht besonders viele Infos über die Zeit bei den Gilmore Girls findet (ich liebe Hinter- den- Kulissen-Infos), so ist das Buch dennoch einen Kauf wert. Es ist eine schöne Sommerlektüre, die flüssig zu lesen ist. Mir hat es gefallen.

Insofern, bis zum nächsten Mal…

Zu „Die letzte Wahrheit“ Die 2. Auflage

Hallo allerseits!

Die letzte Wahrheit ist nun endlich in der 2. Auflage erschienen. Und ich spreche hier nicht nur von einem neuen Cover oder Verbesserungen in der Rechtschreibung, oh nein. Ich spreche von einer kompletten Überarbeitung. Der Ausgang und Kern der Geschichte bleibt aber derselbe.

Für mich war die Überarbeitung dieses Buches schon länger fällig, denn mir gefiel die Geschichte bereits einige Jahre nicht mehr. Das Buch, ähnlich wie „Die Ära der schweigenden Muse“ ist tatsächlich älter als die eigentliche „Erstauflage“ von 2017. Sowohl die „Wahrheit“ als auch die „Ära“ schrieb ich, da war ich vielleicht um die 16 Jahre alt und das sehe ich immer wieder, wenn ich eins dieser Bücher verbessere. In allen Jahren habe ich immer mal wieder kleinere Korrekturen vorgenommen, doch meistens nur an der Rechtschreibung und selten an der Geschichte an sich (wenn nur kleinere Dinge). Obwohl ich in den letzten Jahren immer unzufriedener mit den Geschichten wurde, habe ich stets gedacht, dass es unfair wäre, zu viel zu verändern, weil es ja dieselbe Geschichte bleiben müsste.

Doch damit ist nun Schluss. Weshalb ich die neue Version komplett überholt habe. Ich habe versucht, dass der Roman im großen und ganzen gleich bleibt. Trotzdem habe ich einige Storylines abgeändert, weil mir sonst der Ausgang der Charakterentwicklungen nicht mehr gefiel. Damals wollte ich möglichst skandalös schreiben, damit ich heraussteche, doch heute gefallen mir viele dieser Storylines einfach nicht mehr. Und da „Die letzte Wahrheit“ nie ein echter Kassenschlager war, habe ich beschlossen, dass ich die Geschichte nun in etwa so schreibe, wie ich sie heute schreiben würde – obwohl ich auch hier einige Kompromisse eingegangen bin (hauptsächlich bei Natalies Geschichte), damit der Kern und der Ausgang der Geschichte erhalten bleiben konnte.

In meinen Anfangsjahren als Autorin habe ich öfters schneller gedacht als geschrieben. Das passiert mir heute auch noch, aber nicht mehr in dem Ausmaße. Vieles wurde mir nun zum ersten Mal bewusst, als ich die Geschichte in mein Schreibprogramm setzte (Diese Programme sind goldwert, etwas was ich nie angenommen habe, aber tatsächlich war es genau das, was mir bei meinen vorherigen Überarbeitungen immer fehlte). Auch was die Charakterentwicklung und ihre Dialoge betraf, habe ich wenig subtil gearbeitet und eher krasse Worte und Dialoge benutzt, die ich heute bei weitem nicht mehr so schreiben würde. Gerade bei Charakteren wie z.B. Aiden habe ich mich in der Überarbeitung gefragt: Warum soll er ein Happy End bekommen? Genau aus diesem Grund stand ich vor einer Frage: Soll ich ihm ein anderes Ende schreiben oder einfach einige Storylines verändern? Da sein Happy End aber auch mit anderen Geschichten kollidierte, beschloss ich, ein paar Veränderungen in seiner Charakterreise zu unternehmen. Auch die Natalie Storyline würde ich heute anders schreiben, dennoch habe ich mich hier entschlossen, ihre Storylines nur oberflächlich abzuändern, weil ich sonst zu viel von der Grundgeschichte hätte verändern müssen.

Ich weiß, es ist nicht gut, Vergangenes wieder heraus zu kramen, aber die Unzufriedenheit, was diese Version betraf, hat mich lange beschäftigt, weil ich einfach wusste, dass mir die Art und Weise nicht gefällt, wie das Buch aufgebaut ist. Und das schöne am Self-Publishing ist, dass man auch noch einmal neu anfangen kann. Daher ich bin froh, dass ich die Geschichte erneut überarbeitet habe. Und dieses Mal von Grund auf und nicht nur oberflächlich.

Aller Kritik zum Trotz sind diese Bücher Teil meiner Entwicklung , die mich mittlerweile bis zu den Converted Ones gebracht haben.  Als Teenager liebte ich Soap Operas und  90er Jahre US-Teenage-Drama Serien und das sah man in „Die letzte Wahrheit“ ganz besonders, wie ich finde.

Ich mag die Kerngeschichte weiterhin – ganz besonders die Aubrey/Erin Geschichte- ich weiß nur, dass ich – würde ich die Geschichte in einer Art Remake neu schreiben – einige Storylines und Enden mit Sicherheit anders verfassen würde als damals.

Insofern … nur kurz meine Gedanken zu dem Thema.

Eure Pola

Filmtipp: Billy Wilders „Boulevard der Dämmerung“

DVD Cover: Boulevard der Dämmerung, Paramount Pictures, 2003

Hallo allerseits,

heute bin ich zurück mit einem ganz besonderen Filmtipp. Dieser Film hat mich dazu inspiriert, „Die Ära der Schweigenden Muse“ zu schreiben. Ich spreche von Billy Wilders „Boulevard der Dämmerung“ oder auf englisch: „Sunset Boulevard“. Der Film-Noir Klassiker erschien 1950 und hat eine Laufzeit von etwa 106min (laut DVD). Die Besetzung lässt sich sehen, denn neben William Holden spielt auch die große Stummfilmschauspielerin Gloria Swanson die Hauptrolle.

Da ich nicht zu viel vom Plot verraten möchte, gibt es hier nur eine kurze Zusammenfassung der Handlung.

Bei dem Film geht es um Joe Gillis (William Holden), einen Drehbuchautor, der vor seinen Gläubigern flüchtet und so Bekanntschaft mit der längst vergessenen Stummfilmschauspielerin Norma Desmond (Gloria Swanson) schließt. Sie bittet ihn ihr bei einem Drehbuch zu helfen, was sie zurück auf die Leinwand bringen soll, was Gillis tut. Mit der Zeit gerät er in eine immer schlimmer werdende Abhängigkeit Desmond gegenüber. Diese glaubt, ein großes Comeback vor sich zu haben, was aber so gut wie ausgeschlossen ist. Am Ende kommt es zu einem großen Showdown, der einen von ihnen das Leben kosten wird.

Seitdem ich „Boulevard der Dämmerung“ das erste Mal im Fernsehen sah, bin ich ein großer Fan des Filmes. Die Stummfilmzeit hat mich immer fasziniert und durch „Boulevard der Dämmerung“ bin ich zum ersten Mal wirklich in die Materie eingeführt worden und die Geschichte hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Ich finde es erstaunlich, wie viele „alte“ Stummfilmberühmtheiten Billy Wilder für seinen Film besetzen konnte. Neben Gloria Swanson und Erich von Strohheim, sehen wir auch Cecil B. DeMille sowie Buster Keaton,  Anna Q. Nilsson, H.B. Warner als auch die bekannte Reporterin Hedda Hopper, die als Schauspielerin ihre Karriere begann.

Auch die Geschichte, die thematisiert wird, der Fall der großen Stummfilmmimen, ist überzeugend dargestellt. Gloria Swansons Darstellung allein ist bemerkenswert. Sie schafft es perfekt, die realitätsferne Diva darzustellen.  Sie spielt den Charakter mit einer Mischung aus Wahnsinn, Tragik und auch immer mit einem letzten Funken Hoffnung, wieder auf bessere Zeiten zu blicken. Swanson selbst war eine berühmte Stummfilmmimin, hat den Umschwung zwischen Stummfilm und Talkies miterlebt. Sie war eine echte Zeitzeugin dieser Erneuerung Hollywoods. Kein Wunder also, dass man ihr die Leidenschaft, diese Rolle zu verkörpern, auch ansieht.

Die Stummfilmzeit an sich war extrem interessant und es lohnt sich für jeden Filmfan, sich ein wenig in die Materie hineinzulesen – selbst wenn man Stummfilme an sich vielleicht nicht mag. Denn es stimmt, was der Film uns sagen will. Durch den Tonfilm haben viele Schauspieler ihre Jobs verloren, da ihre Stimmen auf einmal eine größere Gewichtung hatten als ihre Gestik. Für die Stars war das ein großer Schock und es war tatsächlich nicht ungewöhnlich, dass das plötzliche Karriereende eine Menge Leben ruinierte. Es gab Selbstmorde und Einweisungen in Psychiatrien. Und dass mit dem Ende der Stummfilme auch der große Börsencrash einherging, war natürlich auch nicht gerade förderlich. Die Schauspieler kamen nicht damit klar, dass sie vom einen auf den anderen Tag vergessen waren und mit einer vollkommen neuen Riege ausgetauscht wurden. „Boulevard der Dämmerung“ zieht eine Menge Parallelen zur damaligen Realität und genau das schockiert wie fasziniert gleichermaßen.

„Boulevard der Dämmerung“ ist meiner Meinung nach, einer der besten Filme, die jemals gedreht wurden. Aber, für mich kann Billy Wilder auch schwerlich enttäuschen. Ich gestehe, ich bin ein großer Fan seines Lebenswerk. Der Film bietet Spannung, Drama und man kann ebenso einen kurzen Blick in eine längst vergessene Zeit werfen. Und damit meine ich sowohl die Stummfilmära  wie das Kino der Goldenen Ära, denn der Film spielt Ende der 1940er Jahre.  „Boulevard der Dämmerung“ führt uns in die pompösen Villen der Stummfilmstars, wandert mit uns durch das  Studiogelände der Paramount Pictures in den 1940er Jahren. Wir blicken hinter das Starsein – sehen die Schattenseiten wie die Glanzzeiten und lernen auch etwas über das Studiosystem an sich. Hollywood spielt sich in diesem Film selbst- man beschönigt nichts, zeigt die brutale Realität des Business und die Auswirkungen, die die Entscheidungen damals mit sich trugen.

Die Thematik hat bei einigen Leuten der Filmwelt auf jeden Fall einen Nerv getroffen, denn Louis B. Mayer soll damals so wütend auf den Film gewesen sein, dass er Wilder „teeren und federn“ wollte (Quelle: Boulevard der Dämmerung – Wikipedia).

Das Cover auf dem Bild oben stammt übrigens von meiner DVD. Ich mochte das Bild sehr gerne, denn es zeigt ganz klar, was der Film aussagen möchte: Das ist Norma Desmond, eine wahre Diva. Und doch steht sie alleine da, vergessen von all ihren Fans – was sie aber nicht davon abhält, weiterhin eine Diva zu bleiben.

Szenenbesprechung

Boulevard der Dämmerung (1950); Paramount Pictures

Eine bestimmte Szene möchte ich gerne besprechen. Es geht um den Moment im Film, in dem Norma Desmond zu den Paramount Pictures fährt, im Glauben, dass Cecil B. DeMille ihre Drehbuch-Idee umsetzen möchte. Wir sehen, wie sie in ihrem Oldtimer zu den Toren der Paramount Pictures fährt und ohne Termin zu DeMille zugelassen werden möchte. Der jüngere Wächter möchte sie nicht hereinlassen, weil er sie nicht kennt, der ältere aber weiß ganz genau wer sie ist und öffnet die Tore für die große Norma Desmond. Auch in der späteren Szene wird klar, dass die älteren Semester durchaus wissen, wer Norma Desmond ist und sie voller Faszination ansprechen, sowie sie merken, wer sie ist. Während sie unter den jüngeren Menschen vergessen scheint. In der Szene, in der sie DeMille am Filmset besucht, entdeckt einer der älteren Lichttechniker Norma und führt den Scheinwerfer direkt zu ihr, damit sie genau dort steht, wo sie seiner Meinung nach sein soll: Im Mittelpunkt, im Licht der Aufmerksamkeit (siehe Bild oben). Norma genießt diese Zuneigung zusehends und plötzlich werden auch die anderen Menschen auf dem Filmset auf sie aufmerksam und umringen sie voller Bewunderung. Obwohl einer ihrer Bewunderer sogar erwähnt, dass er dachte, sie sei bereits tot. Hier zeigt sich, wie lange Norma eigentlich schon am Filmset verschwunden ist. Und doch scheint es für sie, als sei kein Tag seit ihren Glanzzeiten vergangen.

In dieser Szene ist Norma für eine kurze Zeit endlich wieder der Star. Ihr Narzissmus wird gefüttert, und der Traum, jetzt wieder ganz oben zu sein, scheint zum Greifen nah. Und gleichzeitig hat diese Szene einen bittersüßen Beigeschmack, denn Norma weiß nicht, dass sie nicht etwa wegen eines Filmangebots von Paramount angerufen wurde, sondern weil man sie bitten möchte, ihren Oldtimer für Dreharbeiten zu Verfügung zu stellen. Und dass all ihre Vertrauten wie Max, Joe oder auch Cecil B. DeMille ihr diese Wahrheit  verschweigen, zeigt, dass jeder Außenstehende ihre Verzweiflung erkennt und nur Norma selbst in ihrer eigenen, realitätsfernen Welt gefangen scheint. Diese Szene macht noch einmal ganz deutlich, wie wirklichkeitsfremd Norma ist und wie sehr alle umstehenden dieses Verhalten unterstützen. Es ist also kein Wunder, dass eine Eskalation in greifbarer Nähe ist.

Was mir persönlich an der Szene ebenso gefällt und auch ein wenig humoristischer gestaltet wurde, ist der Moment, als ein Mikrofon in Normas Richtung fährt und es die Pfauenfeder an ihrem Hut berührt. Sie erschreckt sich und schiebt das Mikrophon irritiert und leicht angewidert fort. Es ist eine nette kleine Erinnerung daran, dass Norma es nicht gewöhnt ist, Mikrofone an einem Filmset zu haben und sie es angewidert wegschiebt, weil sie von Tonfilmen nur wenig hält. Doch auch hier stellt sich eigentlich nur eine Frage: Wie möchte sie ein Star in einem Medium sein, was sie eigentlich so vehement ablehnt?

fazit

Ich kann den Film wirklich nur jedem ans Herz legen, vor allem wenn man sich für Filmgeschichte interessiert. Wer keine DVD oder Bluray mehr kaufen kann oder will, der hat die Möglichkeit, auf der offiziellen Paramount Website alle Streaming Anbieter zu finden: Sunset Boulevard (1950) (paramount.de). 

Für mich wird dieser Film auf jeden Fall immer einen ganz speziellen Platz in meinem Filmherzen haben.

Insofern, bis zum nächsten Mal…

Apropos, wer möchte, kann sich hier auch den Trailer ansehen:

 

 

 

Buchtipp: „Fairies“ Skye Alexander

Pola Swanson; Logo made with Canva

Hallo allerseits,

diese Woche gibt es wieder einen Buchtipp. Und was soll ich sagen, da ich eine Menge englischer Bücher lese (denn viele Bücher, die ich gerne lesen würde, sind entweder nicht auf Deutsch erschienen oder ich kann einfach nicht so lange warten, bis sie es sind), ist auch dieses in englischer Sprache. Doch versprochen, beim nächsten Buchtipp wird es etwas geben, was auf Deutsch erschienen ist.

Heute spreche ich über Skye Alexanders „Fairies – The Myths, Legends & Lore“. Meine Ausgabe erschien 2017 bei Adams Media welches zu Simon & Schuster gehört; 2014 erschien die Erstausgabe.

„Fairies – The Myths, Legends, & Lore“ von Skye Alexander, Adams Media (Simon & Schuster), 2017

Ich habe das Buch hauptsächlich gekauft, weil ich mir für „The Converted Ones“ ein paar  mehr Hintergrundinformationen holen wollte. Und ich wurde nicht enttäuscht. Das Internet ist für eine schnelle Recherche immer ein guter Ort, aber wenn ich etwas mehr erfahren will, dann greife ich gern zu Büchern und es zahlt sich meistens aus.

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt, von dem es im ersten Teil fünf Kapitel über den „Fairy Realm“ also das Feenreich gibt. Alexander erklärt wie Feen aussehen, welche Charakteristika sie haben, wie sie sich benehmen und welche Beziehung sie zu Menschen haben. Dazu erklärt sie, wie Feen in Märchen oder anderen Geschichten oft wahrgenommen werden.

Im zweiten Teil stellt sie uns dann die verschiedenen Feen aus aller Welt vor. Aus England, Irland, Nord- und Südeuropa. Sowie die Feen aus dem Slawischen, Afrikanischen, Persischem, Mittelöstlichen, Asiatischen, Australischem und Amerikanischen Raum.

Es gibt sogar einen Abschnitt über deutsche Feen. Hier finden sich Wesen wie Kobolode oder die Lorelei und sie setzt sich ebenso mit dem Erlkönig auseinander.

Dasselbe Schema verfolgt sie bei den anderen Feengruppen aus anderen Ländern. Zu jeden dieser Gruppen und Wesen schreibt sie einen kleineren oder größeren Absatz, in der sie die Charakteristika dieser Kreaturen beschreibt.

Ich mochte das Buch gerne. Es war kompakt geschrieben und man hat eine Menge Informationen über die Feenmythologie sammeln können. Man bekommt einen schönen Überblick und wenn man Lust hat, kann man hinten in der Bibliographie schmökern und weitere Titel finden, in denen man mehr Bücher oder Internetseiten über das Thema finden kann. Ich persönlich liebe die Bibliografien in Büchern. Denn sie zeigen nicht nur, wie stark sich der Autor mit dem Thema auseinandergesetzt hat, sie geben auch dem Leser gute Tipps, welche Bücher man als nächstes lesen könnte. Ich weiß wovon ich reden, denn den Großteil meiner eigenen „Bibliothek“ habe ich durch Bibliografien entdeckt 🙂 Ebenso gibt es einen Index (yeah!) bei dem sofort zu jedem Stichpunkt findet, das man sucht.

Es ist natürlich keine komplexe Enzyklopädie, das Buch weist 224 Seiten auf, doch, wie gesagt, es bietet einen sehr guten Überblick. Ich finde es leicht lesbar, auch als nicht Muttersprachler. Ich empfehle es auf jeden Fall weiter. Vor allem, wenn man noch nicht so viel über das Thema Feen weiß, ist das ein guter Anfang. Man merkt deutlich, dass die Autorin Spaß am Schreiben hatte und sie das Thema auf eine lockere Weise ernst nimmt.

Noch ein letztes zum Cover. Ich kaufte das Buch gebraucht, also weiß ich nicht, ob es ursprünglich mit einem Umschlag verkauft wurde. Was ich mag ist die Farbe und die Schrift auf dem Cover. Flieder gehört zu meinen Lieblingsfarben, also kann man da bei mir nichts falsch machen. Außerdem finde ich, dass die Schriftart passend zum Thema gewählt wurde.

Insofern, bis zum nächsten Mal…

Ranking: Scream Openings

Pola Swanson; Made with Canva

Hallo allerseits!

Diese Woche wollte ich etwas neues ausprobieren. Eigentlich hatte ich überlegt, ein Episoden-Ranking zu machen, aber ich dachte mir, ich fange mit einem Film – oder besser gesagt, mit einem Filmfranchise an, auch da meine andere Idee mit Feiertagen zu tun hatte und das vielleicht noch etwas früh ist.

Heute geht es daher um die „Scream“ Openings. Anders ausgedrückt: Ich möchte die Anfangssequenzen in den bislang 5 erschienenen „Scream“-Filmen bewerten. Welches hat mir am besten gefallen? Bei welchem hätte man noch etwas nachbessern können? Finden wir es heraus und fangen wir an!

Platz 5

Scream 3

Ich habe lange zwischen zwei Openings hin und her gegrübelt und mich letzten Endes für diesen Film entschieden. Ich weiß, dass „Scream 3“ mit vielen Problemen zu kämpfen hatte. Während Kevin Williamson die ersten beide Teile schrieb, so schien man beim 3. Teil nicht auf einen grünen Pfad zu kommen und er schied dementsprechend aus dem Franchise aus. Dazu kam, dass Horrorfilme, durch den Schulamoklauf in Columbine, plötzlich mit anderen Augen gesehen wurden. Man gab den Gewaltdarstellungen in Film und TV die Mitschuld an der schrecklichen Tragödie, sodass man ein wenig weg von der Gewalt rücken wollte aus Angst, dass man sonst Ärger bekäme. „Scream 3“ ist deshalb deutlich komödiantischer angelegt als der Rest der Filme. Theoretisch sollte „Scream 3“ der letzte Teil eine Trilogie werden. Daher erklärt uns „Randy“ auch die Regeln einer Trilogie und nicht etwa die eines weiteren Sequels.  Aber wie es nun mal so in Hollywood ist, wird es erst ein Ende geben, wenn die Kinokassen nicht mehr klingeln.

Was die Opening-Sequenz betrifft, so muss ich sagen, gefiel sie mir am wenigsten – auch in Hinblick auf den Rest des Filmes. Wie im ersten Film, starten wir die Geschichte mit einem Anruf. Diesmal trifft es Cotton Weary. Wir kennen Cotton aus den ersten beiden Filmen und mir persönlich war er nie wirklich sympathisch, trotzdem gehörte er irgendwie zu dem Film dazu. Er ist mittlerweile ein gefeierter Fernsehstar und zunächst glaubt er, er würde mit einem Fan sprechen, der sich verwählt hätte. Zu spät wird ihm klar, dass Ghostface es auf ihn abgesehen hat. Dieser droht, seine Freundin umzubringen, sofern er ihm nicht Sidney Prescotts Aufenthaltsort verrät. Es kommt wie es kommen muss und Ghostface schafft es tatsächlich, Zugang zu Cottons Wohnung zu bekommen. Dort jagt er nicht nur Cottons Freundin durchs Haus und tötet sie, auch Cotton wird am Ende der Sequenz von Ghostface ermordet und scheidet damit aus der „Scream“ Welt aus.

Was mich an dem Opening störte, war gar nicht speziell das Opening an sich. Das Problem war, dass die Anfangssequenzen in Teil 1 und 2 einfach unbeschreiblich gut waren und ich mir vielleicht eine etwas andere Idee gewünscht hätte. Cotton ist ein TV-Star. Wäre es nicht cooler gewesen, wenn der Drohanruf Live im Fernsehen erschienen wäre? Das hätte gleich ein wenig mehr Spannung gebracht, vor allem, wenn niemand den Anruf ernst genommen hätte – außer Cotton. Auch der Voicechanger wäre hier besser eingesetzt gewesen, da Ghostface sich mit der Stimme von Cottons Freundin, Cotton selbst oder einem anderen bekannten Namen hätte schmücken können.

Die Spannung in den ersten beiden Filmen war dauerhaft vorhanden und man fieberte mit den Charakteren mit. Hier ging es mir nicht unbedingt so. Ich weiß, Cottons Tod sollte zeigen, dass in diesem Teil alles möglich ist – ähnlich wie bei Drew Barrymore. Ebenso sollte die Einführung des Voice Changers zeigen, dass jeder unserer liebgewonnenen Charaktere jetzt einen Anruf tätigen könnte – ergo haben wir keine Sicherheit mehr, was wir wem glauben und welcher Anruf nun echt ist.

Ich nehme an, die Nutzung des Voice Changers, in der Szene als man Cottons Freundin verwirrte, wer jetzt genau vor der Tür stand, sollte den Zuschauer  ebenso verwirren und glauben lassen, Cotton wäre vielleicht wirklich irgendwie involviert (er hätte das Telefonat z.B. aufzeichnen können um später ein Alibi zu haben).  Cotton war schließlich nie ein wirklich sympathischer Charakter, man konnte annehmen, dass er die Seiten wechselte, nur um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Und den „vermeintlich“ ersten Mörder in der Anfangssequenz zu zeigen, wäre etwas Neues gewesen, was ebenso neue Regeln ins Spiel brächte – was letzten Endes aber nicht getan wurde, denn Cotton ist unschuldig und wird – genau wie seine Freundin – ermordet.

So oder so ich würde den Opener im dritten Teil als mau bezeichnen.  Es kam für mich die komplette Zeit überhaupt keine wirkliche Spannung auf und im Grunde konnte man schon sehen, wohin die ganze Geschichte führte, als Cotton den Anruf bekam. Sein Tod tat mir zwar leid, schließlich begleiteten wir Cottons Geschichte bereits seit dem ersten Teil. Dennoch kann man das Opening auf keinen Fall mit den zwei vorherigen vergleichen.

Dazu finde ich den Voice Changer vielleicht nicht so schlimm wie der Rest der Fangemeinschaft, dennoch ist er unrealistisch und wird dafür aber auch nicht gut genug in Szene gesetzt.  Im Gegensatz zu den vorangegangenen Openings war ich etwas enttäuscht. Es hatte sich irgendwie nach einer Routine angefühlt, fast lustlos und nicht mehr nach etwas besonderem wie in den Teilen zuvor. Die Frustration, dass man den Film durch die äußeren Umstände nicht so gestalten konnte, wie man wollte, spürt man meines Erachtens durch die Kameralinse.

Platz 4

Scream 4

Ich sage es einfach mal klar heraus: Ich bin kein Fan von Scream 4. Vielleicht habe ich mich in den vergangenen Jahren etwas mehr mit dem Film angefreundet, trotzdem würde ich ihn immer noch auf den letzten Platz in meinem Gesamt-Ranking setzen. Sogar vor 3. Auch wenn 3 eine Menge Fehler hat, so ist der Film okay, wenn man ihn innerhalb der Trilogie sieht. Im vierten Teil hingegen gibt es viele Dinge, die ich nicht mag und über die ich nur schwer hinwegsehen kann. Ich möchte nicht direkt ins Detail gehen, weil der Beitrag sonst zu lang wird, aber vielleicht schreibe ich mal einen eigenen Artikel darüber. Fakt ist, der Film hatte es von Anfang an nicht leicht, es mit seinen Vorgängern aufzunehmen. Auch, weil die Ursprungsfilme als Trilogie geplant waren. Die Geschichte war „theoretisch“ abgedreht, sie hatte einen Anfang, Mitte und Schluss. Jetzt mit etwas Neuem zu kommen, ist immer kompliziert. Als eigenständiger Film fände ich ihn vielleicht gar nicht so schlecht, aber als Teil des „Scream“-Franchises gefällt er mir eben nicht wirklich.

Warum ich den viertel Teil bei diesem Thema nicht auf den letzten Platz setze, ist einfach: Für  „Scream 4“ hat man sich ein paar Gedanken gemacht und die Opening-Sequenz ein wenig kreativer gestaltet, als beim  Vorgänger. Glauben wir zunächst, einen ähnlichen Anfang wie in jedem Teil zu schauen – jemand kriegt einen Anruf und Ghostface kommt zum Jagdvergnügen –  so wird uns rasch verraten, dass die ersten Morde lediglich „Film in Film“ Sequenzen sind. Hier sollte uns weisgemacht werden, dass die Opener des fiktiven „Stab“ real sind, bis wir mit der Einblendung der Title Card eines besseren belehrt werden.

Die erste Szene gefiel mir sehr gut, doch auf die zweite hätte ich verzichten können. Die Szene allein fand ich bereits ein wenig schal, aber auch weil ich der Meinung war, dass ein Streich wirklich ausreichte und mir nach dem zweiten „Fake“ Opening schon ein wenig die Lust fehlte. Nichtsdestotrotz gefielen mir die beiden „Fake“ Sequenzen unterm Strich viel mehr, als das eigentliche Opening und das ist sehr schade.

In den ersten paar Szenen der „realen“ Sequenz fragt man sich nach zwei falschen Anfängen unweigerlich, ob dies nun tatsächlich das richtige Opening ist oder am Ende- ob es das auch war oder nun ein viertes nachgereicht wird. Durch die beiden Fake-Sequenzen hatte die Spannung bereits deutlich abgenommen. Deshalb war es für mich etwas schwer, die Szene dann auch richtig nachzuverfolgen, weil ich nicht unbedingt davon ausgehen konnte, es diesmal mit dem richtigen Anfang zu tun zu haben. Ich hatte schier die Lust daran verloren, jetzt schon wieder eine ähnliche Szene zum dritten mal zu sehen. Genau wie ich es mir in Teil 3  wünschte, hätte ich mir auch hier ein eher unerwartetes Opening gewünscht. Z. B. Ein radikaler Schnitt in der „realen“ Sequenz zu einer komplett anderen Location, als dem Filmeabend in einem netten Häuschen. Aber nein, wieder lief alles nach dem bekannten Schema, was man mittlerweile gewohnt war. Nebenher waren die Charaktere wenig erinnerungswürdig – ich erinnere mich tatsächlich mehr an die „Fake“ Charaktere als an die beiden „echten“ Mädchen. Was schade ist, gerade weil die Anfangssequenzen ein wichtiger Faktor im Franchise sind. Tatsächlich bleibt mir nach jedem Schauen der Anfang am wenigsten in Erinnerung. Und leider finde ich selbst den alternativen Anfang auf den DVD Extras deutlich besser, als den der offiziell ausgesucht wurde.

Eigentlich rettet die Opening Szene und damit auch die Platzierung nur die Tatsache, dass man am Anfang schön an der Nase herumgeführt wurde. Es war nett, ein wenig mehr über das „Stab“ Universum und seine Filme zu erfahren. Doch ohne die erste „Fake“ Sequenz wäre dieser Opener auf jeden Fall auf dem letzten Platz gelandet und tatsächlich denke ich beim schreiben auch immer noch darüber nach, ob ich beide Plätze nicht noch einmal umdrehen sollte.

Platz 3

Scream 5

Auch  wenn Scream 5 an seinem Anfang nicht besonders viel ändert – ein Mädchen kriegt einen Anruf von Ghostface und wird daraufhin mit dem Tode bedroht – gefiel mir das Opening des aktuellsten Films doch ganz gut. Erstens mochte ich die Hommage an den ersten Film. Tara wird als neue Casey Becker vorgestellt. Sie kriegt einen Anruf, bei dem sie zunächst glaubt, mit einem Bekannten ihrer Mutter zu sprechen. Sie fühlt sich sicher, glaubt, sie habe die Oberhand, bis sie merkt, dass Ghostface hinter dem Anruf steckt. Nachdem er droht, ihre beste Freundin zu töten, stimmt sie zu, eine Horrorfragerunde zum Thema „Stab“ zu machen, obwohl sie diese Art von Horrorfilm überhaupt nicht interessiert. Tara ist schlau, benutzt ihr Handy, um die Antworten zu erfahren und gewinnt ihr Runde. Ihre Freundin wird zwar in Ruhe gelassen, Tara selbst wird von Ghostface angegriffen.

Doch auch wenn der Zuschauer denkt, dass es nun Zeit ist, Lebewohl zu Tara zu sagen – überlebt sie den Angriff! Etwas vollkommen neues, in unserem allseits geliebten Franchise.

Mir gefiel der Charakter Tara von Anfang an. Ich finde, dass Jenna Ortega eine wahnsinnig gute Leistung abgegeben hat. Ich habe von Beginn an mit ihr gefiebert, habe ihr die Angst total abgekauft. Ich fand es gut, dass sie ihr Handy benutzt hat, um zu überleben und dass sie auch um ihr Leben gekämpft hat – und nicht wie es oftmals in den Openings ist, dass die Opfer mehr oder weniger einfach nur weglaufen oder sich umbringen lassen. Opener sind für solche Szenen da – dass wir den ersten Mord des Filmes sehen und Lust auf den Film kriegen. Und das hat der aktuellste Anfang auf jeden Fall.

Ich mag den Twist, dass Tara überlebt. Und vor allem mag ich, dass man die Rolle später ausgebaut hat. Tara ist nicht abgehauen und in eine andere Stadt gezogen, wie man es sonst vielleicht schreiben würde. Sie wurde als neuer Hauptcharakter eingeführt, obwohl ihre Screen-Zeit leider etwas knapp ausfiel – was aber auch einen verständlichen Hintergrund hat. Und doch, am Ende überzeugt sie mit ihrer Darstellung genau wie am Anfang.

Der Grund, warum ich den Film auf den 3. Platz setzte, ist, dass hier gleich am Anfang neue Regeln eingeführt wurden. Das Opfer überlebt, das ist zwangsweise eine Änderung der Horrorfilmregeln. Außerdem ist sie keine „Damsel in Distress“ sondern von Anfang an sehr darauf konzentriert, das richtige zu tun, obwohl Ghostface immer einen Schritt weiter zu sein scheint. Dazu mochte ich die Verweise auf Stab und die „wahren“ Hintergründe des „Stab“ Franchises. (Ich war sehr stolz auf mich, als ich im Kino alle Ghostface-Fragen dazu beantworten konnte :D) Der Film hat außerdem die moderne Technik von heute gut in die Anfangssequenz eingebaut – auch wenn wir in einigen Jahren wieder sagen werden, wie veraltet das ganze System ist. Am Ende wird natürlich klarer, wie der Mörder an die Passwörter kam, wodurch er so einfach über die Apps ins Haus gelangte. Aber es gefiel mir, dass sie keine Kontrolle mehr über das Sicherheitssystem hatte, denn das zeigt – genau wie im ersten Teil – dass man sich in einem Horrorfilm immer nur auf sich selbst verlassen kann. Das Opening hat mir ganz klar Lust auf den Film gemacht – anders als bei den zwei vorangegangenen Teilen.

Was jetzt fehlt, sind nur noch Teil 1 und 2. Und diese sind  … warte, es kommt gleich … legendär.

Platz 2

Scream 2

Der Opener von „Scream 2“ gehört zu meinen Lieblingsanfangssequenzen in Horrorfilmen. Er ist anders, als der aus dem Originalfilm und doch schafft er es genauso einprägsam wie der erste zu sein. Etwas, was ungewöhnlich bei Sequels ist und deshalb sofort zeigt, warum Wes Craven und Kevin Williamson ihre Arbeit verstehen.

„Scream“ spielt gerne mit Hommagen. Während wir im ersten Teil eine Hommage an „Das Grauen kommt um 10“ und „Black Christmas“ erkennen, würde ich schätzen, dass man im Opening des 2. Teils nicht nur einen Salut an William Castle und seine Karriere setzte (Castle war z.B. dafür bekannt, kleinere dem Publikum kleinere „Streiche“ bei seinen Filmpremieren zu spielen), sondern auch Filme wie z.B. „He knows you’re alone“ mit einer Hommage würdigt.

Wir befinden uns in einem Kino. Ein junges Pärchen (Maureen und Phil) möchte die Premiere des ersten „Stab“ Films schauen.  Natürlich wissen wir schon jetzt, sie werden den Film nicht lebend verlassen. Denn Ghostface bringt beide um, noch bevor der „Stab-Opener“ vorbei ist.

Maureens Tod ist hier ganz besonders herausstechend. Von Anfang an ist sie unzufrieden, sich einen Horrorfilm anzusehen und möchte lieber in eine romantische Komödie . Doch Phil überredet sie, „Stab“ eine Chance zu geben. Maureens Sorgen stellten sich als begründet heraus. Denn nachdem Phil auf der Männertoilette ermordet wird, zieht Ghostface seine Jacke an und setzt sich neben sie. Diese erkennt zu spät, dass ihr Sitznachbar nicht Phil ist, als sie Blut an seiner Jacke entdeckt. Sie kann nicht einmal mehr wirklich reagieren, da sticht Ghostface schon auf sie ein. Maureen kann sich bis zur Leinwand retten, wo sie ihren Verletzungen schließlich vor den schreckgeweiteten Augen aller Zuschauer erliegt.

In dieser Sequenz gibt es so viele gute Aspekte. Fangen wir mit dem Anfang an. Kinozuschauer von damals mussten sich einfach unwohl gefühlt haben, als sie selbst im dunklen Kino saßen und plötzlich mit ansahen, wie jemand im Kinosaal ermordet wurde, ohne dass dies überhaupt jemandem im Saal auffiel. Ich will nicht wissen, wie viele sich in dem Moment umgesehen haben, ob da auch ja kein Mörder neben ihnen sitzt. Es war eine tolle Entscheidung, die Sequenz im Kino zu spielen und unterstreicht wieder den „Meta“ Gedanken, des Franchises. Erneut will das Dreamteam um Wes Craven und Kevin Willamson uns aus der Reserve locken uns Angst machen, zeigen, dass wir nirgendwo sicher sind. Weder in unserem Zuhause, noch unter einer Vielzahl an Menschen.

Die gesamte Anfangssequenz zeigt Chaos. Maureen hatte nie eine wirkliche Chance, Ghostface zu entkommen. Das Kino war rappelvoll, die Leute aufgedreht und haben nichts mitbekommen, was um sie geschah oder es als unecht betrachtet. Das Kino verschenkte an alle Gäste Ghostface-Masken und Fake-Messer. Wer hätte demnach denken können, dass unter der Maske nicht Phil saß, der sich neben Maureen setzte? Er freute sich schließlich aus dem Film und fand das Merchandise von Anfang an witzig. Selbst bei der blutigen Jacke hätte jeder Fremde annehmen können, dass es Kunstblut sei. Erst als dem Publikum bewusst wurde, dass Maureen ihnen nichts vorspielte, sie wirklich starb, veränderten sie ihre Haltung, wirkten schockiert. Vorher hätte man es durchaus auch als Scherz sehen können. Jetzt wurde es blutiger ernst.

Und auch die letzte Sequenz, Maureen stirbt in dem Moment, wo die „Stab“ Title Card erscheint, ist ikonisch. „Ihr“ Kinofilm beginnt am Ende ihres Lebens – und „unser“ Kinofilm beginnt mit derselben Szene. Dazu mochte ich es, dass man eine „echte“ Szene aus „Stab“ sieht und man den vorherigen Film so revuepassieren konnte. Es ist eine schöne Hommage an seinen eigenen Film und ein ganz besonderer Fan Service, den viele Fans bis heute wertschätzen. Nebenbei gefiel es mir sehr, wie man den wahren Schrecken der Zuschauer erkennen konnte, in dem Moment wo aus Spaß ernst wurde. Obwohl wir hier bestimmt von Statisten reden und nicht von ausgebildeten Schauspielern, die im Kinosaal herumtollen, haben sie alle ihre Sache sehr gut gemacht und man nahm den Leuten ihre rasch wechselnden Emotionen ab. Aber es war vor allem Maureens Todesschrei, der einem wirklich zu Herzen ging. Ich hatte so gehofft, dass sie lebend entkommt.

Wie gesagt, ich liebe den Opener von „Scream 2“ weil er einfach so viele tolle Aspekte zusammenbringt. Man fiebert mit den Charakteren mit und ist frustriert, weil niemand Maureen helfen kann. Die Spannung ist konstant vorhanden, man hat immer das Gefühl, dass etwas passieren muss. Irgendwie fühlt man sich unbehaglich, weil man genau weiß, dass Ghostface unter den Leuten ist, aber mit seiner Tat durchkommen wird, weil man den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen wird. Dazu gibt es den „Meta-Fan-Service“ und die tollen Hommagen an andere Filme und Filmemacher. Qualitativ gesehen ist der Opener wirklich einsame Spitze. Es gehört nicht ohne Grund zu meinen Lieblingssequenzen des gesamten Franchises und des Horrorfilmgenres.

Dennoch kann ich ihn nicht auf Platz eins setzen. Denn dieser tolle Opener wäre niemals passiert, wenn es nicht das Original gäbe.

Platz 1

Scream!

Ich glaube nicht, dass diese Auswahl überraschend kommt. Ich persönlich würde behaupten, schon als der Film Premiere feierte, galt er sofort als Klassiker. Allein die Opening Sequenz von „Scream“ veränderte die Art und Weise, wie Horrorfilme in den nächsten Jahren dargestellt würden. Eine neue Teenage-Slasher-Epoche wurde mit dem Film in die Wege geleitet und beinahe jeder Horrorfilm baute in den nächsten Jahren auf dem „Scream“-Prinzip auf. Also ja, dieser Film – ob man ihn mag oder nicht – hat ein fast verlorenes Genre zurückgeholt und uns so auch viele tolle andere Filme beschert. Also halten wir einen Moment inne und seien wir dankbar dafür.

Es gibt eine Menge guter Aspekte in der berühmten Anfangssequenz, auf die wir blicken können. Zum Beispiel, dass man einen großen Hollywoodstar castet und ihn bereits in den ersten 15 Minuten umbringt. Das zeigt sofort: Alles ist Möglich, nehmt euch in Acht!

Wie wir mittlerweile wissen, sollte Drew Barrymore aka Casey Becker ursprünglich Sidney spielen. Doch Barrymore soll darauf bestanden haben, lieber in der Anfangssequenz ermordet zu werden, um die Zuschauer so zu schockieren. Denn niemand glaubte, dass es ein Film wagen würde, den größten Star sofort umzubringen. Barrymore hatte Recht, was ihre Vermutung anging. Alle glaubten, Casey sei sicher … bis sie es nicht mehr war. Und genau deshalb wurde ihr Auftritt so ikonisch.

Ich finde, die gesamte Anfangssequenz strotzt nur so vor Spannung. Sie baut langsam auf und explodiert gen Ende förmlich.  In den ersten Minuten glaubt man, sich noch in Sicherheit zu wiegen, doch je länger der Film dauert, umso spannender wird es. Ghostfaces Katz-und-Maus-Spiel macht den Film zu etwas besonderem. Casey befindet sich zuhause, in einer Kleinstadt, sie muss sicher sein, oder? Falschgedacht. Denn das Schrecken kann dich überall finden. Ghostfaces ständige Anrufe, die von einem lustigen Plausch zum reinen Schreckensakt werden, lässt uns immer mehr mit Casey mit fiebern, wir sind auf ihrer Seite und hoffen, dass sie sicher aus der Situation herauskommt, ihr jemand zur Hilfe eilt. Zunächst denkt sie das auch. Die allgegenwärtige Meinung, der Prinz könne die Maid in Nöten retten wird hier gleich auf die Probe gestellt, denn sie droht damit, dass ihr Freund Steve ihr helfen würde. Aber auch hier wird sie enttäuscht. Ghostface macht ihr klar: Sie muss es alleine schaffen, es gibt niemanden der ihr helfen kann. Stattdessen terrorisiert er sie mit weiteren Spielchen, versucht sie mit einem Quiz zu verwirren. Verspricht ihr, sollte sie die Antworten wissen, würde sie verschont. Und auch wenn es bis dahin noch Leute gab, die bezweifelten, dass Ghostface gefährlich sei, letzten Endes werden mit dem Mord an Steve alle Zweifel ausgeräumt. Der Mörder is kein Clown , der ihr Angst machen will, er meint es todernst.

Vor allem mit dem Horrorfilmquiz wird schnell aufgezeigt, was das Franchise seitdem ausmacht: Wer etwas von Horrorfilmen versteht, der hat die größten Überlebenschancen. Und doch, die erste Regel solcher Filme lautet eigentlich immer: Auf das Wort des Mörders ist nie Verlass. Das muss auch Casey erfahren, als Ghostface eine fast unlösbare Frage stellt: Vor welcher Türe stehe ich?

Die letzten Minuten in Caseys Leben sind geprägt von schierer Panik. Und der Zuschauer spürt das durch die Kameralinse. Die Wahl, eine bereits so erfahrene Schauspielerin wie Drew Barrymore zu casten, zahlt sich definitiv aus. Sie verkauft Caseys Angst perfekt. Wir sehen deutlich, wie sie bis zuletzt dafür kämpft am Leben zu bleiben. Und es bricht uns das Herz, sie gehen zu lassen. Genauso emotional ist die Darstellung ihrer Eltern. Es ist wahrlich eine äußerst herzzerreißende Szene als die Beckers ihre tote Tochter entdecken. Seitdem ich diese Szene zum ersten Mal sah, fühlte ich mit den Beckers, denn es ist eine wahrhaft dramatische Sequenz, gerade weil wir bereits so viel in so kurzer Zeit über Casey erfuhren und sie ins Herz schlossen. Casey war nie ein oberflächlicherer Charakter, der nur für die Todesliste da war. Casey wurde menschlich geschrieben, wir konnten uns mit ihr identifizieren. Sie war nett, clever und hatte Tiefe.

Die Anfangssequenz schließt mit einem Bild, was genauso ikonisch werden würde, wie der Rest des Filmes. Denn Casey Beckers toter Körper macht uns deutlich: Hier werden die Spiele todernst genommen und sie ist nur der Anfang.

Es gibt viele Gründe, dass der erste „Scream“ Film der beste ist. Und aus meiner Meinung mache ich überhaupt keinen Hehl . Ich liebe „Scream“ aus vielen Gründen, auch, weil ich – wie wahrscheinlich viele andere auch – durch ihn in das Horrorgenre hineinkam. Ich liebe es, dass der Film sich nicht ernst nimmt, andere Horrorfilme aber schon und sie mit Respekt behandelt. Gerade weil dieses Genre so oft von oben herab betrachtet wird. Von Minute eins ist der Opener spannend, witzig, tragisch und auch informativ (z.B. lernt man etwas über Horrorfilme). Die Qualität nimmt die ganze erste viertel Stunde nicht ab und ich finde, der Opener alleine könnte schon als Kurzfilm super funktionieren. Für mich gehört er ganz klar zu einem der besten Film-Opener, selbst über das Horrorgenre hinaus.

So, das war mein Ranking, ich hoffe ihr mochtet es und hattet Spaß beim Lesen. Natürlich spiegelt es nur meine eigene Meinung wieder. Wenn ihr Lust habt, lasst mich euer eigenes Ranking in den Kommentaren wissen. Ich für meinen Teil freue mich bereits auf den 6. Teil der Serie und hoffe, im Frühjahr im Kino zu sitzen.

Insofern, bis dahin…

 

Zu: The Converted Ones – Die Höllenfahrt

Copyright Bilder: stock.adobe; samiramay (Bild mit Symbolen); Netfalls (Buch mit Flammen)

Hallo allerseits,

nach langem Warten ist es endlich soweit und mein neues Buch The Converted Ones – Die Höllenfahrt ist erschienen!

Es ist eine sehr lange Reise gewesen, bis das Buch endlich so weit fertiggestellt war, dass es mir gefallen hat. Es fing alles mit der Idee an, eine Bookisode-Reihe zu kreieren und endete nun darin, einzelne Bücher zu dem Thema zu verfassen, weil die einzelnen Bookisodes viel zu lang wurden und von der Kerngeschichte ablenkten.

Aber nicht nur das unterscheidet sich von meiner Originalidee. Aus dem Rachedämon Áine wurde letztlich die Banshee – und Einhorn Áine. Eine Änderung, die daher kam, weil ich neben dem Inhalt auch an dem Grundkonzept der Geschichte gewerkelt habe. Daneben mag ich die Mythologie rund um die Banshee, sie gehört zu meinen Lieblingsfeen. Dazu wurden viele Charaktere ausgetauscht, neu hineingenommen oder aus der Grundidee wieder entfernt. Wie gesagt, es war eine lange Reise, aber es war nötig, um eine gute Geschichte auf die Beine zu stellen. Ich hätte am Anfang schließlich auch nie geglaubt, eines Tages ein Buch über ein Einhorn zu schreiben und nun … tja, jetzt ist es passiert. Ich habe eine Menge aus meiner Grundidee verändert, aber am Ende denke ich, waren es die richtigen Änderungen und ich bin zufrieden mit dem Buch.

Der Hintergrund zu diesen Änderungen und warum ich aus einer Banshee ein halbes Einhorn gemacht habe bekommt später vielleicht auch noch einen separaten Beitrag, mal schauen.

Das Buch dreht sich um die 17-jährige Áine (gesprochen ohn-je), die herausfindet, neben einer Banshee auch noch ein halbes Einhorn zu sein. Doch das war noch längst nicht genug. Sie klärt ebenfalls ein lang gehegtes Familiengeheimnis auf und muss der Tatsache klarkommen, die Welt vor dem Untergang zu retten, obwohl sie viel lieber ihre neu gewonnene Freiheit auskosten will, da sie gerade erst die Schule beendet hat.

Es ist eine Menge los in dem ersten Band. Die Geschichte wird innerhalb von 3 Tagen erzählt und es gibt eine viele Hürden, die Áine bei ihrem ersten Abenteuer überspringen muss.

Der erste Roman ist als Big Bad Roman gekennzeichnet. Wie ich schon in diesem Artikel erklärte, baue ich die Converted Ones Romane so auf, dass es Big Bad und einen Monster of the Week Bücher gibt, die verschiedene Themen beinhalten. Die Idee dahinter ist, dass so besser gekennzeichnet wird, wie viel Einfluss die Geschichte auf die Roman-Serie haben wird. Áines erstes Abenteuer musste natürlich mit einem Knall losgehen, dessen Auswirkungen auch in den nächsten Romanen noch zu spüren sein wird.

Die Charaktere sind mir während des Schreibens sehr ans Herz gewachsen und ich hoffe, dass es meinen Lesern ähnlich ergeht. Da ich viele irische Namen benutzt habe, findet sich im hinteren Teil des Buches ein Glossar mit der Erklärung der Aussprache. Bei irischen Namen unterscheidet sich die Schreibweise oft von der Aussprache und daher dachte ich, wäre das ganz nützlich. Ich selbst bin ja auch ein großer Fan von Glossars.

Dennoch spielt Die Höllenfahrt nicht in Irland, wie man vielleicht annimmt, sondern in einem nicht näher genannten Land, irgendwo in Europa. Ähnlich wie bei den Adaire Chroniken.

Ich freue mich schon sehr darauf zu erfahren, wie The Converted Ones – Die Höllenfahrt bei meinen Lesern ankommt. Schreibt doch gerne einen Kommentar und eine Rezension. Und vergesst nicht, ein Like auf meiner Facebookseite zu hinterlassen.

Hier geht’s übrigens zum BoD Buchshop, falls ihr ein Exemplar bestellen wollt. Auf der Seite ist es auch möglich, in die Leseprobe hineinzuschauen.

Bis dahin, alles Gute!

L.C.

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